Ingwer, Zitrone, Likör

Ingwer, Zitrone, Likör

Wir sind wieder im kalten Deutschland und müssen aufpassen, dass unser Immunsystem den Wechsel zwischen Karibik und Mitteleuropa verkraftet. Zum Glück habe ich noch vor Weihnachten mein Überlebenselixier hergestellt. Es ist ein Ingwer-Zitronen-Likör.

Warum ich ihn Überlebenselixier nenne? Zum einen hilft der Likör wirklich bei den verschiedensten Zipperlein, vor allem aber Magenverstimmungen. Zum anderen gibt es eine Geschichte, die ich euch hierzu gerne erzähle:

Vor einigen Jahren im Dezember beschloss meine Freundin Eva G., nach Tansania zu fliegen um den Kilimandscharo zu besteigen. Wir haben Einiges gemeinsam, allerdings was das Reisen angeht vor allem eine Sache: Wir packen nicht gerne unsere Koffer. Es ist etwas, was wir regelmäßig hinauszögern bis es nicht mehr knapper geht. Das ist bei einer Fahrt übers Wochenende ja nicht tragisch, bei einer Reise in ein tropisches Land oder bei einer Reise um einen Berg zu besteigen, ist es eher ein Problem. Man muss an so viele Dinge denken und Vieles vorbereiten.

Nun stand Eva eben vor dieser Reise wieder mit wenig Lust zum Packen und es gab zusätzlich Probleme mit dem Wetter in Deutschland. Wenige Tage vor dem Flug von München nach Frankfurt, ab dem der Flug nach Afrika gehen sollte, fing es stark an zu schneien und es kündigten sich einige Flugausfälle an. Eva wurde langsam ziemlich nervös, ob es sie ebenfalls betreffen könnte. Beim ersten Telefonat mit dem Flughafen in München erklärte man Eva, dass der Flug als nicht angetreten gelte, wenn sie  anstatt mit dem Flieger, mit dem Zug nach Frankfurt fahren würde. Das hatten wir vorher noch nie so gehört, scheint aber tatsächlich so zu sein. Man ist dann vom Computersystem sozusagen von der Liste gestrichen und kann den Folgeflug nicht antreten.

 

 

An diesem Nachmittag kam Eva total aufgelöst bei mir zuhause vorbei. Wir wohnen im gleichen Stadtteil von München. Sie hatte immer noch nicht ganz fertig gepackt und sie wusste nicht, ob das mit dem Flug noch irgendwie klappen würde. Ein zusätzliches Problem war, dass sie ja eine geführte Tour auf den Kilimandscharo gebucht hatte und sie nicht einfach ein oder zwei Tage später ankommen konnte. Dann wäre ihre Gruppe bereits unterwegs gewesen und sie würde am Fuße des Berges „festsitzen“. Alles nicht gerade beruhigend.

Nun kommt eben der Ingwer-Zitronen-Likör ins Spiel. Ich habe Eva ein Gläschen meines Überlebenselixiers eingeschenkt und ihr noch ein kleines Fläschchen mit auf den Weg nachhause mitgegeben. Natürlich löst Alkohol keine Probleme. Allerdings bezeugt Eva heute noch, dass mein Likör ihre Nerven wieder soweit beruhigt haben, sodass sie an diesem Abend noch fertig packen konnte. Das Problem mit dem Flug wurde dann übrigens auch noch von der Fluggesellschaft gelöst und der Reise stand dann Gott sei Dank nichts mehr im Wege. Eben mal wieder Ende gut, alles gut!

 

Ingwer-Zitronen-Likör (ergibt ca. 2,5 l):

  • 1 Liter Wodka
  • 600 g Zucker
  • 1200 ml Wasser
  • 3 – 4 Bio-Zitronen
  • 400 g Bio-Ingwer
  • Gefäß zum ansetzen des Likörs mit einem großen Flaschenhals
  1. Ingwer schälen (muss nicht unbedingt sein, schmeckt aber geschält intensiver) und in kleine Stückchen schneiden. Von den Zitronen mit einem Sparschäler die Schale entfernen. Dann die Zitronen halbieren und den Saft auspressen.
  2. Das Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen. Ingwer und Zitronenschale und -saft hinzufügen. Aufkochen lassen und ca. 6 min köcheln lassen. Die Mischung abkühlen lassen und dann den Wodka dazugeben.
  3. In eine Flasche füllen und einige Tage ziehen lassen.
  4. Dann durch ein Sieb in gut gereinigte Flaschen füllen.
  5. Der Likör hält sich sehr lange, sogar über Jahre, wenn er nicht vorher ausgetrunken wird.

Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Ich weiß nicht, ob euch bekannt ist, das in einigen anderen europäischen Ländern der 6. Januar (Heilige-Drei-Königs-Tag) noch sehr viel mehr Bedeutung hat als in Deutschland. Zum Beispiel bekommen Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke erst an diesem Tag. In Frankreich wird an diesem Tag eine ganz besondere Tradition gepflegt. Es wird ein Dreikönigskuchen, d.h. eine Galette des rois gegessen, ein Kuchen (in Form einer Krone) zu Ehren der Heiligen 3 Könige.

Da dieser Dreikönigskuchen schon ein wenig zu der Königsdisziplin der Patisserie gehört (zumindest, wenn der Blätterteig selber gemacht wird), wird dieser Kuchen von vielen Franzosen nicht selber hergestellt, sondern gekauft. Es gibt sie am Jahresanfang in ganz Frankreich in vielen verschiedenen Variationen und Größen zur Auswahl zu kaufen. Klassisch ist eine Frangipane-Füllung, die aus einer Mischung aus einer Konditorencreme (ein aus Eiern, Milch, Stärke, Zucker, Vanille und Butter gekochter Pudding) und fein geriebenen Mandeln hergestellt wird. Aber der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt Frucht-Füllungen, Füllungen mit Schokolade und es können auch anstatt der Mandeln andere Nüsse oder Pistazien verwendet werden.

Das was die Tradition (besonders bei Kindern) aber so interessant macht, ist die kleine Figur (Fève = Bohne), die in der Galette vor dem Backen in der Füllung versteckt wird. Wer dann beim Essen das Stück mit der Bohne darin findet, darf an diesem Tag die Königskrone tragen und sich selbstverständlich auch wie ein König fühlen und verwöhnen lassen. Diese Papierkrone gibt es beim Kauf natürlich gleich dazu.

Ich bin mit meiner ersten selbst gemachten Galette im Großen und Ganzen zufrieden. Der Rand könnte allerdings „blättriger“ sein und ich denke, ich habe aus Versehen zu viel von der Ei-Sahne-Mischung auf den Rand getan. Außerdem habe ich beim Einritzen des Musters oben ein bisschen zu tief eingeritzt. Der Blätterteig hat aber zum Glück trotzdem gehalten und die Galette ist dadurch nicht auseinander gebrochen. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich bin trotzdem stolz, als Laie so eine Galette mit eigenem Blätterteig hergestellt zu haben. Und im nächsten Jahr wird sie dann vielleicht schon viel besser aussehen. Spätestens dann werde ich euch auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Blätterteig anbieten.

Galette des rois (Dreikönigskuchen) mit Papayafüllung

Zutaten:

  • 1 Blätterteig ca. 22 x 44 cm (gekauft oder selbst gemacht)
  • 125 g Papaya (geschält und ohne Kerne)
  • 100 g Zucker (je nach Reifegrad der Papaya)
  • 1 Schuss Rum
  • 2 EL Maisstärke
  • 125 g fein geriebene geschälte Mandeln
  • 1 Ei (ca. 50 g)
  • Ei und Sahne zum Bestreichen
  1. Am Tag vor dem Backen die Papaya in Stücke schneiden und in einem Mixer zu einem Püree verarbeiten. Mit Zucker mischen und aufkochen. Ca. 15 min. köcheln lassen. Immer wieder umrühren. Maisstärke einrühren und alles zu einer homogenen Masse vermischen. Mit Rum abschmecken. Im Kühlschrank abkühlen lassen.
  2. Geriebene Mandeln mit dem Ei vermengen. Dann die Mandelmasse mit der Papayamasse vermischen.
  3. Masse in einen Spritzbeutel füllen. Auf ein Backpapier einen Kreis von 15 cm Durchmesser aufmalen. Papier wenden. Dann mit der Masse diesen Kreis aufspritzen. Die Höhe der Masse sollte so ca. 1,5 – 2 cm dick sein. Masse auf diesem Papier (legt ein Brett oder Teller darunter) über Nacht einfrieren. Jetzt müsste auch die kleine Porzellanfigur in die Füllung gesteckt werden, falls dies gewünscht ist. Das mit dem Einfrieren ist eine Vereinfachung des Vorgangs. Profis können die Füllung natürlich auch ungefroren zwischen die Blätterteig-Kreise platzieren.
  4. Den Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen. Deine Küche sollte während der Verarbeitung nicht zu warm sein, lieber ein bisschen zu kalt. Also, zuerst mal Fenster auf! Außer, es ist draußen wärmer als drinnen. Eine Raumtemperatur unter 20 ° C ist ideal.
  5. Dann das Stück auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und in 2 Stücke zu je ca. 22 x 22 cm schneiden. Wichtig ist, dass man die Stücke nicht verschiebt. Also weiterhin so auf der Arbeitsplatte übereinander liegen lassen.

  6. Mit einem Tortenring oder mit einer Schablone aus Pappe jeweils einen Kreis von 20 cm Durchmesser ausschneiden. Die Oberfläche der Kreise sollte ab jetzt mehlfrei sein. Eventuell mit einem Mehlbesen abkehren.

  7. Den Rand (ca. 2 cm) der Unterseite der Galette mit Ei bestreichen. Die Mitte mit einer Gabel einstechen.
  8. Am Tag zuvor vorbereitete gefrorene Füllung auf den Boden legen. Nun ist es ganz wichtig, dass man den Deckel im Uhrzeigersinn (oder in die andere Richtung) um ein Viertel um ¼ dreht. Das ist ein wichtiger Schritt, damit sich die Galette beim Backen nicht verzieht.

  9. Dann Deckel über den Boden mit Füllung legen.

  10. Gut andrücken.

  11. Am besten legt man die Galette jetzt vorsichtig auf ein Brett damit man seitlich die kleinen Einkerbungen machen kann (siehe Foto). Man macht das, damit der Blätterteig am Rand schön aufblättern kann.

  12. Bei meiner Variante wird die Galette dann gedreht, sodass die Füllung nun nach unten zeigt. Galette mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen.

  13. Dann mit einem Messer Linien in den Teig ritzen. Dabei wirklich nur ritzen und nicht schneiden.
  14. Mit einem Stäbchen ca. 5 – 6 Luftlöcher stechen. Galette für ca. 1 Stunde noch mal im Kühlschrank ruhen lassen.
  15. Backofen auf 160° C vorheizen.
  16. Noch einmal mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen. Auf ein perforiertes Blech legen (falls vorhanden).

  17. 10 min bei 160 ° C backen. Dann weitere 40 – 50 min bei 150 ° C. Vor allem bei selbst gemachten Blätterteig muss die Galette braun sein, nicht nur goldgelb. Sonst ist der Teig nicht ganz durchgebacken.
  18. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit einer Krone
    dekoriert servieren.

Luciafest, Schweden, Lussekatter

Luciafest, Schweden, Lussekatter

Ich (und wahrscheinlich viele meiner Generation) bin durch die Bücher und Filme Astrid Lindgrens geprägt worden. Mit 16 Jahren fuhr ich dann zum ersten Mal in das Heimatland der Lieblings-Autorin meiner Kindheit. Die Reise führte mich nach Südschweden an einen herrlichen See. Ich war mit einer organisierten Gruppenreise dort. Wir hatten großes Glück und es gab kaum Mücken und 2 Wochen lang das schönste Sommerwetter. Die Umgebung und die Unterkunft war ein Traum und ich glaube ich habe mich damals vollständig in dieses Land verliebt. Wenn man es genau nimmt, war ich das natürlich vorher bereits in meiner Phantasie.

Einige Jahre später – ich war inzwischen nach München gezogen – stellte sich in unserer WG (Wohngemeinschaft) eine Schwedin vor, die wir dann auch bald bei uns (ich und 2 andere Mädels) einziehen ließen.

Jedes Jahr im Dezember brachte uns M. dann ihre Kultur näher, indem sie mit uns das in Schweden wichtige Luciafest feierte. D.h. wir forderten es dann nach einiger Zeit von ihr ein, mit uns dieses Fest zu feiern. Vielleicht sollte ich zuerst mal diesen Brauch erklären, für diejenigen, denen er nichts sagt.

Das Luciafest in Schweden

In Schweden ist das Luciafest am 13. Dezember seit mehr als 200 Jahren ein besonderer Feiertag. Dort ist es im Dezember nur wenige Stunden hell, was dem Fest eine ganz besondere Bedeutung verleiht.

An diesem Morgen des Luciafests, stellt die älteste Tochter im Hause die Heilige dar und trägt ein langes weißes Kleid und hat den Kopf mit einem grünen Kranz – oft aus Preiselbeeren – geschmückt, in den eine Reihe brennender Kerzen gesteckt sind. So geht sie morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister. Alle warten schon darauf, denn sie bringt das Frühstück ans Bett und die ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen. Ihr Licht ist Vorbote des Weihnachtslichtes. In den Dörfern und Stadtteilen, in jeder Schule, jedem Kindergarten, jeder Universität wird am Vorabend eine Lucienbraut gewählt, die dann singend von Haus zu Haus zieht.

Historisch belegt ist nur sehr wenig, als gesichert gilt allerdings der Geburtsort von Lucia, die als Tochter eines reichen Kaufmanns um 286 nach Christus in Syrakus (heute Siracusa) auf Sizilien auf die Welt kam.

Die Sage besagt folgendes:

Lucia lernte schnell, Verantwortung zu übernehmen. Nachdem der Vater gestorben und ihre Mutter Eutychia krank geworden war, machte Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der heiligen Agathe, um die Schutzpatronin um Hilfe zu bitten. Die Mutter wurde gesund und erlaubte der Tochter daraufhin, die geplante Hochzeit mit ihrem heidnischen Verlobten abzusagen, um ihr Leben ganz Jesus zu widmen. Daraufhin schenkte Lucia ihre Aussteuer den Armen. Mit der Absage der Heirat besiegelte die junge Frau unwissend ihr Schicksal als Märtyrerin: Ihr Verlobter verriet sie aus Zorn an den Präfekten.

Es gibt zahlreiche widersprüchliche Überlieferungen von Lucias Marterqualen. Eine besagt, dass Lucia von einem Ochsenkarren zu Tode geschleift werden sollte. Laut einer anderen Legende sollte Lucia als Strafe für ihr Festhalten am Glauben in einem Ochsengespann und gezogen von „mehreren tausend Soldaten“ in ein Bordell gebracht werden. Doch alle Quellen sind sich einig, dass die Tiere sich nicht von der Stelle rührten und auch aus Menschenkraft ließ sich der Wagen nicht ziehen. Selbst heißes Öl, das über Lucia auf Befehl des Richters gegossen wurde, konnte ihr nichts anhaben. Und auch das Ausreißen ihrer Augen überlebte die Jungfrau. Schließlich starb Lucia um 304 oder 310 nach Christus an einem Schwertstich in den Hals.

Vielleicht auch noch interessant ist, dass man Lucia auch in anderen europäischen Ländern, z. B. in Italien verehrt. Lucia ist die Stadtheilige von Siracusa auf Sizilien, Venedig, Mantua in Oberitalien und Toledo in Spanien.

Unser Luciafest :

Zu unserem Luciafest, eben auch jedes Jahr am 13. Dezember, kamen immer mehr Besucher. Ehemalige WG-Mitbewohnerinnen, Partner, Familienmitglieder und Nachbarn von uns. Wir und ein Teil unserer Gäste übernahmen jeweils eine Rolle in unserem kleinen Lucia-Zug. Und jeder bekam dazu die entsprechende Verkleidung oder zumindest eine entsprechende Kopfbedeckung. M. übernahm natürlich die Rolle der Lucia.  Die anderen Freiwilligen übernahmen die Rollen der Stern-Jungen mit spitzigen weißen Hüten, Elche und weitere weiß gewandete weibliche Engel. Das ganze Gefolge von Lucia eben. In dieser Aufmachungen wurden dann schwedische Weihnachts- und Lucia-Lieder gesungen. Für uns ein großer Spaß, M. hat eher schwedische Höflichkeit an den Tag gelegt, fragte man sie nach unserer Performance.

Es hatte sich dann irgendwann einmal so eingebürgert, dass es zu unserem Luciafest von M. selbst gemachte Köttbuller und Hasselback-Potatoes gibt. Das sind diese Fleischbällchen, die viele von IKEA her kennen und Kartoffeln aus dem Backofen. Diese werden speziell eingeschnitten, sodass sie eine große Menge an Butter aufnehmen können und daher zwar schwer im Magen liegen können, aber einfach göttlich schmecken. Als Getränk gab es Glögg, schwedischer Glühwein und als Nachtisch Milchreis mit einer versteckten geschälten Mandel darin. M. erklärte uns, dass wer die Mandel in seinem Schälchen findet, als nächstes heiraten wird. Dies führte dann in einem Jahr dazu, dass eine unserer Nachbarinnen fast die ganze Schüssel alleine gegessen hat, in der Hoffnung, die nächste Glückliche zu sein.

Leider gab es nur bei einem von uns gefeierten Luciafest Lussekatter, die ein Gast gebacken hatte. Lussekatter ist das Gebäck, dass die älteste Schwester morgens der Familie zum Frühstück serviert. Auf dem Blog „Hefe und mehr“ bin ich fündig nach einem passenden Rezept geworden, dass ich allerdings mit Sojamilch variiert habe. Ich bin ja ein Fan von einer kalten Teigführung über Nacht und diese Water roux hat mich ebenfalls sehr interessiert. Probiert es einfach mal aus. Es hört sich komplizierter an, als es letztendlich ist.

Smaklig måltid!

Lussekatter zum Luciafest

  • Water roux
  • 30 g Bio-Mehl Type 550 oder Manitobamehl
  • 150 g Wasser
  • Teig
  • gesamter Water roux
  • 150 g Milch (ich habe Sojamilch benutzt)
  • 1 Bio-Ei
  • 10 g frische Hefe
  • 5 g Salz
  • 500 g Bio-Mehl Type 550 oder Manitobamehl
  • 0,25 g Safran
  • 125 g Butter
  • 80 g Zucker
  • Rosinen
  • Ei zum Bestreichen
  1. Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  2. Für den Water roux (macht die Lussekatter fluffig und hält sie länger frisch!) Mehl mit Wasser klümpchenfrei verrühren. Dann auf dem Herd unter ständigen Rühren auf 65°C erwärmen (dauert ca 3 min.). In eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie abdecken, sodass die Oberfläche nicht austrocknet.
  3. Die Safranfäden mit etwas Zucker fein mörsern. Die Milch erwärmen und zu dem Safran-Zucker geben. Wenn die Milch auf etwa 30°C abgekühlt ist, die Hefe darin auflösen und mit Ei, Salz, Mehl und Water roux für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten. Der Teig ist sehr fest.
  4. Da Zucker die Glutenentwicklung sehr stört, wird er erst jetzt in kleinen Portionen zum Teig hinzugegeben. Den Zucker löffelweise zum Teig hinzufügen. Zwischen den Zugaben jeweils 1 min. kneten. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. Zuletzt wird die Butter hinzugegeben. Solange kneten, bis die Butter komplett in den Teig eingearbeitet wurde.
  5. 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen, dann über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
  6. Am nächsten Morgen den Teig in Stücke von je 40g teilen. Zu Teigsträngen von je 30 cm rollen, diese 10 min entspannen lassen und dann von beiden Enden gegengleich aufrollen (wie für ein “S”).
  7. 1 Stunde gehen lassen, dann mit Ei bestreichen und in jede Spirale eine Rosinen drücken.
  8. Bei 200°C etwa 10 -12 min backen (Ich habe eine Schüssel mit Wasser in den Ofen gestellt).
  9. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Luftdicht verpackt aufbewahren oder gleich genießen.
 

Glögg

  • 0.75 l Rotwein
  • 200 ml Wasser
  • 120 l Rum (einen guten, keinen Strohrum!)
  • 100 g Zucker (eventuell Rohrzucker)
  • 2 Ceylon-Zimtstangen
  • 1 Bio-Orange
  • 1 TL Nelken, ganz
  • 1 TL Kardamom, ganz
  • 100 g Rosinen
  • 50 g geschälte Mandeln (ungeschälte Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und Mandelhaut dann einfach abziehen)
  1. Die Orangen waschen und die Schale mit einem Sparschäler abschälen. Es sollte möglichst keine weiße Haut daran hängen bleiben. Die restliche Orange in Scheiben schneiden.
  2. 200 ml Wasser, Zimtstangen, Nelken, Kardamom und den Zucker in den Topf geben und langsam zum Kochen bringen.
  3. Den Rotwein hinzufügen und 45 Minuten auf niedriger Temperatur ziehen lassen. Die Flüssigkeit sollte nicht kochen. Ab und zu umrühren.
  4. Dann den Rum hinzugeben und weitere 15 Minuten ziehen lassen. Eventuell über Nacht stehen lassen, damit der Geschmack noch intensiver wird.
  5. Den warmen Glögg mit Mandeln und Rosinen servieren.
 

Pepparkakor

  • 225 g Mehl 550
  • 115 g Butter
  • 115 g Rohrzucker
  • 1 Eiweiß
  • 1 TL Ceylon-Zimtpulver
  • 1 TL Ingwerpulver
  • ½ TL Nelkenpulver
  • ½ TL Kardamompulver
  • ½ TL Backsoda
  1. Alle Zutaten schnell zu einem Art Mürbeteig verkneten. Für mind. 1 Std. kaltstellen.
  2. Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  3. Teig zwischen 2 Frischhaltefolien (oder klassisch ohne Folie mit ein bisschen Mehl) ausrollen und mit Ausstecher-Formen Sterne ausstechen.
  4. Sterne auf ein Backblech (+ Backpapier) legen und für ca. 10 – 15 Minuten backen.
  5. Auf einem Rost abkühlen lassen und in Blechdosen aufbewahren.
 

Tarte Tatin, Advent, Glücksmomente

Tarte Tatin, Advent, Glücksmomente

Wir stehen kurz vor unserer Reise nach Kuba und die Vorbereitungen sind zum Glück fast abgeschlossen. Ein bisschen wehmütig bin ich dann doch, nur den Anfang der Adventszeit hier in Deutschland zu verbringen. Für mich eigentlich das einzig Schöne an der deutschen Winterzeit. Auch wenn ich mich zuhause meistens mit meiner Weihnachtsdekoration zurückhalte, liebe ich es, wie die Straßen und Weihnachtsmärkte dekoriert und beleuchtet sind.

Um trotzdem ein bisschen in eine besinnliche Stimmung zu kommen, habe ich beschlossen, es uns am 1. Advent mit einer „netten“ Tarte Tatin gemütlich zu machen. Mein Mann lässt sich bei Süßem auch nicht lange bitten, schon gar nicht wenn Karamell mit im Spiel ist.

Es scheiden sich ja die Geister, ob man eine Tarte Tatin mit einem Mürbteig oder einem Blätterteig macht. Ich mag beide Varianten und habe mich jetzt eher aus Zeitgründen für die Version mit Mürbteig entschieden, da ich in diesem Fall schon gerne einen selbst gemachten Blätterteig hätte. Wenn schon, denn schon! Das tolle an einer Tarte Tatin ist ja, dass man sie als Kuchen zum Tee oder Kaffee essen kann, aber auch toll als Nachtisch mit ein bisschen Sahne oder Vanilleeis servieren kann.

Da mein Mann in der Gastronomie arbeitet, fängt unser gemeinsames Wochenende immer erst am Sonntag an. Das Frühstück findet dann eher kurz vor Mittag statt und das Abendessen gibt es dann oft schon am Spätnachmittag. Das ausgefallene Mittagessen wird meistens durch ein nettes Dessert oder ein Küchlein nach dem Abendessen „ersetzt“.

Mein Mann ist dann für die musikalische Untermalung unseres Nachmittags zuständig und es kann durchaus sein, dass wir ein Tänzchen aufs Parkett legen, ein bisschen kubanisch eben. Das ist doch das, was das Leben eigentlich ausmacht, die kleinen Glücksmomente, die entstehen, wenn wir entschleunigen und wir uns komplett im „Jetzt“ befinden.

Ich wünsche viel Freude mit meinem Rezept!

 

Tarte Tatin

  • 50 Zucker
  • 100 g kalte Butter
  • 150 g Mehl (450)
  • Prise Salz
  • 1 Zitrone
  • 3 – 4 Boskop-Äpfel
  • 100 Zucker
  • 2 – 3 EL Wasser
  • 80 g Butter
  • 1 Backform ca. 25 cm ø
  1. Zucker, Butter, Mehl und Salz zügig zu einem geschmeidigen Mürbeteig verkneten. Flach gedrückt (dann kann man ihn später leichter ausrollen) in Klarsichtfolie wickeln und mind. 30 min in den Kühlschrank legen.
  2. Den Backofen auf 220°C vorheizen.
  3. Inzwischen kaltes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone bereitstellen; es soll die Braunfärbung der Äpfel verhindern. Äpfel schälen, zu Apfelspalten schneiden und in das Zitronenwasser legen.
  4. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche auf 25cm ø (oder entsprechend der Backform) ausrollen. Auf ein flaches Blech legen, mit einer Gabel mehrmals einstechen und bis zur weiteren Verwendung wieder kalt stellen.
  5. Die Äpfel abgießen und gut mit einem Küchenpapier abtupfen.
  6. Zucker mit dem Wasser in eine Pfanne geben und erhitzen. Dabei nicht umrühren. Warten bis es braun wird und ein Karamell entsteht.
  7. Butter und einen Spritzer Zitronensaft dazugeben. Äpfel in das Karamell legen und darin wenden. Äpfel-Karamell-Mischung in eine Backform geben. Die Äpfel sollten sehr dicht liegen.
  8. Nun den Mürbteig zügig auf die Äpfel legen und den Teigrand zwischen Äpfel und Formrand leicht nach unten drücken. Die Form direkt in den Ofen schieben und bei 220 Grad ca. 20 min backen.
  9. Die Tarte aus dem Ofen nehmen und 10 min ruhen lassen. Nicht länger, das Karamell soll nicht fest werden. Den Teigrand mit einem spitzen Messer von der Form lösen und die Tarte auf eine Tortenplatte stürzen.

Baba au rhum, Weihnachten, Vorfreude

Baba au rhum, Weihnachten, Vorfreude

 

Da wir dieses Jahr Weihnachten und Silvester auf Kuba verbringen, also bei der Familie meines Mannes, haben wir beschlossen Weihnachten mit meinen Eltern im November vorzufeiern. Natürlich musste dafür ein besonderes Dessert gefunden werden. Es sollte mal nicht die traditionelle Mousse au Chocolat sein. Wenn schon Traditionen brechen, dann aber richtig! Da wir eigentlich immer guten Rum im Haus haben (kubanischen natürlich, aber eben nicht nur!), kam mir diese tolle Baba au Rhum aus Paris in den Sinn.

Wie ihr ja bereits wisst, war ich diesen Sommer mit meinem Mann in Paris. Natürlich gingen wir auch in die eine oder andere Patisserie. An einem Nachmittag waren wir bei Pierre Hermé und haben uns unter anderem eine Baba au Rhum schmecken lassen. Hermé ist ja mehr für seine Macarons berühmt, aber uns haben an diesem Tag die „Törtchen“ angelacht. Obwohl das in Rum getränkte Küchlein in Deutschland nicht so bekannt ist, ist es mir in der Vergangenheit bereits begegnet. Wo das war, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich hatte es allerdings als sehr heftig nach Rum (vielleicht auch einfach nach einem schlechten Rum) schmeckend in Erinnerung.

Bei Hermé kann ich nur sagen, war die Baba total ausgewogen im Geschmack und einfach ein Gedicht. Wir hatten uns für die klassische Variante entschieden, d.h. mit einer Chantilly (gezuckerte Sahne) oben drauf gespritzt. Ich fand sie sehr gelungen. Schnörkellos, aber perfekt umgesetzt. Das ist genau mein Geschmack.

Also habe ich ein paar meiner französischen Koch- bzw. Backbücher gewälzt und bin tatsächlich fündig geworden. Es ist ein Savarin-Rezept, aber der Unterschied liegt eigentlich nur in der Form (Savarin eher wie Donuts, Babas wie Korken oder Zylinder) und bei Babas werden oft noch Rosinen dazu gegeben, die ich aber sowieso weggelassen hätte, da ich sie nicht so passend dazu finde. Es wird empfohlen die Savarins ein paar Tage vor dem Servieren zu backen, damit sie ein bisschen trocken sind, bevor sie dann mit dem Rum-Sirup getränkt werden. Das ist eigentlich perfekt für mich und meine Planung. Mein Plan sieht folgendermaßen aus: Babas ein paar Tage vorher backen, am Tag davor Chantilly vorbereiten und kalt stellen und die Babas in ihre Tränke legen.

So ganz konnte ich dann doch nicht von der Mousse au Chocolat lassen und habe mich für eine Schoko-Chantilly als Topping entschieden. Das sieht einfach am feierlichsten aus und schmecken tut es sowieso einfach traumhaft zu der dezenten Rum-Note. Meine Mousse au Chocolat mache ich immer mit einer veganen dunklen Schokolade mit einem Kakao-Anteil von 60 %. Für diese habe ich mich dann auch entschieden für die Chantilly, da sie einen sehr feinen Schokoladen-Geschmack hat, obwohl sie als „zartbitter“ verkauft wird. Aber das ist Geschmackssache. Probiert es einfach mit eurer Lieblings-Schokolade aus.

Da die Fotos von meinem Probe-Backen sind, kann ich euch noch gar nicht berichten wie die eigentliche Feier war. Aber eigentlich kann ja jetzt einem tollen Fest nichts mehr im Wege stehen. Ich werde auf jeden Fall berichten!
Viel Spaß mit meinem Rezept und traut euch doch ein bisschen zu experimentieren!

Baba au rhum (8 – 12 St.)

Teig:

  • 300 g Bio-Weizenmehl 550 oder Manitobamehl
  • 10 g Zucker
  • 5 g Salz
  • 15 g frische Hefe
  • 150 g Bio-Eier
  • 120 g Milch (ich habe Sojamilch benutzt)
  • 80 g Butter
  • Aprikosenkonfitüre zum Bestreichen

Sirup:

  • 500 g Wasser
  • 250 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 50 g Rhum Agricole (Rum aus Martinique oder Guadeloupe aus frischem Zuckerrohr hergestellt)

Schoko-Chantilly (eigentlich Créme Chantilly Chocolat):

  • 600 g Sahne
  • 150 g Schokolade 60 %
  • 10 g Zucker oder nach Geschmack
  1. Für die Schoko-Chantilly die Schokolade am Vortag klein hacken und mit dem Zucker vermengen. Sahne aufkochen und anschließend über die Schokolade gießen. Mischung mit einem Mixstab gut vermengen. Schüssel luftdicht abdecken und im Kühlschrank über Nacht abkühlen lassen.
  2. Alle Zutaten für den Teig abwiegen.
  3. Die Hefe in der warm gemachten Milch auflösen. Das Mehl in die Schüssel einer Küchenmaschine geben. Zucker und Salz hinzufügen und einige Sekunden mit einem Knethaken vermischen. Dann die Eier hinzufügen. Anschließend die Milch mit der Hefe dazu geben und mit niedriger Geschwindigkeit weiter kneten. Die Geschwindigkeit erhöhen und den Teig ca. 10 min. kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Am Ende die weiche Butter hinzufügen und durch den Knethaken einarbeiten lassen. Schüssel aus der Maschine nehmen, abdecken und den Teig an einem warmen Ort um ca. das Doppelte aufgehen lassen.

  4. Die Baba-Formen einfetten (ich habe ein flüssiges Sprühfett benutzt) und mit Hilfe eines Spritzbeutels (und einer mittleren Spritztülle) die Formen ca. ¾ befüllen. Teig aufgehen lassen, bis er ca. den oberen Rand der Form erreicht hat. Im, auf 180° C vorgeheizten, Backofen ca. 15 – 20 min backen.

  5. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Am besten 2 – 3 Tage in einer geschlossenen Dose aufbewahren, um sie ein bisschen auszutrocknen. Man kann sie aber auch im Backofen etwas nachtrocken, um sie gleich weiter verarbeiten zu können.
  6. Sirup herstellen:
  7. Wasser mit Zucker mischen. Schale von der Orange und der Zitrone mit einem Sparschäler dünn abschälen (möglichst nichts von der weißen Haut mit abschälen). Je eine Scheibe der geschälten Orange und Zitrone ins Zucker-Wasser geben. Gewürze dazugeben und Flüssigkeit aufkochen. Bis auf eine lauwarme Temperatur (ca. 40° C) abkühlen lassen.
  8. Den Rhum zum Zucker-Sirup geben und die ganze Mischung in eine Schüssel geben, in der alle Babas Platz haben. Babas in die Mischung legen und ca. 1 Stunde darin tränken. Dann Babas vorsichtig herausheben und abtropfen lassen. Die Babas mit Aprikosenmarmelade bestreichen (dazu etwas mit Wasser verdünnen) und auf kleine Tellerchen setzen.
  9. Die Schoko-Chantilly aufschlagen. Das kann man mit einem Handrührgerät oder mit einer Küchenmaschine mit Schneebesen machen. Wichtig ist nur, dass man vorsichtig vorgeht und die Sahne gut beobachtet. Die Creme kann schnell überschlagen werden und das wäre ja dann sehr schade. Umgehend in einen Spritzbeutel mit Tülle füllen und Sahne auf die Babas spritzen.
  10. Eventuell mit einer Frucht dekorieren. Dann servieren und genießen!

Falls ihr noch tiefer in das Thema Baba au rhum und Rhum Agricole einsteigen wollt, hier 2 interessante Links: