Ingwer, Zitrone, Likör

Ingwer, Zitrone, Likör

Wir sind wieder im kalten Deutschland und müssen aufpassen, dass unser Immunsystem den Wechsel zwischen Karibik und Mitteleuropa verkraftet. Zum Glück habe ich noch vor Weihnachten mein Überlebenselixier hergestellt. Es ist ein Ingwer-Zitronen-Likör.

Warum ich ihn Überlebenselixier nenne? Zum einen hilft der Likör wirklich bei den verschiedensten Zipperlein, vor allem aber Magenverstimmungen. Zum anderen gibt es eine Geschichte, die ich euch hierzu gerne erzähle:

Vor einigen Jahren im Dezember beschloss meine Freundin Eva G., nach Tansania zu fliegen um den Kilimandscharo zu besteigen. Wir haben Einiges gemeinsam, allerdings was das Reisen angeht vor allem eine Sache: Wir packen nicht gerne unsere Koffer. Es ist etwas, was wir regelmäßig hinauszögern bis es nicht mehr knapper geht. Das ist bei einer Fahrt übers Wochenende ja nicht tragisch, bei einer Reise in ein tropisches Land oder bei einer Reise um einen Berg zu besteigen, ist es eher ein Problem. Man muss an so viele Dinge denken und Vieles vorbereiten.

Nun stand Eva eben vor dieser Reise wieder mit wenig Lust zum Packen und es gab zusätzlich Probleme mit dem Wetter in Deutschland. Wenige Tage vor dem Flug von München nach Frankfurt, ab dem der Flug nach Afrika gehen sollte, fing es stark an zu schneien und es kündigten sich einige Flugausfälle an. Eva wurde langsam ziemlich nervös, ob es sie ebenfalls betreffen könnte. Beim ersten Telefonat mit dem Flughafen in München erklärte man Eva, dass der Flug als nicht angetreten gelte, wenn sie  anstatt mit dem Flieger, mit dem Zug nach Frankfurt fahren würde. Das hatten wir vorher noch nie so gehört, scheint aber tatsächlich so zu sein. Man ist dann vom Computersystem sozusagen von der Liste gestrichen und kann den Folgeflug nicht antreten.

 

 

An diesem Nachmittag kam Eva total aufgelöst bei mir zuhause vorbei. Wir wohnen im gleichen Stadtteil von München. Sie hatte immer noch nicht ganz fertig gepackt und sie wusste nicht, ob das mit dem Flug noch irgendwie klappen würde. Ein zusätzliches Problem war, dass sie ja eine geführte Tour auf den Kilimandscharo gebucht hatte und sie nicht einfach ein oder zwei Tage später ankommen konnte. Dann wäre ihre Gruppe bereits unterwegs gewesen und sie würde am Fuße des Berges „festsitzen“. Alles nicht gerade beruhigend.

Nun kommt eben der Ingwer-Zitronen-Likör ins Spiel. Ich habe Eva ein Gläschen meines Überlebenselixiers eingeschenkt und ihr noch ein kleines Fläschchen mit auf den Weg nachhause mitgegeben. Natürlich löst Alkohol keine Probleme. Allerdings bezeugt Eva heute noch, dass mein Likör ihre Nerven wieder soweit beruhigt haben, sodass sie an diesem Abend noch fertig packen konnte. Das Problem mit dem Flug wurde dann übrigens auch noch von der Fluggesellschaft gelöst und der Reise stand dann Gott sei Dank nichts mehr im Wege. Eben mal wieder Ende gut, alles gut!

 

Ingwer-Zitronen-Likör (ergibt ca. 2,5 l):

  • 1 Liter Wodka
  • 600 g Zucker
  • 1200 ml Wasser
  • 3 – 4 Bio-Zitronen
  • 400 g Bio-Ingwer
  • Gefäß zum ansetzen des Likörs mit einem großen Flaschenhals
  1. Ingwer schälen (muss nicht unbedingt sein, schmeckt aber geschält intensiver) und in kleine Stückchen schneiden. Von den Zitronen mit einem Sparschäler die Schale entfernen. Dann die Zitronen halbieren und den Saft auspressen.
  2. Das Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen. Ingwer und Zitronenschale und -saft hinzufügen. Aufkochen lassen und ca. 6 min köcheln lassen. Die Mischung abkühlen lassen und dann den Wodka dazugeben.
  3. In eine Flasche füllen und einige Tage ziehen lassen.
  4. Dann durch ein Sieb in gut gereinigte Flaschen füllen.
  5. Der Likör hält sich sehr lange, sogar über Jahre, wenn er nicht vorher ausgetrunken wird.

Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Ich weiß nicht, ob euch bekannt ist, das in einigen anderen europäischen Ländern der 6. Januar (Heilige-Drei-Königs-Tag) noch sehr viel mehr Bedeutung hat als in Deutschland. Zum Beispiel bekommen Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke erst an diesem Tag. In Frankreich wird an diesem Tag eine ganz besondere Tradition gepflegt. Es wird ein Dreikönigskuchen, d.h. eine Galette des rois gegessen, ein Kuchen (in Form einer Krone) zu Ehren der Heiligen 3 Könige.

Da dieser Dreikönigskuchen schon ein wenig zu der Königsdisziplin der Patisserie gehört (zumindest, wenn der Blätterteig selber gemacht wird), wird dieser Kuchen von vielen Franzosen nicht selber hergestellt, sondern gekauft. Es gibt sie am Jahresanfang in ganz Frankreich in vielen verschiedenen Variationen und Größen zur Auswahl zu kaufen. Klassisch ist eine Frangipane-Füllung, die aus einer Mischung aus einer Konditorencreme (ein aus Eiern, Milch, Stärke, Zucker, Vanille und Butter gekochter Pudding) und fein geriebenen Mandeln hergestellt wird. Aber der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt Frucht-Füllungen, Füllungen mit Schokolade und es können auch anstatt der Mandeln andere Nüsse oder Pistazien verwendet werden.

Das was die Tradition (besonders bei Kindern) aber so interessant macht, ist die kleine Figur (Fève = Bohne), die in der Galette vor dem Backen in der Füllung versteckt wird. Wer dann beim Essen das Stück mit der Bohne darin findet, darf an diesem Tag die Königskrone tragen und sich selbstverständlich auch wie ein König fühlen und verwöhnen lassen. Diese Papierkrone gibt es beim Kauf natürlich gleich dazu.

Ich bin mit meiner ersten selbst gemachten Galette im Großen und Ganzen zufrieden. Der Rand könnte allerdings „blättriger“ sein und ich denke, ich habe aus Versehen zu viel von der Ei-Sahne-Mischung auf den Rand getan. Außerdem habe ich beim Einritzen des Musters oben ein bisschen zu tief eingeritzt. Der Blätterteig hat aber zum Glück trotzdem gehalten und die Galette ist dadurch nicht auseinander gebrochen. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich bin trotzdem stolz, als Laie so eine Galette mit eigenem Blätterteig hergestellt zu haben. Und im nächsten Jahr wird sie dann vielleicht schon viel besser aussehen. Spätestens dann werde ich euch auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Blätterteig anbieten.

Galette des rois (Dreikönigskuchen) mit Papayafüllung

Zutaten:

  • 1 Blätterteig ca. 22 x 44 cm (gekauft oder selbst gemacht)
  • 125 g Papaya (geschält und ohne Kerne)
  • 100 g Zucker (je nach Reifegrad der Papaya)
  • 1 Schuss Rum
  • 2 EL Maisstärke
  • 125 g fein geriebene geschälte Mandeln
  • 1 Ei (ca. 50 g)
  • Ei und Sahne zum Bestreichen
  1. Am Tag vor dem Backen die Papaya in Stücke schneiden und in einem Mixer zu einem Püree verarbeiten. Mit Zucker mischen und aufkochen. Ca. 15 min. köcheln lassen. Immer wieder umrühren. Maisstärke einrühren und alles zu einer homogenen Masse vermischen. Mit Rum abschmecken. Im Kühlschrank abkühlen lassen.
  2. Geriebene Mandeln mit dem Ei vermengen. Dann die Mandelmasse mit der Papayamasse vermischen.
  3. Masse in einen Spritzbeutel füllen. Auf ein Backpapier einen Kreis von 15 cm Durchmesser aufmalen. Papier wenden. Dann mit der Masse diesen Kreis aufspritzen. Die Höhe der Masse sollte so ca. 1,5 – 2 cm dick sein. Masse auf diesem Papier (legt ein Brett oder Teller darunter) über Nacht einfrieren. Jetzt müsste auch die kleine Porzellanfigur in die Füllung gesteckt werden, falls dies gewünscht ist. Das mit dem Einfrieren ist eine Vereinfachung des Vorgangs. Profis können die Füllung natürlich auch ungefroren zwischen die Blätterteig-Kreise platzieren.
  4. Den Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen. Deine Küche sollte während der Verarbeitung nicht zu warm sein, lieber ein bisschen zu kalt. Also, zuerst mal Fenster auf! Außer, es ist draußen wärmer als drinnen. Eine Raumtemperatur unter 20 ° C ist ideal.
  5. Dann das Stück auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und in 2 Stücke zu je ca. 22 x 22 cm schneiden. Wichtig ist, dass man die Stücke nicht verschiebt. Also weiterhin so auf der Arbeitsplatte übereinander liegen lassen.

  6. Mit einem Tortenring oder mit einer Schablone aus Pappe jeweils einen Kreis von 20 cm Durchmesser ausschneiden. Die Oberfläche der Kreise sollte ab jetzt mehlfrei sein. Eventuell mit einem Mehlbesen abkehren.

  7. Den Rand (ca. 2 cm) der Unterseite der Galette mit Ei bestreichen. Die Mitte mit einer Gabel einstechen.
  8. Am Tag zuvor vorbereitete gefrorene Füllung auf den Boden legen. Nun ist es ganz wichtig, dass man den Deckel im Uhrzeigersinn (oder in die andere Richtung) um ein Viertel um ¼ dreht. Das ist ein wichtiger Schritt, damit sich die Galette beim Backen nicht verzieht.

  9. Dann Deckel über den Boden mit Füllung legen.

  10. Gut andrücken.

  11. Am besten legt man die Galette jetzt vorsichtig auf ein Brett damit man seitlich die kleinen Einkerbungen machen kann (siehe Foto). Man macht das, damit der Blätterteig am Rand schön aufblättern kann.

  12. Bei meiner Variante wird die Galette dann gedreht, sodass die Füllung nun nach unten zeigt. Galette mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen.

  13. Dann mit einem Messer Linien in den Teig ritzen. Dabei wirklich nur ritzen und nicht schneiden.
  14. Mit einem Stäbchen ca. 5 – 6 Luftlöcher stechen. Galette für ca. 1 Stunde noch mal im Kühlschrank ruhen lassen.
  15. Backofen auf 160° C vorheizen.
  16. Noch einmal mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen. Auf ein perforiertes Blech legen (falls vorhanden).

  17. 10 min bei 160 ° C backen. Dann weitere 40 – 50 min bei 150 ° C. Vor allem bei selbst gemachten Blätterteig muss die Galette braun sein, nicht nur goldgelb. Sonst ist der Teig nicht ganz durchgebacken.
  18. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit einer Krone
    dekoriert servieren.