Kaffee, Kuba, Tradition

Kaffee, Kuba, Tradition

Aus dem Dezember 2019 hatte ich noch Fotos zum Thema Kaffee aus Kuba auf meiner Festplatte liegen.

Wie viele von euch ja wissen, bin ich mit einem Kubaner verheiratet und wir waren letzten Dezember – Gott sei Dank noch vor Beginn der Corona-Krise – in Santiago de Cuba für 3 Wochen auf Familienbesuch.

Auf Kuba gilt eine kleine Tasse Kaffee eigentlich als ein unverzichtbares und unersetzliches Symbol für Gastfreundschaft. Leider ist es vielen Haushalten auf Kuba inzwischen nicht mehr möglich, ihrem Besuch einen Cafésito anzubieten, da sie meistens selbst keinen Kaffee mehr zuhause haben. Durch Lebensmittelmarken (Libreta) vergünstigten Kaffee gibt es schon lange nicht mehr. Den Kaffee, den man momentan in den kubanischen Geschäften (im Unterschied zu den Geschäften, in denen man mit Devisen bezahlen muss) kaufen kann, besteht mindestens zur Hälfte aus Kaffeeersatzprodukten, wie z. B. Zichorie. Sehr zum Leidwesen der kubanischen Kaffeeliebhaber, ich persönlich fand ihn eigentlich gar nicht so schlecht. Einen richtigen Koffeinschub bekommt man von diesem Kaffee natürlich nicht.

Fahrt ins Kaffeetal
Kaffeepflanze
Kaffeebohnen
Im kubanischen Hochland, Blick Richtung Jamaika

Um also trotzdem bei unseren Besuchen in kubanischen Haushalten in den Genuss eines Kaffees zu kommen, bringe ich immer als Gastgeschenk ein Päckchen Espressopulver mit. In vielen Haushalten wird der Kaffee inzwischen in diesen italienischen Aluminium-Espressokannen, die man auf den Herd stellt, zubereitet. Zumeist die ältere Bevölkerung benutzen noch – zu meiner Freude – einen sogenannten Colador um den typischen kreolischen Kaffee herzustellen. Ein kubanischer Kaffee ist stark und süß und wird (nicht nur aus Mangel) ohne Milch getrunken. Der Zucker wird, wie bei der Mokka-Herstellung, bereits mitgekocht. Das ergibt dann (vielleicht auch durch die Benutzung von braunem Zucker) einen leicht karamelligen Geschmack.

Ich habe euch unten ein Rezept angehängt, das ich in einem kubanischen Kochbuch gefunden habe. Wenn ihr versuchen wollt, diese Art von Kaffee aufzubrühen, versucht es mit einem Teenetz aus Stoff. Um es zu präparieren, steht in diesem Buch, soll man es zuerst ca. 3 mal in Kaffeesatz kochen.

Kubanischer Rohkaffee

Eine Kaffeemühle

Kaffee rösten

Un cafésito

Und damit keine Missverständnisse aufkommen, meine Fotos aus Kuba zeigen eine Röstung und Aufbereitung der Kaffeebohnen für den Eigenbedarf. Dies ist nur in den Gebieten erlaubt, in denen der Kaffee wächst, also z. B. in Baracoa ganz im Süd-Osten der Insel.

Ich hoffe, dass wir Kuba sehr bald wieder bereisen können und die Bevölkerung nicht weiter diesen widrigen Umständen ausgesetzt ist, die sich leider durch die Corona-Krise noch verschlimmert haben.

Kubanischer Kaffee

Kuba, Süßes, Spezialitäten

Kuba, Süßes, Spezialitäten

Heute möchte ich euch süße Spezialitäten aus Kuba vorstellen und damit ihr euch eine bessere Vorstellung von einer kubanischen Stadt machen könnt, ein bisschen etwas über die Geräusch-Kulisse in Santiago de Cuba erzählen.

Für meinen Mann war es vor allem erstaunlich, als er vor fast 3 Jahren nach Deutschland kam, dass es in Deutschland so ruhig ist. Andersherum ist es für mich immer gewöhnungsbedürftig, wie laut es meistens in Kuba ist. Ist man mitten in der Stadt wird zwar nachts der Verkehr ruhiger, dafür kann es aber sein, dass sich  mehrere Nachbarn gleichzeitig unterschiedlich „musikalisch ausleben“. Das Motto ist: „Wer die besseren Boxen hat, gewinnt“!

Die Geräusch-Kulisse in einer kubanischen Stadt

Die Geräusch-Kulisse in einer größeren kubanischen Stadt setzt sich zusammen aus Pfeifen, Zwitschern, Hundegebell, dem Kikeriki der Hähne, Hupen, Rufen, Trommeln, lauter Reggaeton-Musik, dem Knattern der Motorräder, dem Galopp der Pferdekutschen und dem Brummen der schweren alten russischen Lkws.

Um auf sich aufmerksam zu machen wird laut gerufen, gepfiffen oder eben gezwitschert. Das kann zum Anmachen einer Frau (oder auch eines Mannes), zum Verkaufen von Dingen auf der Straße bis zur Regelung im Verkehr, wer Vorfahrt hat, sein. Dazu werden allerdings auch Handzeichen eingesetzt, die größtenteils nur von einheimischen Kubanern verstanden werden. Mir hat sich das komplette System auf jeden Fall noch nicht erschlossen.

Für diejenigen, die noch nie auf Kuba waren, sei das Zwitschern in etwas wie unser Geräusch erklärt, mit dem wir in Europa Katzen versuchen anzulocken. Es ist am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn man als Mensch aus einer Ecke heraus angezwitschert wird, aber am Anfang trägt sowieso viel zu einem Kulturschock bei, wenn man neu auf Kuba ist.

Das hängt natürlich davon ab, welche Länder man davor bereits bereist hat und in wie weit man dazu bereit ist seine Komfort-Zone zu verlassen und sich auf die kubanische Kultur einzulassen.

Süße Spezialitäten aus Kuba

Nun aber zu den süßen Spezialitäten aus Kuba, die vielleicht nicht so allgemein bekannt sind. Kuba ist ja generell nicht so für sein Feinschmeckertum berühmt. Diese Spezialitäten sind es aber auf jeden Fall wert, bekannt gemacht zu werden.

 

Malta:

Das alkoholfreie Malzbier Kubas gibt es abgefüllt in Dosen, aber eben bei manchen Brauereien (die meisten Kubaner lieben Bier mehr als Rum!) auch offen zu verkosten. Ich kann es euch nur ans Herz legen, falls ihr nach Kuba fliegt, es zu probieren. Malta ist nicht zu vergleichen mit unserem Kindermalzgetränk. Es wird übrigens auch sehr gerne vermischt mit Kondensmilch angeboten und getrunken. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn ihr nicht hinterher noch Essen gehen wollt. Diese Malta-Variation hat Kalorien wie die Mahlzeiten von 2 Tagen (ich übertreibe vielleicht leicht) und macht auch dem entsprechend satt.

Pru Oriental:

Meine neueste Entdeckung, eher Medizin als ein reines Erfrischungsgetränk. Allerdings für Medizin sehr wohlschmeckend.

Pru schmeckt nach frisch gepresstem Traubensaft mit einer etwas würzigen Note und enthält Kohlensäure. Er erinnert an Kombuchatee oder Ginger Ale. Leider haben schon andere hoffnungslos versucht dieses Getränk haltbar zu machen und zu exportieren.

Es wird erzählt, dass das Getränk durch die Franzosen nach der Revolution auf Haiti in den Osten von Kuba gebracht wurde. Es verbreitete sich dann auf der ganzen Insel und ist heutzutage mit ein bisschen Glück überall in Kuba erhältlich. Falls ihr mal dort seid, achtet auf die Schilder an Häusern mit der Aufschrift „Hay Pru“ oder fragt euch ein bisschen bei der einheimischen Bevölkerung durch, wie das halt immer so läuft auf Kuba…

Die einzelnen Familien-Rezepte werden natürlich streng gehütet. Bis auf brauner Zucker, Ingwer (obwohl ich auf Kuba gehört habe, dass kein Ingwer enthalten sei…) und Zimt, sagen mir die angeblichen Zutaten überhaupt nichts. Es sind hauptsächlich Wurzeln aus dem asiatischen Raum, die aber in der Karibik ebenfalls zu finden sind. Als Ansatz für den Fermentationsprozess wird ein bisschen von einem Vorgänger-Pru verwendet.

Man sagt, dass Pru Oriental Anti-Oxidantien enthält und gut gegen Bluthochdruck helfen soll. Ich habe allerdings auch gehört, dass er sich generell ausgleichend auf den Blutdruck auswirken soll. Da ich weder an einem zu hohen noch einem zu niedrigen Blutdruck leide, kann ich dazu leider nicht viel sagen.

„Süßigkeiten der Straße“:

Raspadura: Das Pendent zum Cucurucho aus Baracoa. Eine Mischung aus Kokosraspel und Honig, eingewickelt in ein Maisblatt. Sehr süß aber auch sehr lecker!

Mani: ein kandierter Erdnussriegel. Wohl die verbreitetste Süßigkeit bei den einheimischen Kubanern.

Crema de mani: eine weiche Masse aus Erdnüssen, erinnert an Karamellbonbons mit Erdnuss-Stückchen. Überzeugt mich geschmacklich am meisten von allen Riegeln.

Glicante: Ein Riegel, der an französischen weißen Nougat erinnert. Oder eben an Torone in Spanien.

Tijona: Erinnert an Halva. Ehrlich gesagt mein – mit Abstand – Verlierer unter den „Straßen-Süßigkeiten“.

Guavenpaste: 

In Kuba wird diese Guavenpaste „Conserva de Guayaba“ genannt. Seit über 4 Jahren versorge ich meine Familie in Deutschland regelmäßige nach jeder Rückkehr aus Kuba mit dieser Delikatesse. Für mich ist es eins der besten Lebens- bzw. Genussmittel, die Kuba nach Rum (und von mir aus Zigarren für die, die es mögen) herstellt. Man kann den Geschmack am besten mit diesem süßen schnittfesten Gelee aus Quitten beschreiben, das vielleicht manche noch aus ihrer Kindheit kennen.

Man kann die Paste in Scheiben geschnitten ohne Brot oder mit Brot morgens zum Frühstück essen. Auf Kuba wird es meistens auf einem kleinen leicht gesalzenen Cracker mit ein bisschen Käse zusammen gegessen.

Churros:

Wahrscheinlich kennen viele von euch dieses Brandteiggebäck aus Spanien. Churros werden in heißem Fett ausgebacken und es gibt die einfache Variante ohne Füllung oder eine mit einer Füllung aus Kondensmilch oder Schokolade.

Ich kann Churros vor allem empfehlen, wenn man auf der Straße unterwegs ist und die Zeit bis zum Abendessen noch lang ist. Dann ist es ein wunderbarer Snack.

Flan: 

Flan wird von mir hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ich habe ihm ja bereits einen ganzen Bericht gewidmet. Ich liebe ihn einfach in dieser Basis-Variante mit Kondensmilch und Eiern, es gibt allerdings auch noch Varianten aus trockenem Brot und Kokosraspel und -milch, die ich auch nur empfehlen kann.

Coco piña:

Hier kommt ein wahrhaftiger Zuckerschock, der natürlich der knackigen Karamellummantelung geschuldet ist. Allerdings ist die weiche Füllung aus Kokosraspel und Ananas nicht sehr viel weniger süß. Coco piña erinnert insgesamt eher an eine arabische Süßigkeit. Allerdings ist süß jetzt auch nicht ungewöhnlich für Kuba, da Zucker und Rum die 2 Dinge sind, bei denen es eigentlich nie einen Mangel gibt.

Warst du schon einmal auf Kuba und vielleicht sogar in Santiago de Cuba? Oder hast du vor nach Kuba zu fliegen und eher fern ab vom Massentourismus zu reisen? Des Weiteren bin ich an mehr Details zum Thema Pru Oriental interessiert. Schreibt mir gerne dazu in den Kommentaren!

Hasta la proxima!

Flan, Kuba, Familienbesuch

Flan, Kuba, Familienbesuch

Ich habe mich in der Vergangenheit immer gefragt, wie die Menschen in Kuba (fast niemand dort hat einen eigenen Backofen) Flan ohne Backofen herstellen können. Vielleicht muss ich dazu sagen, dass Flan – außer Reis, Bohnen und Fleisch – so etwas wie ein kubanisches Grundnahrungsmittel ist. Ich liebe diesen Flan seit ich ihn vor über 4 Jahren zusammen mit meinem Mann an unserem ersten gemeinsamen Nachmittag gegessen habe. Dafür lasse ich jede Crème Brûlée oder Creme Catalan stehen. Lasst euch also nicht von den für unseren Geschmack eher ungewöhnlichen Zutaten abschrecken. Die gezuckerte Kondensmilch bekommt man in Deutschland inzwischen in fast jedem Supermarkt, beim Türken um die Ecke oder auch in russischen Feinkostläden.

Letztes Jahr im Dezember, während unserer Weihnachts-Kubareise, bin ich der Sache dann also auf den Grund gegangen. Eine Tante meines Mannes hat mich zu sich in die Küche gelassen. Eine übrigens für kubanische Verhältnisse ganz gut ausgestattete Küche.

Ich habe vorher versucht die Zutaten so gut wie möglich zusammen zu bringen. Meine Einkäufe waren nicht perfekt (das ist manchmal auch nicht so einfach in Kuba), aber wir kamen irgendwie zurecht. Ebenso haben wir die Sprachbarriere mit Händen und Füßen und meinen rudimentären Spanischkenntnissen zu überwinden versucht. Ich muss vielleicht erwähnen, dass man in Kuba ziemlich mit Dialekten zu kämpfen hat. Je nach dem, wie schnell oder deutlich die Leute sprechen, verstehe ich zwischen nichts und zumindest ein bisschen etwas.

Ich musste mich sehr in Geduld üben und für 4 Flans einen Tag Zeit mitbringen. 4 Flans wollten wir machen, damit genug für Weihnachten und die ganze Familie da sein wird. Die letzten 2 wurden perfekt, die ersten 2 wurden zwar essbar, allerdings sind sie nicht wirklich schön geworden. Wir mussten eben ein bisschen mit den improvisierten Zutaten experimentieren.

Die Familie meines Mannes ist christlich geprägt. Es ist allerdings in Kuba nicht außergewöhnlich, dass Familienmitglieder unterschiedlichen Religionen angehören. Das ist in Deutschland doch eher ungewöhnlich.

In seiner Familie wird auf jeden Fall Weihnachten gefeiert, auch wenn man sich das nicht so vorstellen sollte, wie bei uns in Europa. Es sind doch einige Traditionen verloren gegangen und bei den Jüngeren hat man das Gefühl, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was Weihnachten ursprünglich bedeutet.

Es geht eigentlich mehr oder weniger um die Chance auf eine weitere Party mit Spanferkel und Getränken, gesponsert von der Verwandtschaft aus dem Ausland. Der Vorschlag meines Mannes und mir die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorzulesen wurde allerdings sehr positiv aufgenommen und hat dem Fest dann doch zumindest anfänglich noch einen etwas besinnlichen Touch gegeben.

Am Ende wurde es dann trotzdem ein ausgelassenes Fest mit viel Alkohol, lauter Musik, Tanz und durch die allgemeine Überlastung des kubanischen Energiesystems dann auch noch einem Stromausfall.

Ich möchte die Erfahrung auf jeden Fall nicht missen.

Die 2 zufriedenen „Bäckerinnen“.

 

Kubanischer Flan

  • 1 Dose (… ml gezuckerte Kondensmilch)
  • 1 Dose (… ml Kondensmilch 10 %)
  • 3 Eier
  • Vanilleextrakt oder Inhalt einer Vanilleschote
  • 1 Tasse Zucker
  • 2 – 3 EL Wasser
  • 2 unterschiedlich große (in einander passende feuerfeste Formen)
  1. Backofen auf … Grad vorheizen.
  2. Kondensmilch gezuckert und ungezuckert mit den Eiern und dem Vanilleextrakt mit einem Handrührgerät verrühren.
  3. Zucker in eine Pfanne geben und mit dem Wasser beträufeln. Pfanne heiß werden lassen. Solange erhitzen bis der Zucker anfängt zu bräunen. Dabei nicht umrühren. Warten bis ein flüssiges Karamell entsteht. Aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird und vorsichtig arbeiten, da das Karamell sehr heiß wird. Kinder am besten aus der Küche schicken.
  4. Eine feuerfeste Form (die kleinere der beiden Formen) mit dem Karamell ausgießen.
  5. Kondensmilch-Creme auf das Karamell schütten. In die größere Form stellen und den Zwischenraum mit Wasser füllen um ein Wasserbad zu erzeugen. Dann große Form in den Backofen stellen und bei … Grad ca. 45 min. stocken lassen.
  6. Kleine Form aus der großen Form nehmen. In noch heißem Zustand auf eine Platte stürzen.
  7. Bon aproveco!

Frozen Daiquiri, Kuba, Cocktail

Frozen Daiquiri, Kuba, Cocktail

Außer dem Rezept für einen Frozen Daiquiri, werde ich euch heute außerdem ein bisschen „mein“ Kuba vorstellen.

Kuba ist ja so viel mehr, als die typischen Klischees uns weismachen wollen. Kuba ist ein Land, dass in keine Schublade passt. Vor ein bisschen mehr als 4 Jahren habe ich mir einen Traum erfüllt und bin zum ersten Mal dorthin gereist. An Zufälle habe ich noch nie geglaubt, aber dort sind einige Dinge passiert, die schwer zu erklären sind. Es war manchmal so, dass ich das Gefühl hatte ein Zahnradhäkchen geht ins nächste über.

Ich habe mich für eine Tanzreise in den Osten des Landes entschieden und bin daher für etwas mehr als 2 Wochen in Santiago de Cuba „gelandet“. Ich muss sagen, dass ich ziemlich schnell und ziemlich tief in diese Stadt eingetaucht bin. Es ist ein Moloch, das heißt, die Stadt ist groß, ziemlich marode, heiß und staubig.

 

Der Grund dafür, dass ich so schnell so tief eingetaucht bin, lag daran, dass die Tanzlehrer, die die Reise organisierten, uns das authentische Kuba zeigten und uns keine Touristenidylle vorspielten. Außerdem habe ich dann am 2. Tag meines Aufenthalts meinen heutigen Mann kennen gelernt und natürlich wollte er mir seine Stadt, seine Freunde und seine Familie zeigen und vorstellen.

Ich bin jetzt überhaupt kein naiver Mensch und besitze auch eine gewisse Menschenkenntnis, ein gewisses Risiko bin ich natürlich trotzdem eingegangen. Ich wusste ja überhaupt nicht, auf wen ich mich da einlasse. Er kam nicht gerade aus dem besten Stadtviertel, sondern eher aus einer Art Hafengegend mit allen seinen Milieus. Zum Teil trafen wir auf Menschen, die er mir als Freunde vorstellte, die ohne extra Verkleidung in jedem Piratenfilm mitspielen könnten. Wir waren natürlich auch sehr oft nachts zusammen unterwegs, da ja tagsüber mein Tanzkurs oder Ausflüge mit der Gruppe auf dem Programm standen und er natürlich auch ein paar Verpflichtungen hatte.

Santiago ist allerdings sowieso nachts viel schöner als tagsüber. Es ist angenehm warm und nicht mehr drückend heiß, von irgendwoher hört man immer ein bisschen Musik, es sind Leute auf der Straße (außer es gibt mal einen der seltenen Regenschauern). Und wenn man nicht tanzen gehen will, kann man sich mit einem Getränk auf einen Platz oder an die Hafenmole setzen. Generell ist – wenn man sich darauf einlässt – Kuba und für mich speziell Santiago ein Ort, an dem man total entschleunigen kann. Das Internet wird zwar auch immer besser und leichter verfügbar, ist aber immer noch nur in einer langsamen Geschwindigkeit nutzbar. Ich entscheide mich dort fast immer gegen die Nutzung und nehme eine technische Auszeit.

Da die Temperaturen in Deutschland Ende August noch einmal gestiegen sind und man sich, mit dem richtigen Drink in der Hand, leicht nach Kuba träumen kann, stelle ich euch hier mein Lieblings-Getränk für laue Sommerabende vor. Es ist der Frozen Daiquiri, eher ein Stiefkind in der Cocktail-Familie, zwar nicht auf Kuba, aber zumindest in Deutschland.

 

 

Frozen Daiquiri (Daiquiri Frappé) für ca. 4 Personen

  • 250 ml weißer Rum
  • 5 Tassen Crushed Ice
  • ca. 5 EL weißer Rohrzucker zu Zuckersirup verarbeitet
  • ca. 2 – 3 Limetten (ausgepresst)
  • ca. 25 ml Kirschlikör nach Geschmack (im Original-Rezept wird ein farbloser Kirschlikör verwendet, ein Maraschino-Likör!.)
  1. Alle Zutaten, bis auf den Kirschlikör in einen starken Standmixer (mit Crush-Funktion) geben. Ca. 30 Sekunden mixen. Es sollte eine cremige (ähnlich einem Sorbet) Konsistenz entstanden sein. In Cocktail-Schalen geben und mit dem Kirschlikör beträufeln.