Walnusskuchen, Öl, Kardamon

Walnusskuchen, Öl, Kardamon

Letzte Woche habe ich einen Walnusskuchen gebacken und geplant, ihn mit dem Rezept und einer Geschichte dazu auf meinen Blog zu stellen.

Ich habe mich dann allerdings in den letzten Tagen gefragt, ob es in Zeiten des Corona-Virus überhaupt Sinn macht, weiter an meinem Blog zu schreiben. Man macht sich in Zeiten so einer Krise natürlich Gedanken darüber, ob es nichts Besseres zu tun gibt. Allerdings gehöre ich noch nicht zu den Menschen in Zwangs-Quarantäne, sondern gehe noch fast täglich ins Büro und halte dort die Stellung. Viel Zeit (und Kraft) bleibt da nicht für eventuelle Freiwilligen-Einsätze.

Unabhängig von einander haben mir dann aber in den letzten Tagen Freunde und Familienmitglieder geschrieben, dass sie mal wieder auf meinem Blog waren und sich inspiriert haben. Sie wollen ein bestimmtes Rezept nachbacken, kaufen nun eine bestimmte Zutat, mit der sie in nächster Zeit etwas zubereiten wollen oder fanden die eine oder andere meiner Geschichten interessant.

Dafür ist ja eigentlich auf einem Blog die Kommentar-Funktion da. Im Endeffekt ist es mir aber egal auf welchem Weg ich Feedback bekomme und es mich erreicht, dass mein Blog auf Interesse stößt.

Ich habe dann für mich entschieden, den Blog weiter mit Rezepten und Geschichten zu befüttern. Ich denke, es ist wichtig die Menschen zu unterhalten und ab und zu von diesem negativen Thema wegzuholen, sie in eine andere Welt zu entführen und vielleicht zu motivieren selber etwas zu backen. Genug Mehl wurde ja in letzter Zeit gehamstert… 😉

Mein Walnusskuchen ist nach einem orientalischen Rezept gebacken und besteht (bis auf die Gewürze) aus Zutaten, die man meistens sowieso im Haus hat. Man kann die Walnüsse leicht durch Mandeln oder andere Nüsse ersetzen. Die Menge ist für eine große Guglhupf-Form bemessen. Solltet ihr jetzt nicht als Großfamilie zuhause in der Quarantäne sitzen, empfehle ich die halbe Menge für eine Kastenform zu verwenden. Der Walnusskuchen hält sich durch das Joghurt auch sehr lange frisch und ist sehr saftig. Wer mag kann ihn natürlich noch mit einem Zitronenguss oder auch Frischkäse-Topping versehen.

Bleibt gesund und munter! Schreibt mir doch, ob ihr das Rezept ausprobiert habt und wie der Kuchen euch geschmeckt hat! Oder wie ihr bei Laune bleibt in dieser schwierigen Zeit?

 

Walnusskuchen mit Öl und Kardamom

  • Butter zum Einfetten der Form
  • 6 Bio-Eier (Gr. M, getrennt)
  • 300 g Zucker
  • Inhalt einer Vanillestange oder Vanilleextrakt
  • 225 ml Öl
  • 300 g Mehl (550)
  • 300 g Walnüsse (oder Walnüsse gemischt mit Mandeln)
  • 4 gestr. TL Weinsteinbackpulver
  • 375 g Joghurt (1,5 % Fett)
  • Orangeschale
  • Kardamom (3 Kapseln oder in Pulverform)
  1. Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.

  2. Guglhupfform gut einfetten und ein bisschen mit Mehl ausstäuben.

  3. Eiweiß zu Schnee schlagen und zur Seite stellen.
  4. Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Öl, Joghurt, Orangenschale, Vanille und Kardamom dazugeben.
  5. Nach und nach das Mehl (mit dem Backpulver) und die Walnüsse mit einem Handrührgerät einrühren.
  6. Eiweiß vorsichtig unterheben.

  7. Den Teig in eine große Guglhupf-Form geben.

  8. Kuchen für ca. 1 Std. bei 180° C backen. Stäbchenprobe machen und, wenn kein Teil mehr am Stäbchen hängen bleibt, Kuchen auf ein Kuchengitter stürzen. Kuchen abkühlen lassen. Eventuell mit Walnüssen garnieren und mit Puderzucker bestäuben.

Kuba, Süßes, Spezialitäten

Kuba, Süßes, Spezialitäten

Heute möchte ich euch süße Spezialitäten aus Kuba vorstellen und damit ihr euch eine bessere Vorstellung von einer kubanischen Stadt machen könnt, ein bisschen etwas über die Geräusch-Kulisse in Santiago de Cuba erzählen.

Für meinen Mann war es vor allem erstaunlich, als er vor fast 3 Jahren nach Deutschland kam, dass es in Deutschland so ruhig ist. Andersherum ist es für mich immer gewöhnungsbedürftig, wie laut es meistens in Kuba ist. Ist man mitten in der Stadt wird zwar nachts der Verkehr ruhiger, dafür kann es aber sein, dass sich  mehrere Nachbarn gleichzeitig unterschiedlich „musikalisch ausleben“. Das Motto ist: „Wer die besseren Boxen hat, gewinnt“!

Die Geräusch-Kulisse in einer kubanischen Stadt

Die Geräusch-Kulisse in einer größeren kubanischen Stadt setzt sich zusammen aus Pfeifen, Zwitschern, Hundegebell, dem Kikeriki der Hähne, Hupen, Rufen, Trommeln, lauter Reggaeton-Musik, dem Knattern der Motorräder, dem Galopp der Pferdekutschen und dem Brummen der schweren alten russischen Lkws.

Um auf sich aufmerksam zu machen wird laut gerufen, gepfiffen oder eben gezwitschert. Das kann zum Anmachen einer Frau (oder auch eines Mannes), zum Verkaufen von Dingen auf der Straße bis zur Regelung im Verkehr, wer Vorfahrt hat, sein. Dazu werden allerdings auch Handzeichen eingesetzt, die größtenteils nur von einheimischen Kubanern verstanden werden. Mir hat sich das komplette System auf jeden Fall noch nicht erschlossen.

Für diejenigen, die noch nie auf Kuba waren, sei das Zwitschern in etwas wie unser Geräusch erklärt, mit dem wir in Europa Katzen versuchen anzulocken. Es ist am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn man als Mensch aus einer Ecke heraus angezwitschert wird, aber am Anfang trägt sowieso viel zu einem Kulturschock bei, wenn man neu auf Kuba ist.

Das hängt natürlich davon ab, welche Länder man davor bereits bereist hat und in wie weit man dazu bereit ist seine Komfort-Zone zu verlassen und sich auf die kubanische Kultur einzulassen.

Süße Spezialitäten aus Kuba

Nun aber zu den süßen Spezialitäten aus Kuba, die vielleicht nicht so allgemein bekannt sind. Kuba ist ja generell nicht so für sein Feinschmeckertum berühmt. Diese Spezialitäten sind es aber auf jeden Fall wert, bekannt gemacht zu werden.

 

Malta:

Das alkoholfreie Malzbier Kubas gibt es abgefüllt in Dosen, aber eben bei manchen Brauereien (die meisten Kubaner lieben Bier mehr als Rum!) auch offen zu verkosten. Ich kann es euch nur ans Herz legen, falls ihr nach Kuba fliegt, es zu probieren. Malta ist nicht zu vergleichen mit unserem Kindermalzgetränk. Es wird übrigens auch sehr gerne vermischt mit Kondensmilch angeboten und getrunken. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn ihr nicht hinterher noch Essen gehen wollt. Diese Malta-Variation hat Kalorien wie die Mahlzeiten von 2 Tagen (ich übertreibe vielleicht leicht) und macht auch dem entsprechend satt.

Pru Oriental:

Meine neueste Entdeckung, eher Medizin als ein reines Erfrischungsgetränk. Allerdings für Medizin sehr wohlschmeckend.

Pru schmeckt nach frisch gepresstem Traubensaft mit einer etwas würzigen Note und enthält Kohlensäure. Er erinnert an Kombuchatee oder Ginger Ale. Leider haben schon andere hoffnungslos versucht dieses Getränk haltbar zu machen und zu exportieren.

Es wird erzählt, dass das Getränk durch die Franzosen nach der Revolution auf Haiti in den Osten von Kuba gebracht wurde. Es verbreitete sich dann auf der ganzen Insel und ist heutzutage mit ein bisschen Glück überall in Kuba erhältlich. Falls ihr mal dort seid, achtet auf die Schilder an Häusern mit der Aufschrift „Hay Pru“ oder fragt euch ein bisschen bei der einheimischen Bevölkerung durch, wie das halt immer so läuft auf Kuba…

Die einzelnen Familien-Rezepte werden natürlich streng gehütet. Bis auf brauner Zucker, Ingwer (obwohl ich auf Kuba gehört habe, dass kein Ingwer enthalten sei…) und Zimt, sagen mir die angeblichen Zutaten überhaupt nichts. Es sind hauptsächlich Wurzeln aus dem asiatischen Raum, die aber in der Karibik ebenfalls zu finden sind. Als Ansatz für den Fermentationsprozess wird ein bisschen von einem Vorgänger-Pru verwendet.

Man sagt, dass Pru Oriental Anti-Oxidantien enthält und gut gegen Bluthochdruck helfen soll. Ich habe allerdings auch gehört, dass er sich generell ausgleichend auf den Blutdruck auswirken soll. Da ich weder an einem zu hohen noch einem zu niedrigen Blutdruck leide, kann ich dazu leider nicht viel sagen.

„Süßigkeiten der Straße“:

Raspadura: Das Pendent zum Cucurucho aus Baracoa. Eine Mischung aus Kokosraspel und Honig, eingewickelt in ein Maisblatt. Sehr süß aber auch sehr lecker!

Mani: ein kandierter Erdnussriegel. Wohl die verbreitetste Süßigkeit bei den einheimischen Kubanern.

Crema de mani: eine weiche Masse aus Erdnüssen, erinnert an Karamellbonbons mit Erdnuss-Stückchen. Überzeugt mich geschmacklich am meisten von allen Riegeln.

Glicante: Ein Riegel, der an französischen weißen Nougat erinnert. Oder eben an Torone in Spanien.

Tijona: Erinnert an Halva. Ehrlich gesagt mein – mit Abstand – Verlierer unter den „Straßen-Süßigkeiten“.

Guavenpaste: 

In Kuba wird diese Guavenpaste „Conserva de Guayaba“ genannt. Seit über 4 Jahren versorge ich meine Familie in Deutschland regelmäßige nach jeder Rückkehr aus Kuba mit dieser Delikatesse. Für mich ist es eins der besten Lebens- bzw. Genussmittel, die Kuba nach Rum (und von mir aus Zigarren für die, die es mögen) herstellt. Man kann den Geschmack am besten mit diesem süßen schnittfesten Gelee aus Quitten beschreiben, das vielleicht manche noch aus ihrer Kindheit kennen.

Man kann die Paste in Scheiben geschnitten ohne Brot oder mit Brot morgens zum Frühstück essen. Auf Kuba wird es meistens auf einem kleinen leicht gesalzenen Cracker mit ein bisschen Käse zusammen gegessen.

Churros:

Wahrscheinlich kennen viele von euch dieses Brandteiggebäck aus Spanien. Churros werden in heißem Fett ausgebacken und es gibt die einfache Variante ohne Füllung oder eine mit einer Füllung aus Kondensmilch oder Schokolade.

Ich kann Churros vor allem empfehlen, wenn man auf der Straße unterwegs ist und die Zeit bis zum Abendessen noch lang ist. Dann ist es ein wunderbarer Snack.

Flan: 

Flan wird von mir hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ich habe ihm ja bereits einen ganzen Bericht gewidmet. Ich liebe ihn einfach in dieser Basis-Variante mit Kondensmilch und Eiern, es gibt allerdings auch noch Varianten aus trockenem Brot und Kokosraspel und -milch, die ich auch nur empfehlen kann.

Coco piña:

Hier kommt ein wahrhaftiger Zuckerschock, der natürlich der knackigen Karamellummantelung geschuldet ist. Allerdings ist die weiche Füllung aus Kokosraspel und Ananas nicht sehr viel weniger süß. Coco piña erinnert insgesamt eher an eine arabische Süßigkeit. Allerdings ist süß jetzt auch nicht ungewöhnlich für Kuba, da Zucker und Rum die 2 Dinge sind, bei denen es eigentlich nie einen Mangel gibt.

Warst du schon einmal auf Kuba und vielleicht sogar in Santiago de Cuba? Oder hast du vor nach Kuba zu fliegen und eher fern ab vom Massentourismus zu reisen? Des Weiteren bin ich an mehr Details zum Thema Pru Oriental interessiert. Schreibt mir gerne dazu in den Kommentaren!

Hasta la proxima!

Hagebutte, Vitamin C, Kokosjoghurt

Hagebutte, Vitamin C, Kokosjoghurt

Ich war auf dem Münchner Viktualienmarkt und habe unverarbeitetes ungesüßtes Mark von der Hagebutte entdeckt. Ich habe mich total darüber gefreut. Zum einen ist es eben Kindheitserinnerung pur für mich, da ich aus einer „Hagebuttengegend“ (Baden-Württemberg) stamme, zum anderen bedeutet das saisonales, regionales Vitamin C in Reinform. Und davon gibt es in Deutschland im Winter ja bekanntlich nicht so viel.

Die Idee zum Rezept

Nun stand ich vor der Frage, was ich daraus machen könnte. Ich mag es ja sehr, einheimische und exotische Zutaten zu neuen Kreationen zu verbinden. Und ich war gerade sowieso in einer Kokosnuss-Joghurt-Phase, was lag also näher, als diese 2 Zutaten zu verwenden?

Die Quitten

Ich wollte allerdings noch eine fruchtige Komponente, als Gegenspiel zur Hagebutte, mit ins Spiel bringen und dunkle Schokolade konnte ich mir gut dazu vorstellen. Beim Türken um die Ecke fand ich dann ein paar Quitten, was ich sehr passend fand. Fruchtig süß, aber nicht aufdringlich. Mit einer Vanillestange zusammen habe ich sie dann zu einem Kompott verarbeitet, welches bereits alleine schon unwiderstehlich schmeckte. Das fand sogar mein Mann, der normalerweise eher so der Butter-Creme-Liebhaber ist und nicht so auf Frucht-Kompott steht.

Man kann die Quitten übrigens auch problemlos durch Birnen ersetzen. Ich habe es mir bei der Zubereitung übrigens einfach gemacht und die Quitten nur halbiert und zusammen mit der Vanille in den Dampfkochtopf-Einsatz gegeben. Die größte Arbeit mit den Quitten hat man normalerweise nämlich mit dem Schneiden und dem Entfernen des Kernhauses. Sie sind einfach extrem hart. Nach dem Aufdampfen entfernt man dann nur noch mit einem Löffel das Kernhaus und löffelt außerdem das Fruchtfleisch aus der Schale. Mit ein bisschen Saft aus dem Einsatz darüber geträufelt, hat man dann ein wunderbares Quitten-Kompott.

Das Rezept ist einfach vegan umsetzbar

Ich hoffe, ihr probiert mein Rezept mal aus und kommt ein bisschen auf den Geschmack der Hagebutte. Es bietet auf jeden Fall viel Spielraum für eigene Variationen und neue Kreationen. Es ist natürlich auch vegan herzustellen, wenn man statt dem griechischen Joghurt ein Sojajoghurt oder Joghurt aus Kokosmilch benutzt.

Viel Spaß mit dieser Vitamin-C-Bombe!

 

Hagebutten-Kokosjoghurt mit Quittenkompott (auch vegan möglich):

  • 150 g Kokos-Creme (oder gekühlte Bio-Kokosmilch, falls ihr keine Creme findet)
  • 150 g Griechischer Joghurt mit 6 % Fett (für die vegane Version ein Sojajoghurt benutzen)
  • Agavendicksaft oder Honig
  • 150 g Hagebutten-Creme (ungesüßt oder gesüßt mit Agavendicksaft)
  • ca. 50 g dunkle Schokolade (oder eine dunkle vegane Schokolade, gehackt)
  • 1 Vanilleschote
  • 20 g Kokos-Chips
  • ca. 2 – 3 Quitten bzw. 150 g Quittenkompott
  1. Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen.

  2. Zuerst aus den Quitten ein Kompott herstellen. Ich habe es mir leicht gemacht und habe die Quitten nur halbiert und mit ein bisschen Wasser und der Vanilleschote im Dampfkochtopf weich „gekocht“. Die größte Arbeit bei den Quitten ist nämlich, sie in ungekochtem Zustand zu zerkleinern. Sie sind einfach unglaublich hart und man braucht dazu sehr viel Kraft.
  3. Nach dem kochen habe ich dann das weiche Fruchtfleisch aus der Schale gelöffelt und fertig war mein Kompott. Es gibt übrigens Sorten, die weiß bleiben beim Kochen und es gibt Sorten, die rot werden beim Kochen. Kompott abkühlen lassen. Wer mag, kann es noch zusätzlich süßen, ich persönlich finde es aber nicht nötig.
  4. Nun die Kokos-Creme mit dem griechischen Joghurt vermischen. Falls ihr Kokosmilch statt der Kokos-Creme benutzt, einfach oben die feste Creme von der Milch abtrennen und nur die feste Creme benutzen. Das funktioniert am besten bei Bio-Kokosmilch, da sie keine Emulgatoren enthält. Creme nach Geschmack – aber auf jeden Fall nur leicht – süßen.
  5. In hohen Gläsern die Zutaten dekorativ aufschichten. Dazu mit dem Quittenkompott anfangen. Dann ein Teil der Creme einfüllen. Darauf kommt dann eine dünne Schicht von der nach Geschmack gesüßten Hagebutten-Creme und je ca. 1 EL der Schokolade. Mit einer Gabel könnt ihr nun schöne rot-schwarze „Muster“ erzeugen.
  6. Darauf noch einmal von der Creme geben. Zum Abschluss dann die Gläser mit den Kokos-Chips und den Schoko-Stückchen verzieren.

Venedig, Karneval, Frittelle

Venedig, Karneval, Frittelle

Vorletztes Jahr haben mein Mann und ich uns einen Traum erfüllt. Er wollte ein erstes Mal Venedig sehen und ich wollte einmal den Karneval in Venedig erleben. So schenkten wir uns diese Reise zu Weihnachten.

Die Reise im Nachtzug

Im Februar benutzten wir also wieder unser Lieblings-Verkehrsmittel, den Zug. Ich hatte 2 Plätze in einem 4-er Liegewagen reserviert. Der Nachtzug ist für mich die schönste Art zu reisen, vor allem bei Entfernungen wie nach Venedig. Man steigt abends in München ein, trinkt noch eine Kleinigkeit und unterhält sich noch ein bisschen mit seinen Mitreisenden. Dann schläft man ein paar Stunden und ist morgens zum ersten Cappuccino oder Espresso in Venedig am Bahnhof.

Die Entdeckung der Frittelle

Ich war ja schon einige Male in Venedig, aber eben noch nie zum Karneval. Abgesehen vom restlichen Spektakel, faszinierten mich diese kleinen frittierten Bällchen (Frittelle), die speziell zu Karneval überall angeboten werden. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen z. B. klassisch venezianisch mit Pinienkernen und Rosinen. Oder gefüllt mit Vanille Chantilly (Sahne), Schokolade, Crème Pâtissière oder auch Zabaione. In dieser Angelegenheit verstehen ich und mein Mann uns ohne Worte, wir sind von der „Vanille-Fraktion“. Aber auch die mit Zabaione haben mein Herz erobert.

Der Karneval in Venedig

Karneval findet in Venedig nicht nur an einem verlängerten Wochenende statt. Bereits 2 Wochen vor dem eigentlichen Termin sind die Einheimischen in den ausgefallensten Kostümen unterwegs. Es ist wie auf einem großen Maskenball, der in der ganzen Stadt stattfindet. Man muss nicht zwingend auf den überfüllten Markusplatz gehen, um teilhaben zu können.

Für mich ist die Gegend um den Campo Santa Margherita sowieso die beste Gegend um noch das bisschen „einheimische Venedig“ zu erleben, dass überhaupt (aufgrund des Tourismus und der entsprechenden Preise) noch möglich ist.

Resümee über den Karneval in Venedig

Auch wenn wir in Venedig, laut meines Mannes, die schlechtesten Spaghetti Amatricana der Welt gegessen haben, waren wir sehr zufrieden mit unserem Wochenende. Ach ja, das Wetter hätte besser sein können. Es war eiskalt und regnete zeitweise heftig. Aber Karneval ist eben im Februar und nicht im August.

Warst du schon mal beim Karneval in Venedig und wie war dein Eindruck? Ich bin auch immer an Reisezielen mit dem Nachtzug interessiert. Schreibt mir doch einfach in den Kommentaren.

Ciao!

 

Frittelle alla crema/Zabaione

  • Zutaten für die Fritelle
  • 500 g Weizenmehl 550
  • 150 g Zucker
  • 120 ml Sojamilch
  • 4 Eier
  • 15 g frische Bio-Hefe
  • 1 Zitrone
  • 30 g Anisschnaps
  • 1 Prise Salz
  • Puderzucker zum Bestäuben
  • Öl zum Fritieren
  1. Zubereitung Fritelle:
  2. Beginnen Sie mit der Zubereitung der Karnevalspfannkuchen, indem Sie die Eier in einer Schüssel kräftig aufschlagen: Verwenden Sie einen Schneebesen oder einen Elektromixer.
  3. Schlagen Sie in der Firmenzeit einfach den Zucker mit den Eiern und schlagen Sie weiter, bis Sie eine Mischung mit einer leichten und schaumigen Konsistenz erhalten.
  4. Die Zitrone gründlich waschen und die Schale reiben, die Sie zur Ei-Zucker-Mischung geben. Zu diesem Zeitpunkt die Milch, eine Prise Salz und den Anislikör dazugeben. Gut mischen, um die Zutaten zu mischen. Anschließend das gesamte Mehl nach und nach zugeben, gründlich sieben und mischen, um die Bildung von Klumpen zu verhindern, und eine samtige Mischung erhalten, zu der Sie auch den Hefebeutel zum Schluss hinzufügen.
  5. Der Teig für die Pfannkuchen ist fertig: Einige Minuten in der Schüssel ruhen lassen und das Öl in einer Pfanne mit hohen Rändern erhitzen. Sobald das Öl mit einem Löffel heiß ist (es muss mindestens 180 ° C erreichen), nehmen Sie einen kleinen Teig und tauchen Sie ihn in das kochende Öl. Fahren Sie auf diese Weise fort, bis Sie die Pfanne mit Nudelbällchen gefüllt haben, und achten Sie dabei darauf, dass Sie etwas Abstand voneinander haben.

 

Crème Pâtissière (Konditorencrème)

  • Zutaten
  • Kuhmilch oder pflanzliche Milch
  • Eigelb
  • Zucker
  • Maisstärke
  • Butter
  • Vanille (Pistazienpaste, Marsala oder ähnliches zum Aromatisieren)
  1. Zubereitung:
  2. Alle Zutaten vorbereiten und abwiegen

  3. Milch aufkochen
  4. In ein flaches Gefäß füllen. Mit einer Frischhaltefolie direkt abgedeckt sofort kalt stellen.

Flan, Kuba, Familienbesuch

Flan, Kuba, Familienbesuch

Ich habe mich in der Vergangenheit immer gefragt, wie die Menschen in Kuba (fast niemand dort hat einen eigenen Backofen) Flan ohne Backofen herstellen können. Vielleicht muss ich dazu sagen, dass Flan – außer Reis, Bohnen und Fleisch – so etwas wie ein kubanisches Grundnahrungsmittel ist. Ich liebe diesen Flan seit ich ihn vor über 4 Jahren zusammen mit meinem Mann an unserem ersten gemeinsamen Nachmittag gegessen habe. Dafür lasse ich jede Crème Brûlée oder Creme Catalan stehen. Lasst euch also nicht von den für unseren Geschmack eher ungewöhnlichen Zutaten abschrecken. Die gezuckerte Kondensmilch bekommt man in Deutschland inzwischen in fast jedem Supermarkt, beim Türken um die Ecke oder auch in russischen Feinkostläden.

Letztes Jahr im Dezember, während unserer Weihnachts-Kubareise, bin ich der Sache dann also auf den Grund gegangen. Eine Tante meines Mannes hat mich zu sich in die Küche gelassen. Eine übrigens für kubanische Verhältnisse ganz gut ausgestattete Küche.

Ich habe vorher versucht die Zutaten so gut wie möglich zusammen zu bringen. Meine Einkäufe waren nicht perfekt (das ist manchmal auch nicht so einfach in Kuba), aber wir kamen irgendwie zurecht. Ebenso haben wir die Sprachbarriere mit Händen und Füßen und meinen rudimentären Spanischkenntnissen zu überwinden versucht. Ich muss vielleicht erwähnen, dass man in Kuba ziemlich mit Dialekten zu kämpfen hat. Je nach dem, wie schnell oder deutlich die Leute sprechen, verstehe ich zwischen nichts und zumindest ein bisschen etwas.

Ich musste mich sehr in Geduld üben und für 4 Flans einen Tag Zeit mitbringen. 4 Flans wollten wir machen, damit genug für Weihnachten und die ganze Familie da sein wird. Die letzten 2 wurden perfekt, die ersten 2 wurden zwar essbar, allerdings sind sie nicht wirklich schön geworden. Wir mussten eben ein bisschen mit den improvisierten Zutaten experimentieren.

Die Familie meines Mannes ist christlich geprägt. Es ist allerdings in Kuba nicht außergewöhnlich, dass Familienmitglieder unterschiedlichen Religionen angehören. Das ist in Deutschland doch eher ungewöhnlich.

In seiner Familie wird auf jeden Fall Weihnachten gefeiert, auch wenn man sich das nicht so vorstellen sollte, wie bei uns in Europa. Es sind doch einige Traditionen verloren gegangen und bei den Jüngeren hat man das Gefühl, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was Weihnachten ursprünglich bedeutet.

Es geht eigentlich mehr oder weniger um die Chance auf eine weitere Party mit Spanferkel und Getränken, gesponsert von der Verwandtschaft aus dem Ausland. Der Vorschlag meines Mannes und mir die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorzulesen wurde allerdings sehr positiv aufgenommen und hat dem Fest dann doch zumindest anfänglich noch einen etwas besinnlichen Touch gegeben.

Am Ende wurde es dann trotzdem ein ausgelassenes Fest mit viel Alkohol, lauter Musik, Tanz und durch die allgemeine Überlastung des kubanischen Energiesystems dann auch noch einem Stromausfall.

Ich möchte die Erfahrung auf jeden Fall nicht missen.

Die 2 zufriedenen „Bäckerinnen“.

 

Kubanischer Flan

  • 1 Dose (… ml gezuckerte Kondensmilch)
  • 1 Dose (… ml Kondensmilch 10 %)
  • 3 Eier
  • Vanilleextrakt oder Inhalt einer Vanilleschote
  • 1 Tasse Zucker
  • 2 – 3 EL Wasser
  • 2 unterschiedlich große (in einander passende feuerfeste Formen)
  1. Backofen auf … Grad vorheizen.
  2. Kondensmilch gezuckert und ungezuckert mit den Eiern und dem Vanilleextrakt mit einem Handrührgerät verrühren.
  3. Zucker in eine Pfanne geben und mit dem Wasser beträufeln. Pfanne heiß werden lassen. Solange erhitzen bis der Zucker anfängt zu bräunen. Dabei nicht umrühren. Warten bis ein flüssiges Karamell entsteht. Aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird und vorsichtig arbeiten, da das Karamell sehr heiß wird. Kinder am besten aus der Küche schicken.
  4. Eine feuerfeste Form (die kleinere der beiden Formen) mit dem Karamell ausgießen.
  5. Kondensmilch-Creme auf das Karamell schütten. In die größere Form stellen und den Zwischenraum mit Wasser füllen um ein Wasserbad zu erzeugen. Dann große Form in den Backofen stellen und bei … Grad ca. 45 min. stocken lassen.
  6. Kleine Form aus der großen Form nehmen. In noch heißem Zustand auf eine Platte stürzen.
  7. Bon aproveco!