Rhabarber Pie, Himbeeren, Experiment

Rhabarber Pie, Himbeeren, Experiment

Ich habe mich an ein Experiment gewagt, und zwar an die erste Rhabarber Pie nach englischer/amerikanischer Art. Eigentlich wollte ich das schon lange einmal probieren, aber die Rhabarber-Saison ist leider immer so kurz und ich stehe eben auch sehr auf diesen klassischen Rhabarber-Kuchen mit Baiser. Klassischerweise macht man diese Rhabarber Pie zusammen mit Erdbeeren. Ich bin allerdings kein großer Fan von dieser Kombination (bzw. mag ich keine gekochten/gebackenen Erdbeeren), und habe mich daher für Himbeeren entschieden. Saisonal wären Erdbeeren natürlich besser, daher habe ich mich dann auch für Tiefkühl-Himbeeren entschieden, was dem Geschmack aber auch nicht geschadet hat.

Mit der Füllung war ich auf jeden Fall mehr als zufrieden, ob ich mir die Arbeit mit dem typischen Pie-Teig noch mal machen würde, weiß ich nicht. Ich glaube, man muss damit aufgewachsen sein – mir schmeckt ein „normaler“ Mürbeteig besser. Aber das ist ja Geschmacksache. Und das Experiment habe ich trotzdem gerne gemacht. Man lernt dadurch ja immer wieder etwas Neues dazu.

Wie ich zu diesem wunderbaren Rhabarber kam:

Mein Mann und ich besuchten, zum ersten Mal nach dem Corona-Lockdown, wieder meine Eltern. Meine Eltern leben in einem Haus mit einem wunderschönen Garten, der zur Hälfte zum entspannten Verweilen einlädt, zur anderen Hälfte zum Beeren- und Gemüseanbau genutzt wird. Da sie die letzten Wochen das Haus nicht verlassen durften und sich so intensiv dem Gartenbau widmen konnten, ist der Garten dieses Jahr in einem besonders schönen Zustand. Also, nicht schön im Sinne von perfekt – der Garten meiner Eltern ist eher so im Stil eines alten Bauerngartens gehalten. Es ist eine Mischung aus Beeten, Wiese, Blumen, Bäumen, Beerensträuchern und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Es steckt eine Menge Herzblut in diesem Garten.

Wenn ich dort auf Besuch bin, bin ich in der glücklichen Lage, mich dort an dem reifen Obst und Gemüse bedienen zu dürfen. Da nicht gedüngt wird, ist natürlich alles in einer nicht zu übertreffenden Bio-Qualität. Was für eine Freude!

Nun aber zum Rezept der Rhabarber Pie mit Himbeeren:

Rhabarber Pie mit Himbeeren

Teig:

  • 450 g Weizen-Mehl (550 er)
  • 60 g Zucker
  • 110 g Butter
  • 110 g Pflanzenfett
  • 2 Eigelb
  • ca. 8 EL Eiswasser
  • 1 TL Salz

Füllung:

  • 600 g Rhabarber (geschält und klein geschnitten)
  • 350 g Himbeeren ((es geht auch TK))
  • 170 g brauner Zucker
  • 25 g Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Vanillezucker
  • Zucker zum Bestreuen
  • Sahne zum Bestreichen
  1. Zutaten für den Teig vorbereiten und abwiegen.

  2. Zutaten für Füllung vorbereiten und abwiegen.

  3. Mehl, Zucker, gesamtes Fett in eine Schüssel geben. Wenn man keinen Pie-Cutter besitzt kann man sich mit einer großen Gabel behelfen. Ich habe einen Spätzlesschaber aus Metall benutzt. Es geht darum eine krümelige Masse herzustellen, die möglichst wenig warm werden soll.
  4. Eigelb und löffelweise Eiswasser dazugeben und unterarbeiten. Dann sehr kurz noch mit den Händen durchkneten bis der Teig gerade so zusammen hält. Er darf nicht wirklich homogen sein. Nur so wird die gewünschte schuppige, blätterige Konsistenz einer typischen Pie erhalten.
  5. In Frischhaltefolie wickeln und ca. eine Stunde kalt stellen.
  6. Pieform ausfetten.
  7. Backofen auf 200° C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  8. Ein bisschen mehr als die Hälfte des Teigs zwischen Frischhaltefolie ausrollen und in die Form legen. Restlicher Teig wieder in den Kühlschrank legen. Er sollte nicht zu warm werden.
  9. Einen hohen (eventuellen wellenförmigen) Rand ausformen. Die Wellen erreicht man, in dem man den Teig mit dem Daumen der einen Hand „gegen“den Daumen und Zeigefinger der anderen Hand formt. Dann Teig mit Backpapier abdecken und mit Backerbsen füllen und ca. 10 min. blindbacken.

  10. In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Füllung zusammen mischen.
  11. Form aus Backofen nehmen. Füllung auf Teig verteilen.

  12. Restlicher Teig ausrollen, Formen ausstanzen oder auf einer anderen Weise für Luftlöcher sorgen. Man kann auch nur ein Gitter aus Teig auf der Füllung anbringen.

  13. Piedeckel mit Sahne bestreichen und mit Zucker bestreuen.
  14. Bei 200° C (Ober- und Unterhitze) 20 Minuten backen. Dann Hitze auf 180° C reduzieren und weitere 45 Minuten backen. Ich habe die letzten 10 Minuten die Hitze auf 150° C reduziert und weiter mit Umluft gebacken. Dann hatte ich die gewünschte Bräunung auch in der Mitte der Pie.
  15. Pie komplett auskühlen lassen. Erst dann anschneiden.

Versucht doch auch einmal diese Rhabarber Pie zu backen! Bin gespannt auf eure Rückmeldungen! Bis bald und bleibt gesund!

Matcha Macarons, Avocado, Lemon Curd

Matcha Macarons, Avocado, Lemon Curd

Blogger Aktion

Juhu, mein Blog wird flügge!

Ich gestehe, dass ich mich bisher noch sehr wenig darum gekümmert habe, meinen Blog bekannt zu machen. Da ich den Blog nur nebenbei betreibe, liegt es natürlich am meisten an der Zeit. Auch merke ich, dass mir das Backen und das Geschichten erzählen sehr viel Spaß macht, ich mich mit dem „Social-Media-Ding“ aber noch etwas mehr anfreunden muss.

Nun mache ich also heute den Anfang und mache zum ersten Mal mit einem Beitrag – und zwar mit dem Beitrag über Matcha Macarons – bei einer Blogparade mit. Da es sich um eine kulinarische Weltreise handelt, fahre ich – im Moment leider nur virtuell – zusammen mit Volker (von Volkermampft), unserem Reiseleiter, und einigen anderen Bloggern nach Frankreich. Dort werden wir uns wie Gott in Frankreich den süßen und salzigen französischen Delikatessen widmen.

Ich habe mich früher immer etwas über den Hype, der um Macarons gemacht wurde, gewundert. Das war allerdings bevor ich zum ersten Mal selbst gemachte frische und vor allem fruchtige Macarons probiert habe. Ich kannte bis dahin nur die Macarons aus dem Supermarkt, die meistens mit einer (eben sehr lange haltbaren) Buttercreme gefüllt sind. Es war eine Offenbarung, sage ich euch! Es ist so ein Unterschied zwischen selbst frisch hergestellten (natürlich nach der erforderlichen Reifezeit) Macarons und gekauften. Zumindest, wenn man sich nicht gerade in Paris in dem Geschäft eines Pâtissiers befindet. Da bekommt man diese Schätzchen natürlich auch zu Gesicht.

Nun aber zu meinen Matcha Macarons:

Macarons (oder eben Matcha Macarons) sind eigentlich nicht grundsätzlich schwierig zu machen. Ok, am Anfang ist es vielleicht ein bisschen mühsam bis man das Equipment zusammen hat. Das Problem ist allerdings, dass Macarons kleine Diven sind. Sie reagieren eben auf die kleinsten Kleinigkeiten, d.h. Klima, Backofen, Konsistenz der Masse usw. Möchte man sich dem Thema Macarons langfristig widmen, ist es gut, sich die jeweiligen Erfahrungen zu notieren und vor allem sich mit den Tücken seines Backofens vertraut zu machen.

Ich habe mich für diese Matcha Macarons entschieden, da ich kein Freund von künstlichen Farbstoffen bin (obwohl es bei Farbstoffen für Macarons auch erhebliche Unterschiede gibt, manche sind weniger künstlich, manche mehr). Es geht mir hierbei zum einen um den gesundheitlichen Aspekt und zum anderen um die Optik. Wenn man Macarons mit natürlichen Zutaten (wie z.B. Matcha-Pulver, Rote Beete-Pulver oder auch Kakao) färbt, sieht das eben wunderbar zart und unaufdringlich aus.

Vielleicht ist ja meine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einen oder Anderen interessant, um endlich mal eine Vorstellung zu bekommen, wie das denn mit der Herstellung der Macarons so läuft. Ich bin ja so ein Mensch, der immer gerne alles verstehen will, ohne immer alles selber ausprobieren zu müssen.

Wünsche auf jeden Fall viel Spaß mit dieser Anleitung und dem Rezept und „A bientôt“!

 

Matcha-Macarons mit Avocado-Lemoncurd-Füllung (für ca. 40 – 50 Macarons = ca. 80 – 100 Schalen)

Schalen

  • 110 g gehobelte geschälte Mandeln
  • 110 g Puderzucker
  • 10-20 g Matchapulver (je nachdem wie intensiv die Farbe werden soll)
  • 100 g Zucker
  • 40 g Eiweiß
  • 36 g Eiweiß
  • 25 g Wasser

Ganache

  • 100 g reife Avocado
  • 1 Zitrone, Saft
  • 130 g weiße Kuvertüre
  • 5 g Glucose
  • 40 g Lemoncurd

Vorbereitung am Tag davor:

  1. Equipment bereit legen.

  2. Eier trennen (Manche Patissiers schwören sogar darauf, die Eier bereits ein paar Tage vorher zu trennen).
  3. Tant pour Tant (die Mischung aus Mandeln, Puderzucker und Matchapulver) herstellen
  4. Eventuell schon die Zutaten vorbereiten und abwiegen.

  5. Ganache herstellen, da die Ganache eine Nacht in den Kühlschrank muss.

Tant pour Tant herstellen (kann auch gekauft werden, dann muss eben noch Matcha Pulver zugegeben werden)

  1. In einem Food Processor die Mandeln, den Puderzucker und das Matcha-Pulver mixen.

  2. Lieber öfters kurz, als gleich zu lang mahlen lassen. Es soll ein feines Pulver entstehen. Wenn man zu lange mixt wird es flüssig und klebrig.

  3. Pulver durch ein Sieb streichen, damit man ein sehr feines Pulver erhält.

    Dann auf genau 200 g abwiegen!!!

Ganache herstellen

  1. Vorbereitete Zutaten bereit legen.

  2. Avocado aus der Schale lösen und umgehend mit dem Zitronensaft mischen. Zerdrücken und leicht erwärmen

  3. Die Kuvertüre hacken.

  4. In der Mikrowelle (oder über einem Wasserbad) bei 600 W in 20 Sekunden-Schritten die Kuvertüre verflüssigen. Dabei immer wieder umrühren.

  5. Die Glucose mit nassen Fingern aus der Dose entnehmen und zu der Kuvertüre geben. Verrühren. Man kann die Glucose auch weglassen, sie verbessert allerdings die Konsistenz der Ganache.

  6. Die Avocadomasse zur Kuvertüre geben.

  7. Alles mit einem Mixstab "vermischen". Glasschale mit einer Frischhaltefolie abdecken und im Kühlschrank über Nacht fest werden lassen.

Schalen herstellen (am Tag der Herstellung):

  1. Eiweisse aus dem Kühlschrank nehmen. Sie sollten zimmerwarm sein.

  2. Bleche bereitstellen und Ofen auf 140 C Umluft vorheizen.
  3. Spritzbeutel vorbereiten, d.h. Tülle einfügen und vorne mit einer Wäscheklammer abklemmen. Spatel zum Einfüllen der Masse zurecht legen.
  4. In den kleinen Topf die 100 g Zucker und das Wasser geben. Das Zuckerthermometer in den Topf setzen.
  5. 40 g Eiweiß in eine Schüssel geben. Das Handrührgerät parat legen.

  6. 36 g Eiweiß in die andere Schüssel geben und mit dem Tant pour Tant vermischen.

  7. 40 g Eiweiß leicht anschlagen. Gleichzeitig den Zucker und das Wasser langsam auf 118° C erhitzen.
  8. Wenn der Zucker ca. 110 ° C erreicht hat, das Eiweiß auf der höchsten Stufe weiter schlagen.
  9. Bei 118° C den Topf vom Herd nehmen und die Flüssigkeit über das geschlagene Eiweiß geben. Dabei das Eiweiß weiter schlagen bis es sich auf ca. 40° C runter gekühlt hat. Das dauert ca. 2 Minuten. Die italienische Meringue bildet nun die für sie so typischen Spitzen.

  10. Meringue in 4 Teilen nach und nach zu der grünen Mandelmasse geben und vorsichtig unterheben.

  11. Nun kommt der Schritt des "macaronner", d.h. man kratzt die Masse am Schüsselrand entlang. Das macht man so lange bis die Masse langsam in einem Art Band von der Teigkarte runterfällt.

  12. Mit einem Spatel die Masse in den Spritzbeutel füllen.

  13. Nun die Masse in Kreisen von 2,5 – 3 cm spritzen (so groß wie eine 2-Euro-Münze). Dabei hält man den Spritzbeutel senkrecht über den Punkt, den man anvisiert und drückt die Menge raus, bis die Größe erreicht ist. Dann nach oben absetzen.

    Dabei einen Abstand von ca. 3 cm zwischen den einzelnen Schalen halten.

    Nun Backblech vom Tisch nehmen. Platz auf dem Küchenboden suchen und Blech aus einer Höhe von ca. 20 cm auf den Boden fallen lassen. Damit werden eventuelle Luftbläschen entfernt. Zusätzlich kann auch noch von unten mit der Hand gegen das Blech geschlagen werden.

    Manche Patissiers schwören darauf, die Macarons nun leicht antrocknen zu lassen (ca. 20 – 30 min.). Dabei geht es um die Füsschen, die beim Backen entstehen sollen.

  14. Die Schalen nun 12 – 13 min. backen. Dabei ist es sehr wichtig das Verhalten seines Ofens zu beobachten bzw. bereits zu kennen. Eventuell kann man nach ein paar Minuten das Blech drehen, wenn man merkt, dass die Temperatur im Ofen ungleichmäßig ist.

  15. Zum Abkühlen die Matte mit samt den Macarons vom Blech runter auf den Tisch rüber ziehen. Das Blech wieder komplett auskühlen lassen, bevor man es wieder verwendet. Daher besser mit mehreren Blechen und Matten arbeiten.

    Mit einer kleinen Palette die Macarons vorsichtig von der Matte lösen.

  16. Ganache in einen Spritzbeutel füllen.

  17. Lemon Curd in einen Spritzbeutel füllen.

  18. Jeweils 2 gleich große Macarons zuordnen. Die Unterseite mit einem Ring aus Ganache versehen. Die Mitte mit Lemon Curd füllen.

  19. Schalen auf einander setzen.

  20. Macarons luftdicht verschließen und im Kühlschrank "reifen" lassen. Bei dieser Sorte von Macarons (d.h. mit einer Schokoganach gefülllt) dauert dies ca. 24 Stunden bis sie die perfekte Konsistenz erreicht haben.

 

Ich reiste nicht alleine nach Frankreich. Dies sind die Leckerbissen, die meine Blog-Kollegen gefunden haben:

Volker von Volkermampft mit Boeuf Bourguignon – das französische Gulasch Britta von Backmaedchen 1967 mit Clafoutis-französischer Kirschauflauf Ulrike von Küchenlatein mit Rezension Poilâne: The Secrets of the World-Famous Bread Bakery Ulrike von Küchenlatein mit Sauerteigbrot im Poilâne-Stil Susanne von magentratzerl mit Galette mit Sardine und eingelegter Zitrone Susanne von magentratzerl mit Gefüllte Artischocken Susanne von magentratzerl mit Kouign patates – Bretonische Kartoffel-Käseplätzchen Tina von Küchenmomente mit Financiers aux myrtilles – Kleine Mandelkuchen mit Blaubeeren aus Frankreich Ronald von Fränkische Tapas mit Tarte Tatin Conny von Mein wunderbares Chaos mit Cannelés Bordelais Sylvia von Brotwein mit Französisches Baguette – Das Original selbst backen Sylvia von Brotwein mit Französisches Landbrot mit Sauerteig Sylvia von Brotwein mit Crêpes Grundrezept für Teig und Crêpes Suzette Britta von Brittas Kochbuch mit Quiche Lorraine Britta von Brittas Kochbuch mit Axoa de Canard d’Espelette (Baskische Entenhackfleischpfanne) Britta von Brittas Kochbuch mit Coq au Riesling Conny von Mein wunderbares Chaos mit Tarte Dijon Britta von Backmaedchen 1967 mit Éclairs mit Crème pâtissière Cornelia von SilverTravellers mit Französisches Gulasch mit Pilzen und Rotwein Wilma von Pane-Bistecca mit Geroestetes Knochenmark auf zwei Arten – Os a Moelle Ulrike von Küchenlatein mit Orgeat-Sirup hausgemacht Ulrike von Küchenlatein mit La Mauresque und andere französische Aperitifs Petra von Chili und Ciabatta mit Fondant au chocolat Susi von Turbohausfrau mit Radieschenblättersuppe Nadine von Möhreneck mit Crème caramel (vegan) Tina von Küchenmomente mit Französischer Himbeer-Marmorkuchen (Cake marbré framboise) Volker von Volkermampft mit Pain au cafe – Espresso Brot Volker von Volkermampft mit Le pain au levain – Französisches Weizenbrot Wilma von Pane-Bistecca mit Gougeres von Alain Ducasse Gabi von Langsam kocht besser mit Blanquette de Veau (Kalbsfrikasse aus dem Slowcooker) Conny von Mein wunderbares Chaos mit Pain Brié Petra von Chili und Ciabatta mit Le broufado – Schmorgericht aus der Camargue Ulrike von Küchenlatein mit Tartine For’Bon Petra von Chili und Ciabatta mit Chinois alsacien – Schneckekueche aus dem Elsass Ulrike von Küchenlatein mit Straßburger Zwiebelsuppe Ulrike von Küchenlatein mit Kastenbrot mit Pfeffer und der perfekte Toast Tanja von Tanjas bunte Welt mit Crepe Suzette Wilma von Pane-Bistecca mit Vanilla Caramel Madeleines Wilma von Pane-Bistecca mit Rhabarber Tarte Tatin Ulrike von Küchenlatein mit Avocado Tartine mit Banane und Zitrone Petra von Chili und Ciabatta mit Königinpastetchen mit Kalbsbries und Morcheln – Bouchées à la reine, ris de veau et morilles Britta von Brittas Kochbuch mit Chouquettes Sylvia von Brotwein mit Galette bretonne: Grundrezept und „complète“ mit Schinken, Käse, Ei Michael von SalzigSüssLecker mit Bretonische Vorspeisen aus Concarneau – Vive la France  Wilma von Pane-Bistecca mit Vanilla Souffle Volker von volkermampft mit Pain Marette (pain de campagne) – französisches Weißbrot Volker von volkermampft mit Bouillabaisse à la Marseille – die klassische französische Fischsuppe Katja von Kaffeebohne mit Zwiebel-Tarte Nanni von Helden der Vorzeit mit Cuisine francaise: Schoko-Kuchen – Gâteau reine de Saba Carina von Coffee2Stay mit Französisches Käsesoufflé Carmen von Tanz auf der Tomate mit Le Croque Monsieur

 

 

Banoffee Pie, Banane, Toffee

Banoffee Pie, Banane, Toffee

Habt ihr schon mal den Namen Banoffee Pie gehört? Macht nichts, ich bis vor ca. einem Jahr auch nicht.

Im August letzten Jahres habe ich in Paris an einem Croissant-Kurs mitgemacht (ich berichtete…). Dort wurden alle Teilnehmer nach ihren Lieblingssüßigkeiten gefragt. Bis auf mich und 2 Japanerinnen kamen alle aus England oder Amerika und es tauchte mehrmals der Name Banoffee Pie auf. Ich wurde hellhörig. Dieser Name sagte mir bisher nichts und sogleich am Nachmittag fing ich an zu recherchieren. Die Zutaten hörten sich für mich zwar sehr gehaltvoll an, die Kombination konnte ich mir aber sofort sehr gut zusammen vorstellen.

Zurück in Deutschland habe ich diese Banoffee Pie dann ausprobiert und seitdem gehört sie zu meinem festen Repertoire. Man hat diese Zutaten eigentlich immer im Haus, zumindest, wenn man das Karamell selbst herstellt. Oder man legt sich eben einen kleinen Vorrat an karamellisierter Kondensmilch an, die man inzwischen sogar in manchen Supermärkten kaufen kann. Schaut bei diesen russischen Lebensmitteln. Die Dosen sind unendlich haltbar.

Man kann diesen Kuchen übrigens auch wunderbar mit Kindern zusammen backen, d.h. backen muss man ihn ja eigentlich gar nicht. Vor allem sind bei der Dekoration der Banoffee Pie der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann sich mit der Schokolade ein bisschen austoben.

Banoffe Pie, einfach und schnell

  • 200 g Butterkekse oder Vollkornkekse
  • 125 g Butter
  • 1 Dose karamellisierte Kondensmilch (oder selbstgemachtes Butterkaramell oder Dulce de Leche)
  • ca. 3 Bananen
  • Zitronensaft
  • 200 g Sahne
  • 1 Becher Schmand
  • Vanilleextrakt
  • 1 Päckchen Sahnesteif
  • 40 g dunkle Schokolade
  1. Zutaten vorbereiten und abwiegen.
  2. Kekse mit einem Wellholz zerkleinern. Butter schmelzen und mit den Kekskrümmeln vermischen.
  3. In eine Form pressen. Man kann dazu einen Kartoffelstampfer benutzen. Karamell (bzw. karamellisierte Kondensmilch) auf dem Boden verteilen und mind. 1 Stunde kaltstellen.

  4. Boden auf die Tortenplatte verschieben. Er sollte eigentlich durch die Kälte ganz gut zusammen halten.

  5. Bananen in Scheiben schneiden und in Zitronensaft wenden. Scheiben dann auf dem Boden auslegen.
  6. Sahne mit dem Vanilleextrakt und dem Sahnesteif steif schlagen. Dann den Schmand ein bisschen aufschlagen und mit einem Löffel mit der Sahne vermischen. Sahne-Schmand-Mischung auf den Bananen verteilen und noch einmal kalt stellen.
  7. In der Zwischenzeit die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Kuchen wieder aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Backpinsel die Schokolade auf der Sahne verteilen. Bis zum Verzehr wieder kalt stellen und dann genießen!

Ich warne hier schon mal davor, dass diese Pie süchtig macht. Ich möchte also keine Klagen hören, aber gerne Kommentare dazu, wie euch der Kuchen geschmeckt hat.

Viel Spaß mit dem Rezept und bleibt weiterhin gesund!

Orangenkuchen, Ottolenghi, London

Orangenkuchen, Ottolenghi, London

Normalerweise backe ich ja nicht einfach nur Rezepte nach. Ich verändere sie gerne und gebe ihnen eine persönliche Note. Es gibt allerdings ein Rezept, dass man meiner Meinung nach nicht besser machen kann, es ist einfach perfekt wie es ist. Bei dem Rezept handelt es sich um den Orangenkuchen von Ottolenghi.

Jetzt muss ich mal ein bisschen lobhudeln. Yotam Ottolenghi ist ein Gastronom, der (zusammen mit noch ein paar anderen kreativen Menschen) in London einige Restaurants und Delis betreibt. Seit vielen Jahren bin ich bereits Fan, ihrer Art zu kochen und zu backen. Es ist nicht nur die Mischung aus Orient (Ottolenghi kommt ursprünglich aus Israel) und Okzident, es ist die Konzentration auf Geschmack und weniger auf Firlefanz, die mich so begeistert.

Nun aber wieder zu besagtem Orangenkuchen. Eigentlich wollte ich diesen Kuchen zum Ende der Blutorangen-Saison mit dunkelroten Blutorangen backen. Bei unserem Türken um die Ecke bin ich auch fündig geworden, allerdings entpuppten sich die Blutorangen innerlich als eher Mischlinge. Naja, dem Geschmack hat es keinen Abbruch getan und optisch bin ich trotzdem zufrieden mit meinem Kuchen.

Was diesen Kuchen ausmacht, ist der Geschmack und die Konsistenz. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, zu loben. Es ist einfach die Mischung aus Mandelkuchen, Orangen, Karamell und am allerbesten ist die Polenta. Sie saugt den Saft der Orangen (und auch ein bisschen das Karamell) auf und sorgt für die perfekte Textur des Orangenkuchens.

Einfach mal ausprobieren, ihr werdet bestimmt genauso begeistert sein. Ich kann es mir einfach nicht anders vorstellen. Berichtet mir gerne einmal…

Bis hoffentlich bald! Bleibt gesund!

Orangen-Mandel-Kuchen nach Ottolenghi

Teig:

  • Butter zum Einfetten der Form
  • 50 g Weizenmehl (Type 450)
  • 1 TL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • 200 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 3 Eier (verquirlt)
  • 20 g Orangenblütenwasser
  • Abrieb einer Bio-Orange
  • 240 g gemahlene Mandeln
  • 120 g Instantpolenta

Belag:

  • 3 – 4 Bio-Orangen ((in der Saison von Januar bis April sind Blutorangen toll))

Karamell:

  • 90 g Zucker
  • 20 g Butter ((habe ich weggelassen))

Glasur:

  • 4 EL Orangenmarmelade ((habe ich weggelassen))
  1. Alle Zutaten des Teiges vorbereiten und abwiegen.
  2. Eine runde unten geschlossene Tarteform ausfetten. Ist es eine Form mit losem Boden, muss ein Backpapier so eingelegt werden, dass auf keinen Fall Flüssigkeit austreten kann.
  3. Karamell herstellen, indem man den Zucker zusammen mit 2 EL Wasser in eine Edelstahlpfanne (oder eine andere Pfanne, die man problemlos sehr stark erhitzen kann und die sich auch hinterher wieder gut reinigen lässt) gibt. Stark erhitzen bis sich der Zucker auflöst und sich langsam in ein goldenes Karamell verwandelt. Dabei immer bei der Pfanne bleiben, der Zucker wird sehr heiß und verbrennt dann auch schnell. Kinder am besten aus der Küche schicken. Ich habe mir angewöhnt nicht im Zucker herumzurühren.
  4. Boden der Tarteform zügig mit dem Karamell ausgießen.
  5. Orangen mit einem Messer von der Schale (mit samt der weißen Haut) befreien.

  6. In Scheiben schneiden.

  7. Orangenscheiben auf dem Boden der mit Karamell bedeckten Tarteform eng auslegen.
  8. Backofen auf 170°C Umluft vorheizen.
  9. Butter und Zucker mit einem Handrührgerät (oder einer Küchenmaschine) aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Langsam die Eier dazu geben und untermischen. Die geriebene Orangenschale und das Orangenblütenwasser hinzufügen. Dann die gemahlenen Mandeln, die Polenta und das Mehl mit dem Backpulver und dem Salz dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
  10. Die Masse vorsichtig auf den Orangenscheiben verteilen. Die Orangenscheiben sollten sich möglichst nicht verschieben. Die Oberfläche mit einer Palette glätten.

  11. Den Kuchen 40 – 45 Minuten bei 170° backen. Stäbchenprobe machen. Wenn nichts am Holzstäbchen hängen bleibt, ist der Kuchen fertig.

  12. Noch warm auf eine Kuchenplatte stürzen.
  13. Kuchen komplett auskühlen lassen. Für die Glasur die Orangenmarmelade mit 1 EL Wasser in einem Topf aufkochen und durch ein Sieb passieren. Den Kuchen mit dieser noch warmen Glasur bestreichen.

Pastiera, Ostern, Italien

Pastiera, Ostern, Italien

Diesen Beitrag widme ich dem Land Italien und seinen momentan sehr geschundenen Einwohnern. Mein Mitgefühl gilt vor allem denen, die in dieser schlechten Zeit Angehörige verloren haben. Hoffen wir, dass wir uns sehr bald in diesem wunderschönen Land wieder begegnen können und wir Alle unsere Lebensfreude zurückgewinnen werden. Vielleicht trifft man sich ja dann auf ein Stück Pastiera. Sie schmeckt auch nach Ostern wunderbar.

Wie ich zu dem Rezept der Pastiera kam:

In dem Stadtteil, in dem ich in München lebe, gibt es einen italienischen Großhandel, in dem allerdings auch Leute ohne Gewerbeschein einkaufen können. Ich bin dort regelmäßig und fülle meinen Bestand an Teigwaren und vor allem auch meinen Mehl- und Olivenölbestand auf.

Nun war ich vor ca. 4 Wochen mal wieder dort. Durch einen „Zufall“ fiel mein Blick auf Gläser, die mit einer eher merkwürdigen Zutat gefüllt waren. Es sah ein bisschen aus wie eine Art Reisbrei im Glas. Ich fing an das Etikett zu studieren. Der Name war Grano Cotto – gekochter Weizen, also. Zum Glück spreche ich etwas Italienisch und Zutatenlisten verstehe ich außerdem sowieso immer rein intuitiv zumindest, wenn sie nicht in arabischen oder kyrillischen oder asiatischen Buchstaben/Zeichen geschrieben sind.

Es befand sich auf der Rückseite des Glases sogar ein Rezept für einen süßen Kuchen mit dem Namen Pastiera di Grano. Das ist ja perfekt, dachte ich. Da wird mir sogar noch das Rezept dazu geliefert. Ich zügte mein Smartphone und meine Recherche ergab, dass es sich bei der Pastiera  um einen italienischen Osterkuchen handelt. Das wurde ja immer perfekter. So eine wirkliche Osteridee hatte ich eh noch nicht für meinen Blog.

Im Internet fand ich dann noch die andere sehr wichtige Zutat für diesen Kuchen. Es ist ein konzentriertes Orangenblütenwasser, eine Art Essenz. Da ich keine süditalienischen Verwandten habe, kann ich – ohne enterbt zu werden – behaupten, dass man diesen Kuchen auch gut mit normalem Orangenblütenwasser zubereiten kann, sollte es ein Problem sein, es zu bekommen bzw. möchte man keine extra Bestellung im Internet dafür auslösen. Es kommt dann eben auf die Dossierung an. Bei der Essenz sollte man eher vorsichtig sein, beim Wasser kann man dann eher verschwenderisch sein.

Auch bin ich der Überzeugung, dass man den Weizen durch Milchreis ersetzen kann. Wie gesagt, ich behaupte das nur, da ich keine neapolitanische Familien-Rache befürchten muss!

Vom Ergebnis waren ich und Alle, die diesen Kuchen probiert haben, restlos überzeugt. Die Pastiera ist ein Traum und es ist absolut nachvollziehbar, dass dieser Kuchen ein traditioneller Osterkuchen ist. Es wird einfach an gar nichts gespart, was früher während der Fastenzeit verboten war: Eier, Butter (im Originalrezept wird Schweineschmalz verwendet!), Milchprodukte usw. Mehr geht einfach nicht und die Zusammensetzung und das Aroma der Pastiera ist einfach unschlagbar. Man sollte allerdings kandierte Früchte mögen.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Bereitet die Pastiera bereits 2 – 3 Tage früher zu. Sie schmeckt durchgezogen sogar noch besser.

Jetzt werde ich euch aber nicht weiter auf die Folter spannen und endlich das Rezept von der Rückseite des Glases enthüllen:

Pastiera di Grano

 

Ich wünsche euch Allen wunderschöne und friedliche Ostern! Berichtet mir doch, ob ihr eine Pastiera gebacken habt und wie ihr eventuell die fehlenden Zutaten ersetzt habt.