Paris, Pain au Chocolat, Croissant

Paris, Pain au Chocolat, Croissant

Dieses Jahr im August habe ich in Paris an einem Croissant-Backkurs teilgenommen. Nun bin ich endlich mal dazu gekommen, zuhause dieses Croissant Rezept nach zu backen. Ich bin positiv überrascht von dem Ergebnis und wie einfach es im Grunde genommen ist. Man braucht ein bisschen Zeit und Geduld, aber es ist absolut machbar. Und selbstgemachte Croissants sind einfach so viel besser. Man möchte eigentlich nie wieder ein „Massenware-Croissant“ essen.

Zum Glück  besinnen sich langsam auch in Deutschland wieder einige Bäcker und Konditoren auf ihre alten Werte. D.h., es wird wieder Butter anstatt günstiger Ersatzfette benutzt, auf fertige Backmischungen mit künstlichen Backtriebmittel verzichtet und man lässt den Teigen wieder mehr Zeit langsam aufzugehen. So erhält man eine bessere Verträglichkeit der Backwaren, abgesehen natürlich von einem besseren Geschmack und einer tollen Konsistenz.

Der Kurs war eine tolle Erfahrung. Ich bin ja normalerweise im Urlaub ein Langschläfer, die Fahrt morgens mit dem Bus von unserer gemieteten Wohnung zu der „Backstube“ war allerdings bereits den Aufwand wert. Über die Seine – vorbei an der, in der Morgendämmerung noch beleuchteten Pyramide des Louvres – was will man mehr.

Ich hatte bereits schon Erfahrung mit selbst gemachtem Blätterteig, die Zubereitung von Croissants unterscheidet sich allerdings etwas, da bei dem Teig zusätzlich mit Hefe gearbeitet wird. Es sind aber nicht so viele Touren (Faltungen) nötig, daher ist ein Croissant-Teig eigentlich sehr viel weniger aufwendig als ein „normaler“ Blätterteig.

Vielleicht ist es trotzdem empfehlenswert einen Kurs zu besuchen um alle Feinheiten zu lernen. Es gehört vor allem auch ein gewisses Wissen über die Zutaten dazu. Was für eine Rolle spielt das Gluten im Mehl und wie muss man damit umgehen, damit es nicht zu schnell „aktiviert“ wird? Dasselbe gilt natürlich auch für die Hefe.

Ich möchte euch aber natürlich nicht davon abhalten, es mit meinem Croissant Rezept selbst zu versuchen. Und dann gibt es vielleicht auch bei euch ein Frühstück im Bett am Sonntag?

 

Rezept Croissant und Pain au Chocolat

  • 10 g frische Hefe
  • 25 g Zucker
  • 7 g Salz
  • 20 g Butter
  • 60 g Wasser
  • 60 g Milch
  • 250 g Mehl (Manitobamehl oder Weizenmehl 550)
  • 150 g Butter ((bevorzugt Ziehbutter))
  • 1 Ei zum Bepinseln
  • Dunkle Schokoladestäbchen
  1. Zutaten abwiegen
  2. Mehl sieben, den Zucker, das Salz, die frische Hefe (das Salz sollte die Hefe möglichst nicht berühren), die Butter, das Wasser und die Milch in die Schüssel einer Küchenmaschine (mit Knethaken) geben. Ca. 5 min. bei niedriger Geschwindigkeit und dann 10 min bei einer mittleren Geschwindigkeit kneten. Solltet ihr mit Manitobamehl arbeiten, unbedingt auf die Außentemperatur achten. Es sollte eher kühl in eurer Küche sein. Ansonsten könnte die Aktivierung, des im Manitobamehl enthaltenen Gluten, zu früh aktiviert werden. Den Teig einwickeln (Frischhaltefolie oder Bienenwachstuch) und mindestens für 1 Stunde in den Kühlschrank legen. In der Zwischenzeit die Butter (bevorzugt Ziehbutter, die aber in Deutschland sehr schwer in kleinen Mengen zu erhalten ist) zwischen einem Stück Folie oder einem Stück Butterbrotpapier zu einem 5 mm dicken Quadrat ausrollen. Es sollte so ca. 15 x 15 cm groß werden.
  3. So sieht der Teig dann aus, wenn er aus dem Kühlschrank kommt.
  4. Den vorbereiteten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Wellholz den Teig ausrollen, dass er die gleiche Breite wie die Butter erhält (also ca. 15 cm). In der Länge sollte er doppelt so lang sein, wie die Butter (also ca. 30 cm).
  5. Die Butter in den Teig „einschlagen“.
  6. Mit der Handfläche Spalte gut verschließen.
  7. Den Teig mit der Spalte vertikal vor dich legen. Mit einem Wellholz ein paar „Rillen“ eindrücken um zu vermeiden, dass das Butterstück bricht anstatt sich gleichmäßig zwischen dem Teig zu verteilen. Teig mit Mehl nur besprenkeln um zu vermeiden, dass er kleben bleibt.
  8. Den Teig ausrollen. Die Länge auf ca. die 3-fach Breite. D.h. wenn der Teig 15 cm breit ist, muss die Länge 45 cm sein. Dabei möglichst rechteckig bleiben. Nicht wie ich… 😉
  9. Mehl mit einem Besen vom Teig abkehren (sehr wichtig!) und eine einfache Falte machen. Das Falten und Einarbeiten der Butter in den Teig nennt man in Frankreich Tourieren. Dadurch entsteht am Schluss das Aufblättern der Croissants.
  10. Dann noch einmal umklappen um wieder auf die Größe von ca. 15 x 15 cm zu kommen. Der Teig sollte jetzt wieder (eingepackt) für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen. Je länger desto besser
  11. Rolle den Teig wieder aus und mache dieses Mal den Vorgang zwei Mal, sodass du eine doppelte Falte erhältst.
  12. Wieder (eingepackt) mindestens für 1 Std. in den Kühlschrank geben. Oder am besten über Nacht.
  13. Den Teig in ein 20 x 30 cm Rechteck ausrollen. Die Ränder mit einem scharfen Messer begradigen. Die Schnitte sollten glatt sein, um ein gutes Aufblättern des Teiges zu gewährleisten.
  14. In lange Dreiecke für Croissants oder in Quadrate für Pains au Chocolat schneiden.
  15. Die Pains au Chocolat-Teigstücke mit Schokolade belegen und einrollen. Ebenfalls die Croissants einrollen.
  16. Die Croissant-Teigstücke einrollen und auf ein (möglichst perforiertes) Blech legen, dass mit einem Backpapier ausgelegt ist.
  17. Blech in den Backofen stellen und eine Temperatur von ca. 30 Grad schaffen. Das gelingt einem, in dem man ihn ein bisschen vorheizt und dann wieder ausschaltet. Ca. 1 Stunde aufgehen lassen.
  18. Dann die Teigstücke mit Ei bestreichen. Den Backofen auf 180 Grad aufheizen.
  19. Ca. 15 Minuten goldgelb backen.
 

 

 

 

Pfitzauf, Herbst, Heimat

Pfitzauf, Herbst, Heimat

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der ich die Gegend meiner Kindheitstage sehr vermisse. Das Dorf liegt in einem Tal der Schwäbischen Alb. Es ist dort unbeschreiblich schön, wenn sich die Bäume entlang des Albtraufs unterschiedlich bunt verfärben und dazwischen die Sonne die weißen Felsen leuchtend anstrahlt. Kein Wunder sind große Teile dieser Gegend inzwischen zum Naturschutzgebiet gemacht und von der UNESCO zum Biosphärengebiet ernannt worden.

©Horst Mall (Mit freundlicher Genehmigung)

Ich kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen dort zu leben, was aber damit zu tun hat, dass ich inzwischen so an eine Großstadt gewöhnt bin. Für uns, als Kinder, war unser Dorf allerdings ein Paradies. Ohne Aufsicht, haben wir jeden Nachmittag (zumindest bei schönem Wetter) im Freien verbracht.

Wir Schwestern waren zwar vom Alter her nicht so weit auseinander, hatten aber meistens unsere eigenen Spielkameraden oder Spielkameradinnen und auch nicht unbedingt die gleichen Interessen. Meine älteste Schwester war ein totaler Fan von kleinen Kindern und erprobte den Umgang mit ihnen bereits sehr früh an ihren Puppen. Diesen wurde dann z. B. der Blinddarm rausoperiert und fachmännisch wieder zugenäht. Unsere mittlere Schwester war immer mehr mit den Jungs unterwegs und war ständig dabei, sich mit ihnen zu messen oder Cowboy und Indianer zu spielen. Ich war schon sehr früh an gestalterischen und handwerklichen Dingen und an der Herstellung von Desserts und Kuchen interessiert. Da meine Mutter ein großes künstlerisches und handwerkliches Talent hat, bekam ich von ihr eigentlich immer Unterstützung, wenn ich mal nicht weiter wusste oder eine neue Technik erlernen wollte, z. B. beim Nähen.

Mein Lieblingsort war der Boden meines Zimmers, der ständig bedeckt war mit Papier- oder Stoffresten und bestimmt auch oft Spuren von Klebstoff aufwies. Dort konnte ich eben auch großflächig arbeiten, daher zog ich ihn einem Schreibtisch vor. Ich fertigte Kleiderkollektionen für meine Puppe Carlotta an und erstellte alles Mögliche aus Papier, wie z. B. Büchlein, Schächtelchen usw. Dieses Talent wurde dann auch später richtig erkannt und ich machte nach meiner Schulzeit eine Ausbildung zur Buchbinderin.

Im Herbst bauten wir aus Pergamentpapier und Holzstäben Drachen und ließen sie auf der Schwäbischen Alb steigen oder gingen mit unseren Eltern zum Pilze sammeln.

Der Garten und der Krautacker meiner Mutter musste auf den Winter „vorbereitet“ werden und wir Kinder waren da natürlich mal mehr, mal weniger begeistert dabei. 

Auch um unsere Hasen hinter dem Haus mussten wir uns kümmern. Wir liebten sie sehr, wurden dann aber immer wieder damit konfrontiert, dass sie nach einer längeren Zeit in unserer Obhut, als Hasenpfeffer im Kochtopf „endeten“. 

Musik spielte außerdem eine große Rolle in unserem Familienleben. Meine Eltern spielten (und spielen immer noch) Klavier und Geige und unterrichteten auch. Und so gingen bei uns von Musikschüler bis Profimusiker alle aus uns ein und auch wir Kinder lernten natürlich ein Instrument. Leider (oder vielleicht auch zum Glück) erfüllten wir in dieser Beziehung nicht die Erwartungshaltung unseres Vaters. Eine gewisse Musikalität ist in dieser Zeit natürlich entstanden und das kommt mir immer noch z. B. beim Tanzen zugute.

Im Nachhinein bin ich sehr dankbar für diese Art von Kindheit, auch wenn bei uns nicht alles immer so luxuriös oder perfekt (oder was man so allgemein darunter versteht) war. Es war auf jeden Fall ein kreatives Umfeld vorhanden, in dem ich meine Talente entfalten konnte und von dem ich heute noch profitiere.

Ein Highlight als Kind war für mich, wenn es die schwäbische Spezialität Pfitzauf gab. Es ist eine Art Mehlspeise. Es schmeckt herrlich und ist eigentlich gar nicht so schwer selbst zu machen. Man kann sich bei der Form auch mit einer Muffin-Form behelfen, falls sich nicht „zufällig“ eine Form im Familienbesitz befindet. Dann werden die Pfitzauf zwar erheblich kleiner, aber funktionieren tut es auf jeden Fall auch. Und mit ein bisschen Kompott oder Apfelmus sind sie einfach ein Gedicht. Wer sie nicht kennt? Stellt euch einfach einen Pfannkuchen mit einer knusprigen Kruste vor. Für mich sind Pfitzauf einfach traumhaft. Aber probiert es einfach aus! Viel Spaß mit meinem Rezept!

Pfitzauf

  • 250 g Mehl
  • ¼ Liter Milch oder Sojamilch
  • 4 Eier
  • eine Prise Salz
  • ca. 2 EL zerlaufene Butter
  • Öl für die Form
  • Puderzucker
  • Pfitzauf-Form
  1. Zuerst rührt man einen glatten Teig aus Mehl, Milch und Salz an, ähnlich wie einen Pfannkuchenteig.Backofen auf 200° C vorheizen. Ich habe festgestellt, dass bei Sojamilch Umluft ideal ist und mit Kuhmilch ohne Umluft gebacken werden sollte. Aber es ist natürlich auch sehr vom Ofen abhängig.
  2. Die Pfitzauf-Form mit Öl und einem Pinsel einfetten und jede Mulde halb mit dem flüssigen Teig füllen. Jeweils in die Mitte ein bisschen von der flüssigen Butter geben.
  3. Nun die Form in den Backofen stellen und 45 min. backen. Die Tür während des Backens nicht öffnen. Durch die Glastür des Backofens beobachten und eventuell nach 30 min. die Temperatur auf 180° C reduzieren oder zumindest die Umluft ausschalten.
  4. Zügig aus dem Ofen nehmen und die Pitzauf aus den Formen nehmen.
  5. Pfitzauf mit Puderzucker bestreuen und möglichst frisch gebacken mit ein wenig Kompott genießen.

Oktoberfest, Tipps, München

Oktoberfest, Tipps, München

Ich wohne seit über 20 Jahren in München. Keine Angst (an die Nichtbayern!), es kommt jetzt keine Lobhudelei über diese Stadt. Meine Gefühle für diese Stadt sind vielleicht am ehesten mit dem Begriff Hass-Liebe zu beschreiben.

Vor allem in den letzten Jahren hat sich die Lebensqualität in München sehr verschlechtert. Man hat das Gefühl, dass politisch so einiges verschlafen wurde. Nichts wurde unternommen, um die Stadt an die Menge der Menschen, die neu dazu kommen, anzupassen. Und aufgrund der guten Arbeitsmarktlage kommen eben immer mehr Menschen nach München. Der Nahverkehr ächzt unter der Menge der Passagiere, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Die Autofahrer stöhnen über ständig verstopfte Straßen. Fahrrad fahren kann sehr gefährlich sein, da nicht ausreichend Fahrradwege vorhanden sind oder die Fahrradwege in einem schlechten Zustand sind.  Jedes freie Plätzchen in der Stadt wird zugebaut und trotzdem findet man als „Normalverdiener“ keine Wohnung mehr. Dazu kommt, dass die Gehälter sich die letzten Jahre nicht an die hohen Lebenshaltungskosten angepasst haben.

Nun gibt es allerdings eine Zeit im Jahr, die mich all diese negativen Dinge vergessen lässt. Die 5. Jahreszeit in München, die Zeit des Oktoberfests, der so genannten Wiesn (benannt nach der Theresienwiese). Es ist nicht das Oktoberfest an sich, was mir so gute Laune beschert. Darüber würde es ja leider auch sehr viel Negatives zu berichten geben.

Nein, es ist die Stimmung in der Stadt. Plötzlich ist da ein internationales Flair zu spüren. Man kommt auf dem Viktualienmarkt mit Touristen ins Gespräch über den besten Käse, die beste Brezel oder darüber, wo man die besten Souvenirs kaufen kann. Meist zeigt sich das Wetter noch einmal von seiner besten Seite. Die Stadt ist bunt durch die Trachten und alles, was eine Tracht sein möchte. Natürlich rümpft der eine oder andere Einheimische die Nase darüber, was der eine oder andere Tourist da am Leibe trägt (im Großen und Ganzen ist der Münchner an sich ja aber tolerant…). Die neuesten Zopf-Frisuren werden ausprobiert und präsentiert, was wirklich schön anzuschauen ist. Insgesamt hat man das Gefühl, die Stadt ist insgesamt ein bisschen beschwipst. Und dieses München gefällt mir eben am allerbesten.

 

Meine 5 Oktoberfest Tipps für Nicht-Münchner für das perfekte Wiesn-Wochenende:

 

Unterkunft

Reserviere wirklich frühzeitig eine Unterkunft und einen Tisch. Wiesn-Tische gibt es ab Januar direkt bei den jeweiligen Zelten zu reservieren und zu bezahlen. Ohne Tischreservierung ist es wirklich nicht lustig irgendwo einen Sitzplatz zu bekommen. Selbst die Außenbereiche der Zelte sind an bestimmten Tagen inzwischen nicht mehr zugänglich, da bereits besetzt. Dabei auch an die kleineren Bierzelte denken, die inzwischen auch eine echte gemütliche Alternative sind.

Zelt oder Biergarten

Solltet ihr an einem ruhigeren Wochenende in München während des Oktoberfestes interessiert sein, empfehle ich einen (Mittags-)Spaziergang über die Wiesn mit dem anschließenden Besuch eines Biergartens oder einer Brauereigaststätte in der Nähe der Festwiese. Auch der Biergarten auf dem Viktualienmarkt ist zu empfehlen. Spielt das Wetter mit und hat man einen Tag mit dem typischen blauen Münchner Himmel erwischt, dann kann dies ein wunderbares Erlebnis werden. Das Essen und Trinken ist dort natürlich auch um einiges günstiger und oft auch qualitativ sehr viel besser.

Tracht

Ich würde euch als Alternative zur Tracht zu einer Jeans und guten Schuhe raten. Billigdirndl und Plastiklederhosen gehen auf jeden Fall für uns Münchner gar nicht. Eure Schuhe sollten auch eher robust als zu fein sein und sollten auf jeden Fall bequem sein. Lasst eure größeren Taschen oder Rucksäcke zuhause und beschränkt euch auf das Nötigste. Eine kleine Bauchtasche ist eigentlich am Optimalsten und ist auch ein gutes Mittel gegen Taschendiebe, die es natürlich in großen Menschenmengen immer gibt.

Oide Wiesn

Schon lange kein Geheimtipp mehr ist die „Oide Wiesn“, die inzwischen sogar jedes Jahr stattfindet. Wer auf Nostalgie steht oder Kinder dabei hat, sollte die paar Euro Eintritt nicht scheuen und einen Abstecher auf dieses Gelände machen. Auch Veganer kommen dort übrigens voll auf Ihre Kosten.

Tanzen gehen

Wer nach seinem Wiesn- oder Biergartenbesuch noch nicht genug hat, kann natürlich auch noch tanzen gehen. Es gibt rund ums Oktoberfestgelände einige Clubs, die speziell während der Wiesn Partys veranstalten. Wer lateinamerikanische Musik mag, dem würde ich die eine oder andere Salsa- oder Latinmusic-Party ans Herz legen. Dort ist der Altersdurchschnitt erfahrungsgemäß auch ein bisschen höher und es ist speziell während des Oktoberfests auch sehr schön, da dort auch viele in Tracht tanzen gehen.

Bieramisu

 

Zutaten:

280 g Mascarpone

2 Eigelb (ca. 40 g)

130 ml kräftiges Bier

100 g Zucker

120 ml Sahne

geriebene Orangenschale

150 g Biskuitlöffel

4 g Johannisbrotkernmehl

¼ l fertig gekochter Espresso

100 ml spanischer Vanillelikör

3 TL Kardamom

Kakao zum Bestäuben

1 mittlere Keramikform oder 4 – 5 Weckgläser

Zubereitung:

Zutaten vorbereiten und abwiegen/abmessen.  Eventuell auch Löffelbiskuit bereits in die entsprechende Größe schneiden. Zumindest, wenn man das Dessert in Weckgläsern anrichten möchte.

Die Sahne steif schlagen und im Kühlschrank zwischen lagern.

Ein Wasserbad vorbereiten und das Wasser darin erwärmen.

Eigelb und Zucker über dem Wasserbad aufschlagen bis die Masse weißlich und ein bisschen dicklich wird. Bier zugeben und noch ca. 30 sek. weiterschlagen.

Topf vom Wasserbad nehmen und Masse etwas abkühlen lassen. Dann die Mascarpone dazu geben und mit dem Schneebesen einrühren. Johannisbrotkernmehl, Orangenschale und Kardamom dazugeben. Dann behutsam die Sahne unterheben. Die Masse noch einmal abschmecken. Es sollte deutlich nach Kardamom schmecken.

Nun die Biskuitlöffel in den Kaffee und den Likör tunken und abwechselnd mit der Creme in die Form oder die Weckgläser schichten. Mit der Creme nicht zu sparsam sein. Abgedeckt für mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Aus dem Kühlschrank nehmen und mit Kakao bestäuben.

Eventuell noch mit Früchten dekorieren und dann genießen!

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Aprikosentarte, Frankreich, Urlaub

Aprikosentarte, Frankreich, Urlaub

Mein Mann und ich sind wieder aus dem Urlaub zurück. Bevor ich euch das Rezept meiner Aprikosentarte verrate, erzähle ich euch ein bisschen über meine Eindrücke der Reise, die uns diesen Sommer hauptsächlich nach Frankreich führte.

Ich habe nach unserer Rückkehr einigen Freunden und Kollegen erzählt, wo wir waren. Dabei ist mir aufgefallen, dass es bei vielen Deutschen eine Art Hemmung davor gibt, nach Frankreich zu reisen. Frankreich spaltet offensichtlich in die totalen Liebhaber und die absoluten Skeptiker. Wenn mir dann die Leute erzählen, warum das so ist, kommt so einiges auf den Tisch. Das fängt dann bei schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit an, geht dann bei Vorurteile über die Hochnäsigkeit vieler Franzosen weiter, bis es dann bei den mangelnden eigenen Französischkenntnissen und der mangelnden Bereitschaft der Franzosen Fremdsprachen zu lernen endet.

Manche der Gründe, kann ich auf eine bestimmte Art, sogar nachempfinden. Bei manchen tue ich mir ein bisschen schwer. Meine Französischkenntnisse sind nicht die besten, ich habe allerdings die positive Erfahrung gemacht, dass viele Franzosen sehr erfreut sind, wenn man wenigstens versucht, sich in ihrer Sprache mit ihnen zu verständigen. So wie das in anderen Ländern, wie z. B. Italien, ja auch ist. Dort finden wir es sogar toll, die paar Brocken Italienisch vorzubringen, die wir vor vielen Jahren in einem Italienisch-Grundkurs an der Volkshochschule gelernt haben.

Ich finde die Deutsch-Französischen Beziehungen auf jeden Fall sehr wichtig. Ich möchte jetzt zwar ungern von alten Feindschaften und Kriegen anfangen, kann aber nicht verstehen für wie selbstverständlich dieses Bündnis und die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern inzwischen genommen wird. Grundsätzlich sehe ich dieses Problem momentan in der ganzen Europäischen Gemeinschaft. Aber dazu vielleicht mal in einem weiteren Beitrag. Großbritannien und andere Abtrünnige würden den Rahmen dieses Textes sprengen.

Unsere Reise verlief auf jeden Fall ohne negative Zwischenfälle, wenn man mal von den Vermietern unserer Ferienwohnung in Paris absieht. Diese scheinen allerdings einfach generell schlechte Menschen zu sein, die sich nicht um ihr kaputtes Wasserrohr unter der Dusche kümmern, die Wohnung an Touristen vermieten und ihre Nachbarn dann alleine mit diesem Problem eines ständigen Wasserschadens lassen.

Wir waren mit dem Zug, dem Flixbus und noch anderen öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das ist so eine schöne Art Land und Leute kennen zu lernen. Ich kann das nur jedem empfehlen, mal ohne Auto (und Flugzeug) Urlaub zu machen. Nicht nur aus ökologischen Gründen.

Nach Paris waren wir noch im Burgund für 2 Tage, um eine befreundete Weinbauern-Familie zu besuchen. Diesen Ort öffentlich zu erreichen, war allerdings schon eine Herausforderung. Für die letzten ca. 5 Kilometer haben wir sogar Fahrräder ausgeliehen. Die Heimfahrt nach der Weinprobe war dann auf jeden Fall sehr beschwingt.

Die Rückfahrt nach Deutschland begann an einem kleinen Bahnhof, an dem immer nur 2 Züge am Tag in unsere Richtung fahren. Morgens einer und am Nachmittag einer. Wir kamen uns ein bisschen vor, wie in einem Film von Aki Kaurismäki. Kennt ihr diesen Regisseur, der mit dem finnischen Tango?

Schade, dass wir dort keine Fotos gemacht haben, man kann es schwer beschreiben. Es war wirklich eine surreale Situation. Man stelle sich vor: Ein deutsch-kubanisches Paar mit 2 (leider riesigen!) Koffern am (gefühlten) Ende der Welt, an einem Bahnhof an dem dann hoffentlich demnächst der ersehnte Zug kommt und hoffentlich auch anhält. Es war natürlich mal wieder Ende gut, alles gut. Und wenn nicht, dann hätten wir uns eben einen Plan B einfallen lassen müssen.

Jetzt möchte ich euch aber nicht länger warten lassen und gebe euch noch das Rezept meiner französischen Aprikosentarte:

 

Französische Aprikosentarte

Tarte-Teig:

  • 1 Bio-Ei
  • 250 g Mehl (Bio-Weizenmehl Typ 405)
  • 125 g Bio-Butter (kalt)
  • 60 g Zucker
  • Etwas Vanillezucker oder Vanillemark
  • 1 Prise Salz

Belag:

  • 750 g Aprikosen (Bioqualität, falls verfügbar oder am besten natürlich aus dem eigenen Garten)
  • 100 g Zucker
  • Fett für die Form
  1. Aus den Tarte-Teig-Zutaten einen Mürbeteig herstellen. Dazu zügig alle Zutaten mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem Teig kneten. Die Butter am besten in kleine Stückchen schneiden und auf die Mehl-Ei-Zucker-Mischung setzen.
  2. Den Teig entweder zu einem flachen Kreis oder einem flachen Quadrat drücken, je nachdem, welche Form man später damit auslegen möchte. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Backofen auf ca. 175 Grad (Umluft) vorheizen.
  4. In der Zwischenzeit eine Tarteform (vorzugsweise mit einem herausnehmbaren Boden) oder eine Springform ausfetten. Die Aprikosen waschen und halbieren.
  5. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zwischen 2 Frischhaltefolien auswellen und in die Tarteform drücken.
  6. Teig mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchten bedecken. Ca. 10 Minuten blindbacken. Tarte aus dem Ofen nehmen, Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und die Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben eng auf dem Boden verteilen. Mit dem Zucker bestreuen. Die Früchte sollten möglichst gerade liegen, sodass sich der entstehende Saft während des Backens in der Wölbung der Früchte hält.
  7. 30 Minuten bei 175 Grad (Umluft) backen. Dann die Temperatur auf 220 Grad erhöhen und die Tarte für 5 – 10 Minuten mit Oberhitze karamellisieren. Da dieser Vorgang sehr vom jeweiligen Ofen abhängt, mehrmals kontrollieren, damit die Tarte nicht unschön anbrennt.
  8. Die Tarte noch warm oder kalt mit Schlagsahne servieren.

Bon appétit!

Frozen Daiquiri, Kuba, Cocktail

Frozen Daiquiri, Kuba, Cocktail

Außer dem Rezept für einen Frozen Daiquiri, werde ich euch heute außerdem ein bisschen „mein“ Kuba vorstellen.

Kuba ist ja so viel mehr, als die typischen Klischees uns weismachen wollen. Kuba ist ein Land, dass in keine Schublade passt. Vor ein bisschen mehr als 4 Jahren habe ich mir einen Traum erfüllt und bin zum ersten Mal dorthin gereist. An Zufälle habe ich noch nie geglaubt, aber dort sind einige Dinge passiert, die schwer zu erklären sind. Es war manchmal so, dass ich das Gefühl hatte ein Zahnradhäkchen geht ins nächste über.

Ich habe mich für eine Tanzreise in den Osten des Landes entschieden und bin daher für etwas mehr als 2 Wochen in Santiago de Cuba „gelandet“. Ich muss sagen, dass ich ziemlich schnell und ziemlich tief in diese Stadt eingetaucht bin. Es ist ein Moloch, das heißt, die Stadt ist groß, ziemlich marode, heiß und staubig.

 

Der Grund dafür, dass ich so schnell so tief eingetaucht bin, lag daran, dass die Tanzlehrer, die die Reise organisierten, uns das authentische Kuba zeigten und uns keine Touristenidylle vorspielten. Außerdem habe ich dann am 2. Tag meines Aufenthalts meinen heutigen Mann kennen gelernt und natürlich wollte er mir seine Stadt, seine Freunde und seine Familie zeigen und vorstellen.

Ich bin jetzt überhaupt kein naiver Mensch und besitze auch eine gewisse Menschenkenntnis, ein gewisses Risiko bin ich natürlich trotzdem eingegangen. Ich wusste ja überhaupt nicht, auf wen ich mich da einlasse. Er kam nicht gerade aus dem besten Stadtviertel, sondern eher aus einer Art Hafengegend mit allen seinen Milieus. Zum Teil trafen wir auf Menschen, die er mir als Freunde vorstellte, die ohne extra Verkleidung in jedem Piratenfilm mitspielen könnten. Wir waren natürlich auch sehr oft nachts zusammen unterwegs, da ja tagsüber mein Tanzkurs oder Ausflüge mit der Gruppe auf dem Programm standen und er natürlich auch ein paar Verpflichtungen hatte.

Santiago ist allerdings sowieso nachts viel schöner als tagsüber. Es ist angenehm warm und nicht mehr drückend heiß, von irgendwoher hört man immer ein bisschen Musik, es sind Leute auf der Straße (außer es gibt mal einen der seltenen Regenschauern). Und wenn man nicht tanzen gehen will, kann man sich mit einem Getränk auf einen Platz oder an die Hafenmole setzen. Generell ist – wenn man sich darauf einlässt – Kuba und für mich speziell Santiago ein Ort, an dem man total entschleunigen kann. Das Internet wird zwar auch immer besser und leichter verfügbar, ist aber immer noch nur in einer langsamen Geschwindigkeit nutzbar. Ich entscheide mich dort fast immer gegen die Nutzung und nehme eine technische Auszeit.

Da die Temperaturen in Deutschland Ende August noch einmal gestiegen sind und man sich, mit dem richtigen Drink in der Hand, leicht nach Kuba träumen kann, stelle ich euch hier mein Lieblings-Getränk für laue Sommerabende vor. Es ist der Frozen Daiquiri, eher ein Stiefkind in der Cocktail-Familie, zwar nicht auf Kuba, aber zumindest in Deutschland.

 

 

Frozen Daiquiri (Daiquiri Frappé) für ca. 4 Personen

  • 250 ml weißer Rum
  • 5 Tassen Crushed Ice
  • ca. 5 EL weißer Rohrzucker zu Zuckersirup verarbeitet
  • ca. 2 – 3 Limetten (ausgepresst)
  • ca. 25 ml Kirschlikör nach Geschmack (im Original-Rezept wird ein farbloser Kirschlikör verwendet, ein Maraschino-Likör!.)
  1. Alle Zutaten, bis auf den Kirschlikör in einen starken Standmixer (mit Crush-Funktion) geben. Ca. 30 Sekunden mixen. Es sollte eine cremige (ähnlich einem Sorbet) Konsistenz entstanden sein. In Cocktail-Schalen geben und mit dem Kirschlikör beträufeln.