Mont Blanc, Dessert, Kastanien

Mont Blanc, Dessert, Kastanien

Heute möchte ich euch etwas über ein typisches Herbst-/Winterdessert erzählen. In meiner Familie ist es unter dem in der Schweiz gebräuchlichen Namen Vermicelles (ital. für Würmchen) geläufig und wird von uns Allen heiß geliebt. In der französischen Küche – und vor allem, wenn es in Form eines Törtchens angeboten wird – ist es unter dem Namen Mont Blanc bekannt.

Charakteristisch für dieses Dessert ist das süße Kastanienpüree in Form von „Fadennudeln“, das mit Schlagsahne (als „Schneedecke“) zu einem Berg – eben dem Mont Blanc – aufgehäuft wird. Gerne wird das Dessert auch mit Baiser kombiniert und in allen möglichen Variationen in Pariser (oder eben auch Schweizer oder sogar japanischen) Pâtisserien angeboten. In der Literatur wird es bereits im 19. Jahrhundert erwähnt.

Meine Eltern waren richtige Bergsteiger, als sie jünger waren. Die Liebe für die Berge haben sie nicht an mich vererbt, ich habe aber zumindest die eine oder andere Geschichte über diese Abenteuer erzählt bekommen. Regelmäßig wurden mir und meinen Schwestern auch sämtliche Bergpanoramen erklärt und welche Touren dort möglich wären oder bereits von unseren Eltern begangen wurden.

Eines Tages saßen wir dann in Frankreich in der Stadt Chamonix und schauten auf den Mont Blanc rüber. Ich muss sagen, dass das auf jeden Fall eindrucksvoll für mich war, trotz dem mangelnden Verständnis für die Liebe zu den Bergen meiner Eltern.

Eine richtige Ähnlichkeit konnte ich dort zwar nicht feststellen, zwischen dem Dessert und dem Berg, aber das tat meiner langjährigen Liebe zum Mont Blanc Dessert keinen Abbruch.

1967, als das Bergsteigen ein noch viel größeres Abenteuer als heute war!

Meine Eltern in schwindelnder Höhe

Probiert das Rezept doch mal aus. Das Schälen der Esskastanien ist ein bisschen mühsam. „Zur Not“ kann man es aber natürlich auch mit bereits geschälten Maroni zubereiten. In Schweizer Supermärkten (ich denke auch in italienischen und französischen) kann man das fertige Püree kaufen, das man dann nur noch durch eine kleine Presse drücken muss und mit Sahne und Baiser dekorieren kann.

Viel Spaß damit!

Tartelettes

 

Vermicelles für ca. 6 – 8 Portionen

  • 600 g ungeschälte Esskastanie/Maroni (bzw. 500 g geschälte Esskastanien/Maroni)
  • 300 g Milch (oder Soja-/Hafermilch)
  • 100 g Rohrzucker
  • 4 – 5 EL Wasser
  • 1 Vanilleschote
  • Schlagsahne
  • Kirschwasser
  • Zimt
  • event. kleine Meringen ((Baisers) zur Dekoration)
  • event. ein bisschen Vanilleeis
  1. Zutaten vorbereiten und abwiegen

  2. Aus dem Wasser und dem Rohrzucker ein Sirup herstellen. Dazu beide Zutaten in einem kleinen Töpfchen ca. 15 – 20 Minuten einkochen lassen bis eine sirupartige Konsistenz entsteht. Zur Seite stellen und ein bisschen abkühlen lassen.
  3. Die Esskastanien mit einem Messer auf der gewölbten Seite kreuzförmig einritzen. Ca. 6 Minuten in kochendem Wasser garen.

  4. Dann absieben und so heiß wie möglich schälen. Ich habe die besten Erfahrungen mit einem kleinen Teelöffel gemacht, den man versucht unter das braune Häutchen der Maroni zu schieben. Es muss nämlich auch diese dünne Schicht abgenommen werden, was nicht immer so einfach ist.

  5. Wem das zu mühsam ist, der kann auch mit bereits geschälten Maroni arbeiten.
  6. Die Vanilleschote längs aufschneiden und auskratzen. Das Mark zusammen mit der ausgekratzten Schote in die Milch geben. Die geschälten Maroni zugeben und ca. 15 – 20 Minuten leicht kochen lassen.
  7. Die Vanilleschote aus der Milch entfernen.
  8. Ungefähr die Hälfte des Zuckersirups zu den Maroni geben. Mit einem Mixer oder Zauberstab die Maroni in der Milch zu Muss verarbeiten. Weiter soviel Sirup zugeben, bis die richtige Konsistenz erreicht ist.
  9. Wenn die Masse nicht fein genug ist, dann durch ein Sieb drücken.

  10. Die Masse mit dem Zimt und dem Kirschwasser abschmecken. Eventuell noch ein bisschen von der Sahne (oder ein bisschen Milch) dazugeben, damit die Masse ein bisschen fluffiger wird. Allerdings darf sie auch nicht zu flüssig werden, da man sie sonst nicht mehr durch die Presse pressen kann.
  11. Masse durch eine Vermicelles-Presse (oder eine kleine Spätzles-Presse bzw. gibt es auch entsprechende Tüllen für Spritzbeutel) direkt auf das Tartelette pressen. Mit geschlagener Sahne oder kleinen Meringen dekorieren und servieren.

  12. Wer möchte, kann eine Kugel Vanilleeis unter dem Vermicelles „verstecken“.

Gâteau de riz, Reiskuchen, Karamell

Gâteau de riz, Reiskuchen, Karamell

Wir waren wieder mal auf Besuch in Baden-Württemberg, um die letzten Sonnenstrahlen dieses Herbstes zu erhaschen. Ich mag ja eigentlich den Herbst – bis auf die Lebensmittel, die er hervorbringt – nicht so sehr. Aber diese bunt gefärbten Blätter in den Weinbergen sind so wunderbar anzuschauen. Generell liebe ich meine Heimat besonders, wenn es Herbst ist. Dazu könnt ihr gerne meinen Beitrag aus dem letzten Jahr lesen:

Dieser Kuchen, den ich nun letztes Wochenende in der Küche meiner Eltern zubereitet habe, ist etwas für richtige Schleckermäulchen. Es ist ein Gâteau de riz, ein süßer Reiskuchen mit Karamell.

Süße Reiskuchen haben eine lange Tradition in Asien, werden aber auch in Frankreich gerne als Dessert gereicht. Oft eben in dieser Variante mit Karamell, die es sogar abgepackt im französischen Supermarkt zu kaufen gibt. Oder aber mit einem selbstgemachten Mirabellen- oder Kirschkompott, oder auch mit einer in Butterkaramell geschmorten Banane, die zusätzlich mit ein bisschen Rum (bzw. Rhum) flambiert wird. Mit ein bisschen Cassis (Johannisbeer-Likör) beträufelt schmeckt ein Gâteau de riz ebenfalls vorzüglich und es kommt sogleich ein Gefühl von Urlaub auf. Kein Wunder heißt es „Essen wie Gott in Frankreich“.

Der Gâteau de riz kann toll vorbereitet werden und kann anstatt in einer großen Form, auch in kleinen feuerfesten Förmchen als nette Einzel-Portionen zum Dessert hergestellt werden. Außerdem ist er glutenfrei, falls man da eine Unverträglichkeit haben sollte. Apropos Unverträglichkeit… Ich habe ja meine Probleme beim Trinken oder Essen von Milchprodukten. Diesen Gâteau de riz stelle ich allerdings immer mit Kuhmilch her, obwohl man ihn theoretisch auch mit Pflanzenmilch machen könnte. Das Ergebnis ist allerdings in diesem Fall so viel besser, dass ich hier gerne mal eine Ausnahme mache.

Da es sich hier um ein sehr einfaches Rezept handelt, hoffe ich, dass es der eine oder andere von euch ausprobieren wird und mir berichtet, wie es euch geschmeckt hat.

Gâteau de riz

  • 200 g Milchreis
  • 1 Liter Milch oder Mandelmilch
  • 120 g Zucker + 100 g Zucker für das Karamell
  • 3 Eigelb
  • 200 g Crème fraîche
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • 20 g Rosinen, (wer mag)
  1. Zutaten vorbereiten und abwiegen.

  2. Eine feuerfeste Form (Glas oder Steingut) vorbereiten. Zusätzlich braucht ihr dann noch eine größere, ebenfalls feuerfeste Form, in die ihr die kleinere Form stellen könnt, um ein Wasserbad zu erhalten.
  3. Karamell herstellen. Dazu den Zucker für das Karamell in ein kleines Töpfchen geben. 2 – 3 EL Wasser zugeben. Zucker schmelzen lassen bis er karamellisiert. Karamell auf den Boden der Backform gießen. Form zur Seite stellen.
  4. Den Milchreis mit kaltem Wasser abspülen (das entfernt etwas die Stärke aus dem Reis). In einen Topf mit kaltem Wasser geben (der Reis sollte knapp mit Wasser bedeckt sein). Die Prise Salz dazu geben und 3 Minuten kochen lassen. Das Wasser sollte nicht komplett verdampfen. Reis mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.

  5. Die Vanilleschote längs aufschneiden und auskratzen. Schote und Inhalt zur Milch geben und in einem Topf aufkochen. Dann den Reis zur Milch geben und auf kleiner Flamme solange kochen bis der Reis fast weich, aber noch bissfest ist. Regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt. An dieser Stelle können dann auch die Rosinen dazu gegeben werden.
  6. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  7. In einer separaten Schüssel mit einem Schneebesen das Eigelb mit dem Zucker leicht schaumig rühren. Die Crème fraîche dazu geben. Dann diese Masse zu dem gekochten Reis geben und Alles gut vermengen.
  8. „Reisbrei“ auf das Karamell gießen.
  9. Die kleinere Form mit dem Gâteau de riz in die größere Form setzen. Beide Formen in den Ofen geben und die größere Form mit Wasser füllen.

  10. Ca. 30 Minuten im Ofen komplett stocken lassen.

  11. Formen aus dem Ofen nehmen. Den Gâteau de riz ein bisschen abkühlen lassen und dann auf eine Platte stürzen. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen. Mir schmeckt er kühl am besten, manchen schmeckt er bei Zimmertemperatur besser.

  12. Bon Appétit.

Palets bretons, Bretagne, Bécassine

Palets bretons, Bretagne, Bécassine

Heute möchte ich euch in die Bretagne entführen und euch mein Rezept für Palets bretons vorstellen. Palets bretons sind süße (leicht salzige) und extrem butterige Kekse, die zwar etwas unspektakulär aussehen dafür aber total genial schmecken. Ich bin sehr früh in meinem Leben mit diesen „Keksen“ in Berührung gekommen, da uns eine französische Austauschschülerin sie aus der Bretagne mitgebracht hat. Ich hatte vorher noch nie bessere Kekse in meinem Leben gegessen und eigentlich wollte ich auch nie wieder andere essen. Dieser Plan ging natürlich leider nicht ganz auf. Das war weder im Interesse meiner Eltern, noch lebten wir im Internetzeitalter, in dem man die Palets bretons so einfach in Frankreich bestellen können hätte.

Der Name Palets kommt übrigens von einem Spiel namens „Jeu de palets“, das in der Bretagne sehr populär ist. Das Spiel erinnert ein bisschen an Boule, wird aber auf einer Platte von ca. 45 x 45 cm gespielt, und eben nicht mit Kugeln, sondern mit kleinen Scheiben, den Palets eben.

Außer den Palets bretons verband mich als Kind außerdem meine Puppe Bécassine unwissentlich mit der Bretagne. Bécassine ist eigentlich eine französische Comicfigur, die leider inzwischen ein bisschen ein Politikum in Frankreich geworden ist. Ihre naiv-tollpatschige Art stößt einigen Bretonen auf, sie sehen darin eine Herabsetzung ihrer Region.

Bécassine

©Mireille Levenez (Mit freundlicher Genehmigung!)

 

 

Die Keksdose, dessen Inhalt in meiner Kindheit die Liebe zu den Palets auslöste…

Fürsorglich wie ich bereits als Kind schon war, malte ich übrigens Bécassine einen Mund in ihr Gesicht. So wie die gezeichnete Comicfigur hatte meine Puppe nämlich auch keinen aufgemalten oder aufgenähten Mund. Und wie sollte die arme Puppe denn sonst atmen, geschweige denn essen?

Bécassine ist auf Französisch übrigens der Name eines Vogels, einer Schnepfenart. Dies trägt, glaube ich, auch nicht gerade dazu bei, die Bretonen in dieser Angelegenheit zu besänftigen.

Wie dem auch sei, ich weiß leider nicht, was mit meiner Puppe passiert ist oder wo sie abgeblieben ist. Vielleicht ist sie im Puppen-Nirwana. Wir werden es wohl nie erfahren.

Ich kann die Wespe so gut verstehen… Der Duft dieser frischen Palets ist unbeschreiblich!

 

Palets bretons (für ca. 25 St. mit einem Durchmesser von 5 cm)

  • Zutaten:
  • 175 g Weizenmehl (550er)
  • 125 g Puderzucker
  • 125 g halb-gesalzene Butter (weich)
  • 1 Prise Salz (Fleur de sel)
  • 60 g Eigelb
  • 8 g Weinstein-Backpulver

Zubereitung:

  1. Zutaten vorbereiten bzw. abwiegen.
  2. Eigelb und Zucker in einer Küchenmaschine (oder mit dem Handrührgerät) aufschlagen. Salz zugeben (mir war die halb-gesalzene Butter alleine nicht salzig genug, die ganz gesalzene aber zu salzig, daher dieser Kompromiss).
  3. Weiche Butter zugeben und weiter schlagen. Mehl und Backpulver zugeben bis ein homogener Teig entsteht.
  4. Den Teig mit einem Spatel flach auf ein Backpapier oder auf Frischhaltefolie auftragen und für mind. 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Er ist sehr weich und kann ohne Kühlung nicht entsprechend verarbeitet werden.
  5. Backofen auf 75°C Umluft vorheizen.
  6. Metallausstecher nicht einfetten (Das Prinzip ist ein bisschen wie bei einem Biskuitteig!). Ein Backblech ausfetten. Nicht mit einer Silikonbackmatte arbeiten! Backpapier könnte funktionieren, habe ich allerdings nicht ausprobiert.
  7. Teig gleichmäßig auf ca. 7 mm Dicke ausrollen. Mit jeweils einem Metallausstecher Teig ausstechen und zusammen mit dem Ausstecher auf das Backblech legen. Mit den restlichen Ausstechern genauso verfahren.
  8. Dann das erste Blech für ca. 15 min. in den Ofen schieben. Palets rausholen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Mit dem nächsten Blech ebenso verfahren.
  9. Die Palets in einer luftdichten Blechdose aufbewahren.

Clafoutis, Birnen, Brombeeren

Clafoutis, Birnen, Brombeeren

Ich bin ja ein Fan von schönen Namen. Begeistern kann ich mich vor allem für schöne Straßennamen und ich beneide sogar Leute, die in Straßen mit schönen Namen wohnen. Könnt ihr euch das vorstellen? Ganz besonders toll finde ich es, wenn der Familienname zum Straßennamen passt. So gibt es z. B. in München ein Geschäft mit dem Namen Pfefferle, das sich in der Gewürzmühlstraße befindet. Das ist doch genial, oder? Habt ihr auch so einen Tick?

Nun habe ich also in einer französischen Zeitschrift ein Rezept mit dem Namen Clafoutis gefunden. Man spricht das Kla-fu-ti, für die, die kein französisch sprechen. Ist das kein lustiger Name? Die Fotos zu dem Clafoutis fand ich allerdings langweilig, ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese Art süßer Auflauf etwas Besonderes sein sollte. Nachdem ich dann allerdings trotzdem das Rezept (zusammen mit Kirschen) zum ersten Mal ausprobiert habe, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich habe das Rezept dann nach meinem Geschmack etwas verändert und nun finde ich es wirklich perfekt. Ich bin der Meinung, dass man bei einem Clafoutis an keiner Zutat sparen sollte. Es ist so ein einfaches Gericht und daher kommt es wirklich auf die Qualität der Zutaten an.

 

Ein Clafoutis – aber probiert es einfach aus, es ist wirklich ganz einfach – schmeckt nach Frucht mit einem etwas festeren butterigen Crêpes-Teig. Die Kombination mit den Birnen und Brombeeren ist einfach perfekt, aber auch mit anderen Früchten schmeckt es superb. Bei der Verwendung von Kirschen empfehle ich, sie nicht zu entsteinen, da sonst das Clafoutis verwässert werden würde.

Solltet ihr also nach einem einfachen und gut vorzubereiteten Dessert z. B. zum nächsten Grillfest suchen, kann ich euch das Rezept nur ans Herz legen. Ich würde das Clafoutis dann morgens zubereiten, damit es bis abends abkühlen kann. Ich empfehle es bei Zimmertemperatur (mir schmeckt es allerdings auch kalt aus dem Kühlschrank), mit ein bisschen Puderzucker bestäubt, zu servieren. Schön ist es auch, wenn man es noch mit ein paar Blüten dekoriert. Mehr braucht es nicht, um sich selbst und seine Gäste an einem lauen Sommerabend glücklich zu machen. Findet ihr nicht auch? Probiert es aus und lasst es mich gerne wissen!

 

Clafoutis mit Birnen und Brombeeren

für ca. 6 – 8 Portionen (eine runde Form von ca. 28 cm Durchmesser)

  • 350 g Birnen
  • 125 g Brombeeren
  • 250 g Milch (oder auch Mandelmilch)
  • 200 g Sahne (oder auch Hafersahne)
  • 3 Eier (Gr. L)
  • 1 Eigelb
  • 90 g Weizenmehl (450er oder ein Ersatzmehl wie z. B. Kokosmehl, wenn es glutenfrei sein soll)
  • 20 g Butter
  • 110 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker
  • 2 – 3 EL Rhum (für Kinder mit Milch ersetzen)
  • Prise Salz
  • 1 Teelöffel Zimt
  • Butter für die Form
  • Puderzucker zum Bestäuben
  1. Eier mit der Milch und der Sahne leicht aufschlagen. 20 g Butter schmelzen und dazu fügen. Restliche Zutaten beigeben und vermengen.
  2. Teig ca. 20 min. quellen lassen.
  3. Butter für die Form leicht erwärmen und Form damit einfetten.
  4. Backofen auf 180 ° C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  5. Birnen und Brombeeren waschen. Birnen schälen und vom Kernhaus befreien und in flache Stücke schneiden.
  6. Obst in die Form geben. Teig darüber geben. Ca. 40 Minuten backen (Bis die Birnen weich sind!).
  7. Clafoutis abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben und servieren.

Matcha Macarons, Avocado, Lemon Curd

Matcha Macarons, Avocado, Lemon Curd

Blogger Aktion

Juhu, mein Blog wird flügge!

Ich gestehe, dass ich mich bisher noch sehr wenig darum gekümmert habe, meinen Blog bekannt zu machen. Da ich den Blog nur nebenbei betreibe, liegt es natürlich am meisten an der Zeit. Auch merke ich, dass mir das Backen und das Geschichten erzählen sehr viel Spaß macht, ich mich mit dem „Social-Media-Ding“ aber noch etwas mehr anfreunden muss.

Nun mache ich also heute den Anfang und mache zum ersten Mal mit einem Beitrag – und zwar mit dem Beitrag über Matcha Macarons – bei einer Blogparade mit. Da es sich um eine kulinarische Weltreise handelt, fahre ich – im Moment leider nur virtuell – zusammen mit Volker (von Volkermampft), unserem Reiseleiter, und einigen anderen Bloggern nach Frankreich. Dort werden wir uns wie Gott in Frankreich den süßen und salzigen französischen Delikatessen widmen.

Ich habe mich früher immer etwas über den Hype, der um Macarons gemacht wurde, gewundert. Das war allerdings bevor ich zum ersten Mal selbst gemachte frische und vor allem fruchtige Macarons probiert habe. Ich kannte bis dahin nur die Macarons aus dem Supermarkt, die meistens mit einer (eben sehr lange haltbaren) Buttercreme gefüllt sind. Es war eine Offenbarung, sage ich euch! Es ist so ein Unterschied zwischen selbst frisch hergestellten (natürlich nach der erforderlichen Reifezeit) Macarons und gekauften. Zumindest, wenn man sich nicht gerade in Paris in dem Geschäft eines Pâtissiers befindet. Da bekommt man diese Schätzchen natürlich auch zu Gesicht.

Nun aber zu meinen Matcha Macarons:

Macarons (oder eben Matcha Macarons) sind eigentlich nicht grundsätzlich schwierig zu machen. Ok, am Anfang ist es vielleicht ein bisschen mühsam bis man das Equipment zusammen hat. Das Problem ist allerdings, dass Macarons kleine Diven sind. Sie reagieren eben auf die kleinsten Kleinigkeiten, d.h. Klima, Backofen, Konsistenz der Masse usw. Möchte man sich dem Thema Macarons langfristig widmen, ist es gut, sich die jeweiligen Erfahrungen zu notieren und vor allem sich mit den Tücken seines Backofens vertraut zu machen.

Ich habe mich für diese Matcha Macarons entschieden, da ich kein Freund von künstlichen Farbstoffen bin (obwohl es bei Farbstoffen für Macarons auch erhebliche Unterschiede gibt, manche sind weniger künstlich, manche mehr). Es geht mir hierbei zum einen um den gesundheitlichen Aspekt und zum anderen um die Optik. Wenn man Macarons mit natürlichen Zutaten (wie z.B. Matcha-Pulver, Rote Beete-Pulver oder auch Kakao) färbt, sieht das eben wunderbar zart und unaufdringlich aus.

Vielleicht ist ja meine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einen oder Anderen interessant, um endlich mal eine Vorstellung zu bekommen, wie das denn mit der Herstellung der Macarons so läuft. Ich bin ja so ein Mensch, der immer gerne alles verstehen will, ohne immer alles selber ausprobieren zu müssen.

Wünsche auf jeden Fall viel Spaß mit dieser Anleitung und dem Rezept und „A bientôt“!

 

Matcha-Macarons mit Avocado-Lemoncurd-Füllung (für ca. 40 – 50 Macarons = ca. 80 – 100 Schalen)

Schalen

  • 110 g gehobelte geschälte Mandeln
  • 110 g Puderzucker
  • 10-20 g Matchapulver (je nachdem wie intensiv die Farbe werden soll)
  • 100 g Zucker
  • 40 g Eiweiß
  • 36 g Eiweiß
  • 25 g Wasser

Ganache

  • 100 g reife Avocado
  • 1 Zitrone, Saft
  • 130 g weiße Kuvertüre
  • 5 g Glucose
  • 40 g Lemoncurd

Vorbereitung am Tag davor:

  1. Equipment bereit legen.

  2. Eier trennen (Manche Patissiers schwören sogar darauf, die Eier bereits ein paar Tage vorher zu trennen).
  3. Tant pour Tant (die Mischung aus Mandeln, Puderzucker und Matchapulver) herstellen
  4. Eventuell schon die Zutaten vorbereiten und abwiegen.

  5. Ganache herstellen, da die Ganache eine Nacht in den Kühlschrank muss.

Tant pour Tant herstellen (kann auch gekauft werden, dann muss eben noch Matcha Pulver zugegeben werden)

  1. In einem Food Processor die Mandeln, den Puderzucker und das Matcha-Pulver mixen.

  2. Lieber öfters kurz, als gleich zu lang mahlen lassen. Es soll ein feines Pulver entstehen. Wenn man zu lange mixt wird es flüssig und klebrig.

  3. Pulver durch ein Sieb streichen, damit man ein sehr feines Pulver erhält.

    Dann auf genau 200 g abwiegen!!!

Ganache herstellen

  1. Vorbereitete Zutaten bereit legen.

  2. Avocado aus der Schale lösen und umgehend mit dem Zitronensaft mischen. Zerdrücken und leicht erwärmen

  3. Die Kuvertüre hacken.

  4. In der Mikrowelle (oder über einem Wasserbad) bei 600 W in 20 Sekunden-Schritten die Kuvertüre verflüssigen. Dabei immer wieder umrühren.

  5. Die Glucose mit nassen Fingern aus der Dose entnehmen und zu der Kuvertüre geben. Verrühren. Man kann die Glucose auch weglassen, sie verbessert allerdings die Konsistenz der Ganache.

  6. Die Avocadomasse zur Kuvertüre geben.

  7. Alles mit einem Mixstab "vermischen". Glasschale mit einer Frischhaltefolie abdecken und im Kühlschrank über Nacht fest werden lassen.

Schalen herstellen (am Tag der Herstellung):

  1. Eiweisse aus dem Kühlschrank nehmen. Sie sollten zimmerwarm sein.

  2. Bleche bereitstellen und Ofen auf 140 C Umluft vorheizen.
  3. Spritzbeutel vorbereiten, d.h. Tülle einfügen und vorne mit einer Wäscheklammer abklemmen. Spatel zum Einfüllen der Masse zurecht legen.
  4. In den kleinen Topf die 100 g Zucker und das Wasser geben. Das Zuckerthermometer in den Topf setzen.
  5. 40 g Eiweiß in eine Schüssel geben. Das Handrührgerät parat legen.

  6. 36 g Eiweiß in die andere Schüssel geben und mit dem Tant pour Tant vermischen.

  7. 40 g Eiweiß leicht anschlagen. Gleichzeitig den Zucker und das Wasser langsam auf 118° C erhitzen.
  8. Wenn der Zucker ca. 110 ° C erreicht hat, das Eiweiß auf der höchsten Stufe weiter schlagen.
  9. Bei 118° C den Topf vom Herd nehmen und die Flüssigkeit über das geschlagene Eiweiß geben. Dabei das Eiweiß weiter schlagen bis es sich auf ca. 40° C runter gekühlt hat. Das dauert ca. 2 Minuten. Die italienische Meringue bildet nun die für sie so typischen Spitzen.

  10. Meringue in 4 Teilen nach und nach zu der grünen Mandelmasse geben und vorsichtig unterheben.

  11. Nun kommt der Schritt des "macaronner", d.h. man kratzt die Masse am Schüsselrand entlang. Das macht man so lange bis die Masse langsam in einem Art Band von der Teigkarte runterfällt.

  12. Mit einem Spatel die Masse in den Spritzbeutel füllen.

  13. Nun die Masse in Kreisen von 2,5 – 3 cm spritzen (so groß wie eine 2-Euro-Münze). Dabei hält man den Spritzbeutel senkrecht über den Punkt, den man anvisiert und drückt die Menge raus, bis die Größe erreicht ist. Dann nach oben absetzen.

    Dabei einen Abstand von ca. 3 cm zwischen den einzelnen Schalen halten.

    Nun Backblech vom Tisch nehmen. Platz auf dem Küchenboden suchen und Blech aus einer Höhe von ca. 20 cm auf den Boden fallen lassen. Damit werden eventuelle Luftbläschen entfernt. Zusätzlich kann auch noch von unten mit der Hand gegen das Blech geschlagen werden.

    Manche Patissiers schwören darauf, die Macarons nun leicht antrocknen zu lassen (ca. 20 – 30 min.). Dabei geht es um die Füsschen, die beim Backen entstehen sollen.

  14. Die Schalen nun 12 – 13 min. backen. Dabei ist es sehr wichtig das Verhalten seines Ofens zu beobachten bzw. bereits zu kennen. Eventuell kann man nach ein paar Minuten das Blech drehen, wenn man merkt, dass die Temperatur im Ofen ungleichmäßig ist.

  15. Zum Abkühlen die Matte mit samt den Macarons vom Blech runter auf den Tisch rüber ziehen. Das Blech wieder komplett auskühlen lassen, bevor man es wieder verwendet. Daher besser mit mehreren Blechen und Matten arbeiten.

    Mit einer kleinen Palette die Macarons vorsichtig von der Matte lösen.

  16. Ganache in einen Spritzbeutel füllen.

  17. Lemon Curd in einen Spritzbeutel füllen.

  18. Jeweils 2 gleich große Macarons zuordnen. Die Unterseite mit einem Ring aus Ganache versehen. Die Mitte mit Lemon Curd füllen.

  19. Schalen auf einander setzen.

  20. Macarons luftdicht verschließen und im Kühlschrank "reifen" lassen. Bei dieser Sorte von Macarons (d.h. mit einer Schokoganach gefülllt) dauert dies ca. 24 Stunden bis sie die perfekte Konsistenz erreicht haben.

 

Ich reiste nicht alleine nach Frankreich. Dies sind die Leckerbissen, die meine Blog-Kollegen gefunden haben:

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Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Dreikönigskuchen, Galette des rois, 6. Januar

Ich weiß nicht, ob euch bekannt ist, das in einigen anderen europäischen Ländern der 6. Januar (Heilige-Drei-Königs-Tag) noch sehr viel mehr Bedeutung hat als in Deutschland. Zum Beispiel bekommen Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke erst an diesem Tag. In Frankreich wird an diesem Tag eine ganz besondere Tradition gepflegt. Es wird ein Dreikönigskuchen, d.h. eine Galette des rois gegessen, ein Kuchen (in Form einer Krone) zu Ehren der Heiligen 3 Könige.

Da dieser Dreikönigskuchen schon ein wenig zu der Königsdisziplin der Patisserie gehört (zumindest, wenn der Blätterteig selber gemacht wird), wird dieser Kuchen von vielen Franzosen nicht selber hergestellt, sondern gekauft. Es gibt sie am Jahresanfang in ganz Frankreich in vielen verschiedenen Variationen und Größen zur Auswahl zu kaufen. Klassisch ist eine Frangipane-Füllung, die aus einer Mischung aus einer Konditorencreme (ein aus Eiern, Milch, Stärke, Zucker, Vanille und Butter gekochter Pudding) und fein geriebenen Mandeln hergestellt wird. Aber der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt Frucht-Füllungen, Füllungen mit Schokolade und es können auch anstatt der Mandeln andere Nüsse oder Pistazien verwendet werden.

Das was die Tradition (besonders bei Kindern) aber so interessant macht, ist die kleine Figur (Fève = Bohne), die in der Galette vor dem Backen in der Füllung versteckt wird. Wer dann beim Essen das Stück mit der Bohne darin findet, darf an diesem Tag die Königskrone tragen und sich selbstverständlich auch wie ein König fühlen und verwöhnen lassen. Diese Papierkrone gibt es beim Kauf natürlich gleich dazu.

Ich bin mit meiner ersten selbst gemachten Galette im Großen und Ganzen zufrieden. Der Rand könnte allerdings „blättriger“ sein und ich denke, ich habe aus Versehen zu viel von der Ei-Sahne-Mischung auf den Rand getan. Außerdem habe ich beim Einritzen des Musters oben ein bisschen zu tief eingeritzt. Der Blätterteig hat aber zum Glück trotzdem gehalten und die Galette ist dadurch nicht auseinander gebrochen. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich bin trotzdem stolz, als Laie so eine Galette mit eigenem Blätterteig hergestellt zu haben. Und im nächsten Jahr wird sie dann vielleicht schon viel besser aussehen. Spätestens dann werde ich euch auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Blätterteig anbieten.

Galette des rois (Dreikönigskuchen) mit Papayafüllung

Zutaten:

  • 1 Blätterteig ca. 22 x 44 cm (gekauft oder selbst gemacht)
  • 125 g Papaya (geschält und ohne Kerne)
  • 100 g Zucker (je nach Reifegrad der Papaya)
  • 1 Schuss Rum
  • 2 EL Maisstärke
  • 125 g fein geriebene geschälte Mandeln
  • 1 Ei (ca. 50 g)
  • Ei und Sahne zum Bestreichen
  1. Am Tag vor dem Backen die Papaya in Stücke schneiden und in einem Mixer zu einem Püree verarbeiten. Mit Zucker mischen und aufkochen. Ca. 15 min. köcheln lassen. Immer wieder umrühren. Maisstärke einrühren und alles zu einer homogenen Masse vermischen. Mit Rum abschmecken. Im Kühlschrank abkühlen lassen.
  2. Geriebene Mandeln mit dem Ei vermengen. Dann die Mandelmasse mit der Papayamasse vermischen.
  3. Masse in einen Spritzbeutel füllen. Auf ein Backpapier einen Kreis von 15 cm Durchmesser aufmalen. Papier wenden. Dann mit der Masse diesen Kreis aufspritzen. Die Höhe der Masse sollte so ca. 1,5 – 2 cm dick sein. Masse auf diesem Papier (legt ein Brett oder Teller darunter) über Nacht einfrieren. Jetzt müsste auch die kleine Porzellanfigur in die Füllung gesteckt werden, falls dies gewünscht ist. Das mit dem Einfrieren ist eine Vereinfachung des Vorgangs. Profis können die Füllung natürlich auch ungefroren zwischen die Blätterteig-Kreise platzieren.
  4. Den Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen. Deine Küche sollte während der Verarbeitung nicht zu warm sein, lieber ein bisschen zu kalt. Also, zuerst mal Fenster auf! Außer, es ist draußen wärmer als drinnen. Eine Raumtemperatur unter 20 ° C ist ideal.
  5. Dann das Stück auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und in 2 Stücke zu je ca. 22 x 22 cm schneiden. Wichtig ist, dass man die Stücke nicht verschiebt. Also weiterhin so auf der Arbeitsplatte übereinander liegen lassen.

  6. Mit einem Tortenring oder mit einer Schablone aus Pappe jeweils einen Kreis von 20 cm Durchmesser ausschneiden. Die Oberfläche der Kreise sollte ab jetzt mehlfrei sein. Eventuell mit einem Mehlbesen abkehren.

  7. Den Rand (ca. 2 cm) der Unterseite der Galette mit Ei bestreichen. Die Mitte mit einer Gabel einstechen.
  8. Am Tag zuvor vorbereitete gefrorene Füllung auf den Boden legen. Nun ist es ganz wichtig, dass man den Deckel im Uhrzeigersinn (oder in die andere Richtung) um ein Viertel um ¼ dreht. Das ist ein wichtiger Schritt, damit sich die Galette beim Backen nicht verzieht.

  9. Dann Deckel über den Boden mit Füllung legen.

  10. Gut andrücken.

  11. Am besten legt man die Galette jetzt vorsichtig auf ein Brett damit man seitlich die kleinen Einkerbungen machen kann (siehe Foto). Man macht das, damit der Blätterteig am Rand schön aufblättern kann.

  12. Bei meiner Variante wird die Galette dann gedreht, sodass die Füllung nun nach unten zeigt. Galette mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen.

  13. Dann mit einem Messer Linien in den Teig ritzen. Dabei wirklich nur ritzen und nicht schneiden.
  14. Mit einem Stäbchen ca. 5 – 6 Luftlöcher stechen. Galette für ca. 1 Stunde noch mal im Kühlschrank ruhen lassen.
  15. Backofen auf 160° C vorheizen.
  16. Noch einmal mit der Ei/Sahne-Mischung bestreichen. Auf ein perforiertes Blech legen (falls vorhanden).

  17. 10 min bei 160 ° C backen. Dann weitere 40 – 50 min bei 150 ° C. Vor allem bei selbst gemachten Blätterteig muss die Galette braun sein, nicht nur goldgelb. Sonst ist der Teig nicht ganz durchgebacken.
  18. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit einer Krone
    dekoriert servieren.

Tarte Tatin, Advent, Glücksmomente

Tarte Tatin, Advent, Glücksmomente

Wir stehen kurz vor unserer Reise nach Kuba und die Vorbereitungen sind zum Glück fast abgeschlossen. Ein bisschen wehmütig bin ich dann doch, nur den Anfang der Adventszeit hier in Deutschland zu verbringen. Für mich eigentlich das einzig Schöne an der deutschen Winterzeit. Auch wenn ich mich zuhause meistens mit meiner Weihnachtsdekoration zurückhalte, liebe ich es, wie die Straßen und Weihnachtsmärkte dekoriert und beleuchtet sind.

Um trotzdem ein bisschen in eine besinnliche Stimmung zu kommen, habe ich beschlossen, es uns am 1. Advent mit einer „netten“ Tarte Tatin gemütlich zu machen. Mein Mann lässt sich bei Süßem auch nicht lange bitten, schon gar nicht wenn Karamell mit im Spiel ist.

Es scheiden sich ja die Geister, ob man eine Tarte Tatin mit einem Mürbteig oder einem Blätterteig macht. Ich mag beide Varianten und habe mich jetzt eher aus Zeitgründen für die Version mit Mürbteig entschieden, da ich in diesem Fall schon gerne einen selbst gemachten Blätterteig hätte. Wenn schon, denn schon! Das tolle an einer Tarte Tatin ist ja, dass man sie als Kuchen zum Tee oder Kaffee essen kann, aber auch toll als Nachtisch mit ein bisschen Sahne oder Vanilleeis servieren kann.

Da mein Mann in der Gastronomie arbeitet, fängt unser gemeinsames Wochenende immer erst am Sonntag an. Das Frühstück findet dann eher kurz vor Mittag statt und das Abendessen gibt es dann oft schon am Spätnachmittag. Das ausgefallene Mittagessen wird meistens durch ein nettes Dessert oder ein Küchlein nach dem Abendessen „ersetzt“.

Mein Mann ist dann für die musikalische Untermalung unseres Nachmittags zuständig und es kann durchaus sein, dass wir ein Tänzchen aufs Parkett legen, ein bisschen kubanisch eben. Das ist doch das, was das Leben eigentlich ausmacht, die kleinen Glücksmomente, die entstehen, wenn wir entschleunigen und wir uns komplett im „Jetzt“ befinden.

Ich wünsche viel Freude mit meinem Rezept!

 

Tarte Tatin

  • 50 Zucker
  • 100 g kalte Butter
  • 150 g Mehl (450)
  • Prise Salz
  • 1 Zitrone
  • 3 – 4 Boskop-Äpfel
  • 100 Zucker
  • 2 – 3 EL Wasser
  • 80 g Butter
  • 1 Backform ca. 25 cm ø
  1. Zucker, Butter, Mehl und Salz zügig zu einem geschmeidigen Mürbeteig verkneten. Flach gedrückt (dann kann man ihn später leichter ausrollen) in Klarsichtfolie wickeln und mind. 30 min in den Kühlschrank legen.
  2. Den Backofen auf 220°C vorheizen.
  3. Inzwischen kaltes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone bereitstellen; es soll die Braunfärbung der Äpfel verhindern. Äpfel schälen, zu Apfelspalten schneiden und in das Zitronenwasser legen.
  4. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche auf 25cm ø (oder entsprechend der Backform) ausrollen. Auf ein flaches Blech legen, mit einer Gabel mehrmals einstechen und bis zur weiteren Verwendung wieder kalt stellen.
  5. Die Äpfel abgießen und gut mit einem Küchenpapier abtupfen.
  6. Zucker mit dem Wasser in eine Pfanne geben und erhitzen. Dabei nicht umrühren. Warten bis es braun wird und ein Karamell entsteht.
  7. Butter und einen Spritzer Zitronensaft dazugeben. Äpfel in das Karamell legen und darin wenden. Äpfel-Karamell-Mischung in eine Backform geben. Die Äpfel sollten sehr dicht liegen.
  8. Nun den Mürbteig zügig auf die Äpfel legen und den Teigrand zwischen Äpfel und Formrand leicht nach unten drücken. Die Form direkt in den Ofen schieben und bei 220 Grad ca. 20 min backen.
  9. Die Tarte aus dem Ofen nehmen und 10 min ruhen lassen. Nicht länger, das Karamell soll nicht fest werden. Den Teigrand mit einem spitzen Messer von der Form lösen und die Tarte auf eine Tortenplatte stürzen.

Baba au rhum, Weihnachten, Vorfreude

Baba au rhum, Weihnachten, Vorfreude

 

Da wir dieses Jahr Weihnachten und Silvester auf Kuba verbringen, also bei der Familie meines Mannes, haben wir beschlossen Weihnachten mit meinen Eltern im November vorzufeiern. Natürlich musste dafür ein besonderes Dessert gefunden werden. Es sollte mal nicht die traditionelle Mousse au Chocolat sein. Wenn schon Traditionen brechen, dann aber richtig! Da wir eigentlich immer guten Rum im Haus haben (kubanischen natürlich, aber eben nicht nur!), kam mir diese tolle Baba au Rhum aus Paris in den Sinn.

Wie ihr ja bereits wisst, war ich diesen Sommer mit meinem Mann in Paris. Natürlich gingen wir auch in die eine oder andere Patisserie. An einem Nachmittag waren wir bei Pierre Hermé und haben uns unter anderem eine Baba au Rhum schmecken lassen. Hermé ist ja mehr für seine Macarons berühmt, aber uns haben an diesem Tag die „Törtchen“ angelacht. Obwohl das in Rum getränkte Küchlein in Deutschland nicht so bekannt ist, ist es mir in der Vergangenheit bereits begegnet. Wo das war, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich hatte es allerdings als sehr heftig nach Rum (vielleicht auch einfach nach einem schlechten Rum) schmeckend in Erinnerung.

Bei Hermé kann ich nur sagen, war die Baba total ausgewogen im Geschmack und einfach ein Gedicht. Wir hatten uns für die klassische Variante entschieden, d.h. mit einer Chantilly (gezuckerte Sahne) oben drauf gespritzt. Ich fand sie sehr gelungen. Schnörkellos, aber perfekt umgesetzt. Das ist genau mein Geschmack.

Also habe ich ein paar meiner französischen Koch- bzw. Backbücher gewälzt und bin tatsächlich fündig geworden. Es ist ein Savarin-Rezept, aber der Unterschied liegt eigentlich nur in der Form (Savarin eher wie Donuts, Babas wie Korken oder Zylinder) und bei Babas werden oft noch Rosinen dazu gegeben, die ich aber sowieso weggelassen hätte, da ich sie nicht so passend dazu finde. Es wird empfohlen die Savarins ein paar Tage vor dem Servieren zu backen, damit sie ein bisschen trocken sind, bevor sie dann mit dem Rum-Sirup getränkt werden. Das ist eigentlich perfekt für mich und meine Planung. Mein Plan sieht folgendermaßen aus: Babas ein paar Tage vorher backen, am Tag davor Chantilly vorbereiten und kalt stellen und die Babas in ihre Tränke legen.

So ganz konnte ich dann doch nicht von der Mousse au Chocolat lassen und habe mich für eine Schoko-Chantilly als Topping entschieden. Das sieht einfach am feierlichsten aus und schmecken tut es sowieso einfach traumhaft zu der dezenten Rum-Note. Meine Mousse au Chocolat mache ich immer mit einer veganen dunklen Schokolade mit einem Kakao-Anteil von 60 %. Für diese habe ich mich dann auch entschieden für die Chantilly, da sie einen sehr feinen Schokoladen-Geschmack hat, obwohl sie als „zartbitter“ verkauft wird. Aber das ist Geschmackssache. Probiert es einfach mit eurer Lieblings-Schokolade aus.

Da die Fotos von meinem Probe-Backen sind, kann ich euch noch gar nicht berichten wie die eigentliche Feier war. Aber eigentlich kann ja jetzt einem tollen Fest nichts mehr im Wege stehen. Ich werde auf jeden Fall berichten!
Viel Spaß mit meinem Rezept und traut euch doch ein bisschen zu experimentieren!

Baba au rhum (8 – 12 St.)

Teig:

  • 300 g Bio-Weizenmehl 550 oder Manitobamehl
  • 10 g Zucker
  • 5 g Salz
  • 15 g frische Hefe
  • 150 g Bio-Eier
  • 120 g Milch (ich habe Sojamilch benutzt)
  • 80 g Butter
  • Aprikosenkonfitüre zum Bestreichen

Sirup:

  • 500 g Wasser
  • 250 g Zucker
  • 1 Zimtstange
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 50 g Rhum Agricole (Rum aus Martinique oder Guadeloupe aus frischem Zuckerrohr hergestellt)

Schoko-Chantilly (eigentlich Créme Chantilly Chocolat):

  • 600 g Sahne
  • 150 g Schokolade 60 %
  • 10 g Zucker oder nach Geschmack
  1. Für die Schoko-Chantilly die Schokolade am Vortag klein hacken und mit dem Zucker vermengen. Sahne aufkochen und anschließend über die Schokolade gießen. Mischung mit einem Mixstab gut vermengen. Schüssel luftdicht abdecken und im Kühlschrank über Nacht abkühlen lassen.
  2. Alle Zutaten für den Teig abwiegen.
  3. Die Hefe in der warm gemachten Milch auflösen. Das Mehl in die Schüssel einer Küchenmaschine geben. Zucker und Salz hinzufügen und einige Sekunden mit einem Knethaken vermischen. Dann die Eier hinzufügen. Anschließend die Milch mit der Hefe dazu geben und mit niedriger Geschwindigkeit weiter kneten. Die Geschwindigkeit erhöhen und den Teig ca. 10 min. kneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Am Ende die weiche Butter hinzufügen und durch den Knethaken einarbeiten lassen. Schüssel aus der Maschine nehmen, abdecken und den Teig an einem warmen Ort um ca. das Doppelte aufgehen lassen.

  4. Die Baba-Formen einfetten (ich habe ein flüssiges Sprühfett benutzt) und mit Hilfe eines Spritzbeutels (und einer mittleren Spritztülle) die Formen ca. ¾ befüllen. Teig aufgehen lassen, bis er ca. den oberen Rand der Form erreicht hat. Im, auf 180° C vorgeheizten, Backofen ca. 15 – 20 min backen.

  5. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Am besten 2 – 3 Tage in einer geschlossenen Dose aufbewahren, um sie ein bisschen auszutrocknen. Man kann sie aber auch im Backofen etwas nachtrocken, um sie gleich weiter verarbeiten zu können.
  6. Sirup herstellen:
  7. Wasser mit Zucker mischen. Schale von der Orange und der Zitrone mit einem Sparschäler dünn abschälen (möglichst nichts von der weißen Haut mit abschälen). Je eine Scheibe der geschälten Orange und Zitrone ins Zucker-Wasser geben. Gewürze dazugeben und Flüssigkeit aufkochen. Bis auf eine lauwarme Temperatur (ca. 40° C) abkühlen lassen.
  8. Den Rhum zum Zucker-Sirup geben und die ganze Mischung in eine Schüssel geben, in der alle Babas Platz haben. Babas in die Mischung legen und ca. 1 Stunde darin tränken. Dann Babas vorsichtig herausheben und abtropfen lassen. Die Babas mit Aprikosenmarmelade bestreichen (dazu etwas mit Wasser verdünnen) und auf kleine Tellerchen setzen.
  9. Die Schoko-Chantilly aufschlagen. Das kann man mit einem Handrührgerät oder mit einer Küchenmaschine mit Schneebesen machen. Wichtig ist nur, dass man vorsichtig vorgeht und die Sahne gut beobachtet. Die Creme kann schnell überschlagen werden und das wäre ja dann sehr schade. Umgehend in einen Spritzbeutel mit Tülle füllen und Sahne auf die Babas spritzen.
  10. Eventuell mit einer Frucht dekorieren. Dann servieren und genießen!

Falls ihr noch tiefer in das Thema Baba au rhum und Rhum Agricole einsteigen wollt, hier 2 interessante Links:

Paris, Pain au Chocolat, Croissant

Paris, Pain au Chocolat, Croissant

Dieses Jahr im August habe ich in Paris an einem Croissant-Backkurs teilgenommen. Nun bin ich endlich mal dazu gekommen, zuhause dieses Croissant Rezept nach zu backen. Ich bin positiv überrascht von dem Ergebnis und wie einfach es im Grunde genommen ist. Man braucht ein bisschen Zeit und Geduld, aber es ist absolut machbar. Und selbstgemachte Croissants sind einfach so viel besser. Man möchte eigentlich nie wieder ein „Massenware-Croissant“ essen.

Zum Glück  besinnen sich langsam auch in Deutschland wieder einige Bäcker und Konditoren auf ihre alten Werte. D.h., es wird wieder Butter anstatt günstiger Ersatzfette benutzt, auf fertige Backmischungen mit künstlichen Backtriebmittel verzichtet und man lässt den Teigen wieder mehr Zeit langsam aufzugehen. So erhält man eine bessere Verträglichkeit der Backwaren, abgesehen natürlich von einem besseren Geschmack und einer tollen Konsistenz.

Der Kurs war eine tolle Erfahrung. Ich bin ja normalerweise im Urlaub ein Langschläfer, die Fahrt morgens mit dem Bus von unserer gemieteten Wohnung zu der „Backstube“ war allerdings bereits den Aufwand wert. Über die Seine – vorbei an der, in der Morgendämmerung noch beleuchteten Pyramide des Louvres – was will man mehr.

Ich hatte bereits schon Erfahrung mit selbst gemachtem Blätterteig, die Zubereitung von Croissants unterscheidet sich allerdings etwas, da bei dem Teig zusätzlich mit Hefe gearbeitet wird. Es sind aber nicht so viele Touren (Faltungen) nötig, daher ist ein Croissant-Teig eigentlich sehr viel weniger aufwendig als ein „normaler“ Blätterteig.

Vielleicht ist es trotzdem empfehlenswert einen Kurs zu besuchen um alle Feinheiten zu lernen. Es gehört vor allem auch ein gewisses Wissen über die Zutaten dazu. Was für eine Rolle spielt das Gluten im Mehl und wie muss man damit umgehen, damit es nicht zu schnell „aktiviert“ wird? Dasselbe gilt natürlich auch für die Hefe.

Ich möchte euch aber natürlich nicht davon abhalten, es mit meinem Croissant Rezept selbst zu versuchen. Und dann gibt es vielleicht auch bei euch ein Frühstück im Bett am Sonntag?

 

Rezept Croissant und Pain au Chocolat

  • 10 g frische Hefe
  • 25 g Zucker
  • 7 g Salz
  • 20 g Butter
  • 60 g Wasser
  • 60 g Milch
  • 250 g Mehl (Manitobamehl oder Weizenmehl 550)
  • 150 g Butter ((bevorzugt Ziehbutter))
  • 1 Ei zum Bepinseln
  • Dunkle Schokoladestäbchen
  1. Zutaten abwiegen
  2. Mehl sieben, den Zucker, das Salz, die frische Hefe (das Salz sollte die Hefe möglichst nicht berühren), die Butter, das Wasser und die Milch in die Schüssel einer Küchenmaschine (mit Knethaken) geben. Ca. 5 min. bei niedriger Geschwindigkeit und dann 10 min bei einer mittleren Geschwindigkeit kneten. Solltet ihr mit Manitobamehl arbeiten, unbedingt auf die Außentemperatur achten. Es sollte eher kühl in eurer Küche sein. Ansonsten könnte die Aktivierung, des im Manitobamehl enthaltenen Gluten, zu früh aktiviert werden. Den Teig einwickeln (Frischhaltefolie oder Bienenwachstuch) und mindestens für 1 Stunde in den Kühlschrank legen. In der Zwischenzeit die Butter (bevorzugt Ziehbutter, die aber in Deutschland sehr schwer in kleinen Mengen zu erhalten ist) zwischen einem Stück Folie oder einem Stück Butterbrotpapier zu einem 5 mm dicken Quadrat ausrollen. Es sollte so ca. 15 x 15 cm groß werden.
  3. So sieht der Teig dann aus, wenn er aus dem Kühlschrank kommt.
  4. Den vorbereiteten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Wellholz den Teig ausrollen, dass er die gleiche Breite wie die Butter erhält (also ca. 15 cm). In der Länge sollte er doppelt so lang sein, wie die Butter (also ca. 30 cm).
  5. Die Butter in den Teig „einschlagen“.
  6. Mit der Handfläche Spalte gut verschließen.
  7. Den Teig mit der Spalte vertikal vor dich legen. Mit einem Wellholz ein paar „Rillen“ eindrücken um zu vermeiden, dass das Butterstück bricht anstatt sich gleichmäßig zwischen dem Teig zu verteilen. Teig mit Mehl nur besprenkeln um zu vermeiden, dass er kleben bleibt.
  8. Den Teig ausrollen. Die Länge auf ca. die 3-fach Breite. D.h. wenn der Teig 15 cm breit ist, muss die Länge 45 cm sein. Dabei möglichst rechteckig bleiben. Nicht wie ich… 😉
  9. Mehl mit einem Besen vom Teig abkehren (sehr wichtig!) und eine einfache Falte machen. Das Falten und Einarbeiten der Butter in den Teig nennt man in Frankreich Tourieren. Dadurch entsteht am Schluss das Aufblättern der Croissants.
  10. Dann noch einmal umklappen um wieder auf die Größe von ca. 15 x 15 cm zu kommen. Der Teig sollte jetzt wieder (eingepackt) für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen. Je länger desto besser
  11. Rolle den Teig wieder aus und mache dieses Mal den Vorgang zwei Mal, sodass du eine doppelte Falte erhältst.
  12. Wieder (eingepackt) mindestens für 1 Std. in den Kühlschrank geben. Oder am besten über Nacht.
  13. Den Teig in ein 20 x 30 cm Rechteck ausrollen. Die Ränder mit einem scharfen Messer begradigen. Die Schnitte sollten glatt sein, um ein gutes Aufblättern des Teiges zu gewährleisten.
  14. In lange Dreiecke für Croissants oder in Quadrate für Pains au Chocolat schneiden.
  15. Die Pains au Chocolat-Teigstücke mit Schokolade belegen und einrollen. Ebenfalls die Croissants einrollen.
  16. Die Croissant-Teigstücke einrollen und auf ein (möglichst perforiertes) Blech legen, dass mit einem Backpapier ausgelegt ist.
  17. Blech in den Backofen stellen und eine Temperatur von ca. 30 Grad schaffen. Das gelingt einem, in dem man ihn ein bisschen vorheizt und dann wieder ausschaltet. Ca. 1 Stunde aufgehen lassen.
  18. Dann die Teigstücke mit Ei bestreichen. Den Backofen auf 180 Grad aufheizen.
  19. Ca. 15 Minuten goldgelb backen.
 

 

 

 

Aprikosentarte, Frankreich, Urlaub

Aprikosentarte, Frankreich, Urlaub

Mein Mann und ich sind wieder aus dem Urlaub zurück. Bevor ich euch das Rezept meiner Aprikosentarte verrate, erzähle ich euch ein bisschen über meine Eindrücke der Reise, die uns diesen Sommer hauptsächlich nach Frankreich führte.

Ich habe nach unserer Rückkehr einigen Freunden und Kollegen erzählt, wo wir waren. Dabei ist mir aufgefallen, dass es bei vielen Deutschen eine Art Hemmung davor gibt, nach Frankreich zu reisen. Frankreich spaltet offensichtlich in die totalen Liebhaber und die absoluten Skeptiker. Wenn mir dann die Leute erzählen, warum das so ist, kommt so einiges auf den Tisch. Das fängt dann bei schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit an, geht dann bei Vorurteile über die Hochnäsigkeit vieler Franzosen weiter, bis es dann bei den mangelnden eigenen Französischkenntnissen und der mangelnden Bereitschaft der Franzosen Fremdsprachen zu lernen endet.

Manche der Gründe, kann ich auf eine bestimmte Art, sogar nachempfinden. Bei manchen tue ich mir ein bisschen schwer. Meine Französischkenntnisse sind nicht die besten, ich habe allerdings die positive Erfahrung gemacht, dass viele Franzosen sehr erfreut sind, wenn man wenigstens versucht, sich in ihrer Sprache mit ihnen zu verständigen. So wie das in anderen Ländern, wie z. B. Italien, ja auch ist. Dort finden wir es sogar toll, die paar Brocken Italienisch vorzubringen, die wir vor vielen Jahren in einem Italienisch-Grundkurs an der Volkshochschule gelernt haben.

Ich finde die Deutsch-Französischen Beziehungen auf jeden Fall sehr wichtig. Ich möchte jetzt zwar ungern von alten Feindschaften und Kriegen anfangen, kann aber nicht verstehen für wie selbstverständlich dieses Bündnis und die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern inzwischen genommen wird. Grundsätzlich sehe ich dieses Problem momentan in der ganzen Europäischen Gemeinschaft. Aber dazu vielleicht mal in einem weiteren Beitrag. Großbritannien und andere Abtrünnige würden den Rahmen dieses Textes sprengen.

Unsere Reise verlief auf jeden Fall ohne negative Zwischenfälle, wenn man mal von den Vermietern unserer Ferienwohnung in Paris absieht. Diese scheinen allerdings einfach generell schlechte Menschen zu sein, die sich nicht um ihr kaputtes Wasserrohr unter der Dusche kümmern, die Wohnung an Touristen vermieten und ihre Nachbarn dann alleine mit diesem Problem eines ständigen Wasserschadens lassen.

Wir waren mit dem Zug, dem Flixbus und noch anderen öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das ist so eine schöne Art Land und Leute kennen zu lernen. Ich kann das nur jedem empfehlen, mal ohne Auto (und Flugzeug) Urlaub zu machen. Nicht nur aus ökologischen Gründen.

Nach Paris waren wir noch im Burgund für 2 Tage, um eine befreundete Weinbauern-Familie zu besuchen. Diesen Ort öffentlich zu erreichen, war allerdings schon eine Herausforderung. Für die letzten ca. 5 Kilometer haben wir sogar Fahrräder ausgeliehen. Die Heimfahrt nach der Weinprobe war dann auf jeden Fall sehr beschwingt.

Die Rückfahrt nach Deutschland begann an einem kleinen Bahnhof, an dem immer nur 2 Züge am Tag in unsere Richtung fahren. Morgens einer und am Nachmittag einer. Wir kamen uns ein bisschen vor, wie in einem Film von Aki Kaurismäki. Kennt ihr diesen Regisseur, der mit dem finnischen Tango?

Schade, dass wir dort keine Fotos gemacht haben, man kann es schwer beschreiben. Es war wirklich eine surreale Situation. Man stelle sich vor: Ein deutsch-kubanisches Paar mit 2 (leider riesigen!) Koffern am (gefühlten) Ende der Welt, an einem Bahnhof an dem dann hoffentlich demnächst der ersehnte Zug kommt und hoffentlich auch anhält. Es war natürlich mal wieder Ende gut, alles gut. Und wenn nicht, dann hätten wir uns eben einen Plan B einfallen lassen müssen.

Jetzt möchte ich euch aber nicht länger warten lassen und gebe euch noch das Rezept meiner französischen Aprikosentarte:

 

Französische Aprikosentarte

Tarte-Teig:

  • 1 Bio-Ei
  • 250 g Mehl (Bio-Weizenmehl Typ 405)
  • 125 g Bio-Butter (kalt)
  • 60 g Zucker
  • Etwas Vanillezucker oder Vanillemark
  • 1 Prise Salz

Belag:

  • 750 g Aprikosen (Bioqualität, falls verfügbar oder am besten natürlich aus dem eigenen Garten)
  • 100 g Zucker
  • Fett für die Form
  1. Aus den Tarte-Teig-Zutaten einen Mürbeteig herstellen. Dazu zügig alle Zutaten mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem Teig kneten. Die Butter am besten in kleine Stückchen schneiden und auf die Mehl-Ei-Zucker-Mischung setzen.
  2. Den Teig entweder zu einem flachen Kreis oder einem flachen Quadrat drücken, je nachdem, welche Form man später damit auslegen möchte. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Backofen auf ca. 175 Grad (Umluft) vorheizen.
  4. In der Zwischenzeit eine Tarteform (vorzugsweise mit einem herausnehmbaren Boden) oder eine Springform ausfetten. Die Aprikosen waschen und halbieren.
  5. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zwischen 2 Frischhaltefolien auswellen und in die Tarteform drücken.
  6. Teig mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchten bedecken. Ca. 10 Minuten blindbacken. Tarte aus dem Ofen nehmen, Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und die Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben eng auf dem Boden verteilen. Mit dem Zucker bestreuen. Die Früchte sollten möglichst gerade liegen, sodass sich der entstehende Saft während des Backens in der Wölbung der Früchte hält.
  7. 30 Minuten bei 175 Grad (Umluft) backen. Dann die Temperatur auf 220 Grad erhöhen und die Tarte für 5 – 10 Minuten mit Oberhitze karamellisieren. Da dieser Vorgang sehr vom jeweiligen Ofen abhängt, mehrmals kontrollieren, damit die Tarte nicht unschön anbrennt.
  8. Die Tarte noch warm oder kalt mit Schlagsahne servieren.

Bon appétit!

Erdbeertarte, Frankreich, Kindheitserinnerung

Erdbeertarte, Frankreich, Kindheitserinnerung

Für mich bedeuten süße, fast schon überreife Erdbeeren einfach Sommer pur. Sie erinnern mich an die unbeschwerten Sommer meiner Kindheit. An Übernachtungen im Zelt, Grillengezirpe und vor allem an Urlaube in Frankreich und an der Nordsee. Ich muss dazu sagen, dass mein Vater als Lehrer gearbeitet hat und wir daher im Sommer immer die ganze Familie zusammen 6 Wochen Zeit für Urlaub und Ausflüge hatten. Ein Traum, den man aber leider erst später so richtig zu schätzen weiß.

Wie schon gesagt, waren wir oft in Frankreich im Urlaub – nicht in Paris oder in einer anderen großen Stadt – nein, wir wohnten immer total auf dem Land, in einem kleinen Bauerndorf. Es ist eine nette Geschichte, wie mein Vater diese französischen jungen Damen, bei denen wir dann regelmäßig waren, kennen gelernt hat. Die Kurzfassung ist diese: eines Tages standen 2 Französinnen in seiner kleinen Dorfschule am Rande der Schwäbischen Alb. Eine davon war Deutschlehrerin. Fragt mich nicht, wie sie wirklich dorthin kamen. Das ist eigentlich wirklich das so genannte Ende der Welt. Sie hatten auf jeden Fall großes Interesse an der kleinen Zwergschule, die mein Vater damals geleitet hat. Es entstand eine noch immer bestehende Freundschaft und unsere Familie ist dadurch immer noch mit Frankreich verbunden.

Eine der Damen heiratete und das Ehepaar kaufte sich ein Ferienhäuschen auf dem Land, in das wir dann immer eingeladen wurden. Es war wirklich ein Kinderparadies. Ein großer Garten lud zum Spielen ein und wir durften die tolle französische Küche kennen lernen (ich habe als Kind schon immer gerne gegessen…). Ab und zu stand auch ein Ausflug an, zum Beispiel an die Loire-Schlösser.

Mir sind auf jeden Fall hauptsächlich die kleinen Dinge im Gedächtnis geblieben. Die eher einfachen, aber so geschmackvollen französischen Tartes (unter anderem die unten genannte Erdbeertarte) mit Beeren aus dem Garten, die tollen Gemüsesuppen mit einem Klecks Crème Fraîche usw. Was ich als Kind besonders toll fand – ihr werdet schmunzeln – wir Kinder haben manchmal am Nachmittag von Yvette ein trockenes kleines Stück Baguette in die Hand gedrückt bekommen, auf dem ein kleines Stück dunkler Schokolade lag. Ich kann nicht sagen, warum ich diese Kombination so toll fand. Eigentlich ist ja dunkle Schokolade nichts, was einem in diesem jungen Alter so richtig schmeckt. Ich fand es auf jeden Fall köstlich und gönne mir das ab und zu heute noch.

Um wieder aufs Thema zurück zu kommen: Wie ich ja bereits schon erzählt habe, wurde ich an meinem 3. Geburtstag, den ich auch in Frankreich feiern durfte, mit einer Erdbeertorte überrascht. Ich nehme diese Erinnerung als Anlass, meinen Blog mit einem Erdbeertarte -Rezept zu starten. Erzählt mir doch auch von euren schönsten Kindheitserinnerungen!

So, jetzt möchte ich euch aber natürlich nicht länger mein Rezept der Erdbeertarte vorenthalten: Voilà…

Erdbeertarte mit Frischkäse und Orangenblütenwasser

Tarte-Teig:

  • 1 Bio-Ei
  • 225 g Mehl (Bio-Weizenmehl Typ 405)
  • 75 g gemahlene Mandeln
  • 125 g Bio-Butter (kalt)
  • 75 g Zucker
  • Etwas Vanillezucker oder Vanillemark
  • 1 Prise Salz

Belag:

  • 250 g Bio-Frischkäse
  • 60 g Puderzucker
  • 2 EL Orangenblütenwasser
  • 125 ml Sahne
  • ca. 200 g Erdbeeren (Bioqualität, falls verfügbar)
  • Fett für die Form
  1. Aus den Tarte-Teig-Zutaten einen Mürbeteig herstellen. Dazu zügig alle Zutaten mit den Händen oder einer Küchenmaschine zu einem Teig kneten. Die Butter am besten in kleine Stückchen schneiden und auf die Mehl-Ei-Zucker-Mischung setzen.
  2. Den Teig entweder zu einem flachen Kreis oder einem flachen Quadrat drücken, je nachdem, welche Form man später damit auslegen möchte. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Backofen auf ca. 175 Grad (Umluft) vorheizen.
  4. In der Zwischenzeit eine Tarteform (vorzugsweise mit einem herausnehmbaren Boden) oder eine Springform ausfetten. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zwischen 2 Frischhaltefolien auswellen und in die Tarteform drücken.
  5. Teig mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchten bedecken. Ca. 10 Minuten blindbacken. Tarte aus dem Ofen nehmen, Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und dann weitere 10 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.
  6. Alle Zutaten für die Frischkäsecreme cremig quirlen.
  7. Die Erdbeeren waschen und in Scheiben schneiden. Kreisförmig auf dem Kuchen arrangieren.

Pistazien-Likör (für ca. 500 ml):

  • 150 g Pistazienpaste
  • 120 ml Sahne
  • 100 g Puderzucker
  • 180 ml weißen Rum
  1. Die Pistazien schälen und anschließend in einem Blender durchmixen. Aufpassen, dass sie nicht zu warm werden. Lieber öfter kurz mixen als einmal zu lange. Es sollte eine cremige Konsistenz erreicht werden. Soll es mal schnell gehen, oder habt ihr nicht den richtigen Blender zur Hand, kann man alternativ eine fertige Pistazienpaste aus dem Glas verwenden.
  2. Anschließend alle Zutaten in einem Standmixer zu einer homogenen Mischung mixen.
  3. Vor dem Genuss gut durchkühlen lassen.
  4. Hält sich mindestens 2 Wochen im Kühlschrank.